Neustadt
Sandra Eder und Lea Lechner über ihre Zeit als Pfälzische Weinprinzessinnen
Am 6. Oktober werden die neue Pfälzische Weinkönigin und die Pfälzischen Weinprinzessinnen gekürt. An diesem Abend kommende Woche endet die Amtszeit für Sandra Eder aus Mußbach und Lea Lechner aus Diedesfeld. Noch sind sie die Weinprinzessinnen, die gemeinsam mit der Bad Dürkheimerin Lea Baßler die Pfalz in Sachen Wein vertreten. Während sich Baßler am Freitag der Wahl zur Deutschen Weinkönigin stellt, werden Lechner und Eder in ihre Studiengänge zurückkehren.
Die beiden jungen Frauen schauen mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf das vergangene Jahr zurück. „Ganz schön zackig“ seien die zwölf Monate vergangen, sagt Eder. Sie habe es sehr genossen, auch wenn es zeitintensiv war. Das kann Lechner nur bestätigen. „Die vielen Termine waren schon herausfordernd. Ich habe alles mitgenommen, was auf der Agenda stand“, sagt die Diedesfelderin. Dabei habe sie viel gelernt.
Weinprobe in Nordirland
Beide Frauen hatten bei Amtsantritt vor einem Jahr eine gute Vorstellung, was auf sie zukommen würde. Und doch waren die Erfahrungen, die sie machten, individuell. „Ich könnte stundenlang von den vielen tollen Begegnungen mit interessanten Menschen erzählen“, sagt Sandra Eder. Sie berichtet von der Hamburg-Tour mit Winzern der „Jungen Pfalz“, von der „Master of Wine“-Tour, die durch die deutschen Weinanbaugebiete führte, von Auftritten in Berlin und den Gesprächen mit japanischen und koreanischen Studenten. „Ich durfte zum Ball des Sports. Ich habe niemals geglaubt, jemals selbst dort zu sein“, so die Mußbacherin.
Lea Lechner berichtet voller Stolz von ihren Terminen, wenn sie selbst Weinproben besprochen hat. Zu den spannendsten zählte jene Weinprobe, die sie in Nordirland in englischer Sprache durchführte. „Für Auftritte mit hohem eigenen Sprechanteil habe ich mich immer sehr intensiv vorbereitet. Für andere Termine entwickelt man eine Routine“, so Lechner.
Spontanität und Flexibilität brauchten beide, denn die Organisation der Veranstaltungen folgte keinem identischen Muster. Sie erzählen von unterschiedlichen Gastgebern und Feiermentalitäten, von Erwartungen an die Weinhoheiten, die schnell erfasst werden mussten. Manchmal war mehr als nur ein Grußwort gefragt, was sich jedoch erst auf der Bühne herausstellte. „Wir blieben aufmerksam, antworteten ruhig und sachkundig“, sagt Lechner. Eder berichtet, dass sie auf einer Veranstaltung ad hoc eine Moderation übernehmen musste. Mit Charme, Witz und Weinwissen meisterten die zwei jungen Frauen alle Herausforderungen. „Ich habe gelernt, Dinge auf mich zukommen zu lassen, auf das zu reagieren, was gerade passiert.“ Für Eder ist das die wichtigste Erkenntnis für ihr eigenes Leben. Es gebe sehr unterschiedliche Wege, sein Leben zu leben. Ein Überplanen bringe nichts. „Ich will spontaner bleiben“, sagt sie.
Studium geht weiter
Lechner zieht ein anderes Resümee. Sie freut sich, dass sie beweisen durfte, was sie kann. Sie habe erfahren, erzählt sie, dass ihr Engagement zündete und der Funke auf das Publikum übersprang. Lechner sieht sich auch als Botschafterin für die vielen Frauen in der Weinbranche, denen man mehr Gehör schenken sollte.
Ob die vielen Menschen, denen sie begegnet sind und die sie begleitetet haben, zu Freunden werden, wissen sie nicht. Sicher ist, dass die Neustadterinnen weltoffener und selbstsicherer geworden sind. „Sicherlich werden wir mit Lea Baßler verbunden bleiben, für die wir jetzt auch alle Daumen drücken“, sagt Lechner. Die Entscheidung, ob Baßler Deutsche Weinkönigin wird, fällt am Freitagabend im Saalbau.
Für Eder und Lechner endet kommende Woche ihr Zeit als Weinprinzessinnen. Sie nehmen Erfahrungen mit, die sie für ihren Berufsweg gut gebrauchen können, sagen sie. Beide studieren im Bereich Wein. Eder beginnt ein Masterstudium in Wien, auf das sie sich konzentrieren will. Lechner setzt das Bachelorstudium am Mußbacher Weincampus fort. Sie plant im nächsten Jahr ein Auslandssemester in Südtirol. Beide freuen sich auf ruhigere Zeiten, auch wenn sie den Trubel vermissen werden.

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