Neustadt
Wasser in die Stadt: Erster Teil womöglich bis Ostern fertig
Seit Juni vergangenen Jahres wird zwischen Elwedritschebrunnen und Hauptstraße gewerkelt. Dort entsteht unter anderem ein 20 Zentimeter tiefer Wasserlauf, die Wege werden komplett erneuert. Bis zu der Stelle, wo die Badstubengasse auf die Laustergasse trifft, sind bereits sämtliche Leitungen und das Pflaster verlegt worden. Das Pflaster muss hier und dort noch angepasst werden. Ein Teil der Klemmhofgarage ist abgedichtet. Die Querung Badstubengasse und der Platz vor dem Eingang der RHEINPFALZ-Geschäftsstelle sind weitgehend fertiggestellt. Auch der Weg zur öffentlichen Toilette nahe der Hauptstraße ist schon länger wieder frei. Das teilt Konstantin Boltenhagen, Leiter der städtischen Tiefbau-Abteilung, auf Anfrage mit.
Der erste Bauabschnitt des Projekts „Wasser in die Stadt“ geht sichtlich voran. Trotzdem sollten die Arbeiten auf diesem Abschnitt bereits seit rund drei Wochen beendet sein. Woran liegt es, dass dies nicht der Fall ist? „Es gab Schwierigkeiten mit der Herstellung und Lieferung der Sitzsteine“, berichtet Boltenhagen. Die kommen bekanntlich aus China. Darüber hinaus kam es zu Komplikationen im Untergrund: „Es wurden mehr alte Fundamente und Steinreste gefunden als ursprünglich gedacht, und diese mussten ausgebaut und beseitigt werden. Zusätzlich mussten mehr Leitungen als anfangs vorgesehen verlegt werden.“
Arbeiten temperaturabhängig
Aktuell wird am Unterbau der Pflasterflächen seitlich vom Klemmhof gearbeitet. Das heißt, es werden Anschlüsse an den vorhandenen Kanal verlegt, um das Wasser aus dem entstehenden Wasserlauf in den Speyerbach zurückführen zu können. Parallel dazu wird weiter an der Pflasterfläche gearbeitet. Diese Arbeiten sind laut Boltenhagen aber „sehr temperaturabhängig“, sprich: Ist es zu kalt, kann unter Umständen nicht fortlaufend gepflastert werden. Projektleiterin Kerstin Baum spricht von Temperaturen kälter als 6 Grad.
Überhaupt ist das Wetter dafür ausschlaggebend, wann der erste Bauabschnitt abgeschlossen sein wird. Angepeilt ist Ostern Anfang April, aber auch hier gilt, so Boltenhagen: „Bei einem Wintereinbruch oder Frosttemperaturen kann nicht weitergearbeitet werden.“
Höhere Kosten
Dass die Bauarbeiten länger dauern als gedacht, schlägt sich auch in den Kosten nieder. Erst im Dezember hatte der Hauptausschuss des Stadtrats zwei Nachtragsaufträge über 92.000 Euro vergeben, wegen Mehrkosten für Schachtarbeiten, neue Abdeckungen für Lichtschächte, Entsorgungskosten sowie Material. Insgesamt kostet der erste Bauabschnitt bislang 1,6 Millionen Euro. Im zweiten Bauabschnitt ist dann der Juliusplatz an der Reihe. Über eine bereits am Klemmhof verbaute Zisterne wird das Wasser dorthin gepumpt. Ein Fontänenfeld soll künftig zum Verweilen und Spielen einladen.
Für Ärger haben zuletzt immer wieder Vandalen gesorgt. Sie traten Bauzäune um, stahlen Absperrschranken, Hinweis- und Verkehrsschilder sowie Blinkleuchten, die nachts die Baustelle sichern sollen. Säcke mit Fugenvergussmaterial, die auf der Baustelle lagerten, wurden aufgeschlitzt, der Inhalt wurde auf dem Boden verstreut. In den vergangenen Wochen blieb die Baustelle davon glücklicherweise verschont, so Boltenhagen.
Angst vor Vandalen
Dennoch bleibt die Angst vor Vandalen, weshalb sich die Planer in Absprache mit dem Bauunternehmen Flörchinger aus Guntersblum auch dagegen entschieden haben, den fast fertigen Abschnitt vor der RHEINPFALZ wieder zugänglich zu machen, erklärt Projektleiterin Kerstin Baum. Sie befürchtet, dass die Lichtstreifen gestohlen oder demoliert werden könnten, solange sie noch nicht mit Wasser befüllt wurden.
