Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Bauarbeiten zu „Wasser in die Stadt“ liegen im Zeitplan

Der Blick aus dem RHEINPFALZ-Redaktionsgebäude auf die Baustelle in der Laustergasse.
Der Blick aus dem RHEINPFALZ-Redaktionsgebäude auf die Baustelle in der Laustergasse.

Das Projekt „Wasser in die Stadt“ geht voran. Der erste von drei Bauabschnitten ist in vollem Gange, die Tiefbauabteilung der Stadt hochzufrieden. Derweil finden immer mehr Menschen den Weg in das Info-Büro im Klemmhof – durchaus auch verärgerte Bürger.

Während vor dem RHEINPFALZ-Gebäude am Mittwochmorgen fleißig an den Leitungen gearbeitet wird, saugen weitere Bauarbeiter mit Hilfe eines Baggers auf der anderen Seite der Laustergasse vorsichtig das Erdreich um einen Baum ab. Schließlich soll die Pflanze mitsamt Wurzelwerk erhalten bleiben, nur der Boden soll weg. Derweil sitzt Kerstin Baum von der städtischen Bauabteilung im Info-Büro zu „Wasser in die Stadt“ in der Klemmhof-Passage und steht Anwohnern mit technischen Fragen zur Baustelle Rede und Antwort. Und sie räumt mit „Mythen“ auf, zum Beispiel damit, dass das Wasser für den Wasserlauf aus dem Speyerbach gezogen wird. Vielmehr wird das unter dem Klemmhof abgepumpte Grundwasser genutzt.

Am Montag wurde das Büro offiziell eröffnet, schon vorher hatten ein paar Menschen vorbeigeschaut. „Viele sind unsicher, ob sie reinkommen dürfen, das dürfen sie natürlich“, sagt Baum. Immer montags und mittwochs ist das Büro von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr besetzt – vormittags von Baum, nachmittags von Mitarbeitern der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft (WEG).

Keine Verzögerung wegen Corona

Was Kerstin Baum den Besuchern mitteilen kann: Es geht gut voran, die Baustelle liegt im Zeitplan. Verzögerungen durch Corona gab es keine. Die Pandemie ist jedoch der Grund dafür, weshalb es das Info-Büro überhaupt gibt. Denn es gab keine Möglichkeit, der Öffentlichkeit bei einem Infoabend die Pläne zu präsentieren. Die Anwohner und Geschäftsleute wurden aber über die bevorstehenden Arbeiten informiert – teilweise auch von ihr persönlich, berichtet Baum.

Wie es mit der Lieferung der Steine aus China klappt, bleibe abzuwarten: „Aber selbst wenn es deshalb zu Verzögerungen kommen sollte, wird die Baustelle nicht ruhen“, sagt die Tiefbau-Expertin. Denn ein Teil der Steine sei bereits geliefert, es könne entsprechend an einer anderen Stelle weitergearbeitet werden.

Bürger entladen ihren Ärger

Dass Baustellen in der Innenstadt nicht immer auf Gegenliebe stoßen, zeigt sich auch im Info-Büro. Hin und wieder entladen dort Bürger ihren Ärger, so Baum. Eine Frau habe sich gar darüber beschwert, dass im Info-Büro nur alte Schwarz-Weiß-Bilder hängen – Fotos von Bauarbeiten aus der Vergangenheit. „Ich habe Verständnis dafür, dass sich einige Anwohner an den Einschränkungen und dem Geräuschpegel stören. Angegriffen werden will ich aber auch nicht.“ Sie ist überzeugt: „Die Anwohner wollen am liebsten so schnell wie möglich ein fertiges Produkt. Sobald sie sehen, wie das Ganze einmal aussehen soll, ist das Verständnis größer.“

Vor allem auf die Zusammenarbeit mit der Baufirma Flörchinger sei es zurückzuführen, dass bislang alles reibungslos laufe, sagt Baum: „Wir hatten wirklich Glück, dass wir ein Unternehmen gefunden haben, das alle Arbeiten abdecken kann.“ Die anfängliche Skepsis, ob eine Firma allein das alles leisten könne, habe sich schnell in Luft aufgelöst. Mit dem Geschäftsführer sei sie in ständigem Kontakt, gemeinsam fänden sie kreative Lösungen, natürlich immer in Absprache mit der Stadtverwaltung. Auch der Lions Club, allen voran Frank Sobirey, habe sich mit vielen Ideen eingebracht.

Größte Aufgabe erledigt

Im ersten Bauabschnitt, der Anfang Juni gestartet ist, wird ein 20 Zentimeter tiefer Wasserlauf zwischen Hauptstraße und Elwedritschebrunnen geschaffen. „Die größte Aufgabe des ersten Bauabschnitts haben wir mit dem Setzen der Zisterne erledigt“, berichtet Baum. Von dort wird dann auch das Wasser Richtung Juliusplatz gepumpt, der im zweiten Bauabschnitt an der Reihe ist und unter anderem mit einem Fontänenfeld zum Verweilen und Spielen bestückt werden soll.

Ende nächster Woche sollen die Randsteine im oberen Bereich der Laustergasse, also zur Hauptstraße hin, gesetzt werden. Später einmal werden dort halbrunde Bänke um die Bäume gestellt. Spielgeräte und ein Fahrradständer finden dort ebenfalls einen Platz. Noch Ende dieses Monats soll das Areal um die Baumgruppe fertig sein. Im September wird laut Baum dann die freie Fläche modelliert, Dränbeton wird aufgetragen. Der ist übrigens begehbar, sodass die Fußgängerstege nach und nach verschwinden können. Im Oktober fangen dann voraussichtlich die Pflasterarbeiten an. Danach gehen die Arbeiten zwischen Badstubengasse und Einfahrt Tiefgarage Klemmhof weiter. Bis Ende des Jahres soll der erste Bauabschnitt abgeschlossen sein.

Kerstin Baum von der Tiefbauabteilung erklärt, wie die Laustergasse künftig aussehen wird.
Kerstin Baum von der Tiefbauabteilung erklärt, wie die Laustergasse künftig aussehen wird.
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