Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Sandra Eder: Auf Reisen immer Fläschchen Wein dabei

Sandra Eder
Sandra Eder

Wenn am Freitag die 84. Pfälzische Weinkönigin gewählt wird, gehen auch zwei junge Frauen aus Neustadt ins Rennen. Eine davon ist die Mußbacherin Sandra Eder. Die Bühne macht ihr keine Angst. Ein wenig Lampenfieber hat sie trotzdem.

„Ohne Krone und ohne Wahl sind wir jetzt schon Team Pfalz“, sagt Sandra Eder und lacht. Was sie damit meint: Da bei der Wahl der 84. Pfälzischen Weinkönigin nur drei Bewerberinnen antreten, wird eine Königin und die anderen beiden sind als Prinzessinnen gesetzt. Ihre Neustadter Konkurrentin Lea Lechner aus Diedesfeld kennt Eder bereits aus der Zeit als Weinprinzessin für ihre Weindörfer: „Ich habe sie gesehen und sofort gewusst, dass die Chemie stimmt.“

Chemie ist ihr Steckenpferd. Beinahe habe sie Chemie studiert, erzählt die 23-Jährige mit einem Hang zu den Naturwissenschaften. Ihr Abitur am Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium absolvierte sie 2018 mit den Leistungskursen Mathematik, Chemie und Erdkunde. Doch ebenso gerne mag Eder den Umgang mit Menschen. Da erschien ihr ein Chemielabor auf Dauer nicht reizvoll.

Nicht „Dozententochter“

Die Themen rund um den Weinbau seien komplex und vielfältig – von der Forschung bis zur praktischen Arbeit und den Umgang mit Kunden und Kollegen, sagt sie. Das reizte die junge Frau am Ende mehr. Sie entschied sich für die duale Ausbildung Weinbau und Oenologie in Geisenheim. Warum sie in Rheinhessen und nicht am Weincampus Neustadt studiert? Ihr Vater ist Dozent am Weincampus und „ich wollte lieber eine von vielen und nicht die ,Dozententochter’ sein.“

Als erstes startete die zweijährige Winzerlehre im Weingut Bergdolt Klostergut, 15 Monate später das Studium: „Die restliche Lehrzeit habe ich in den Semesterferien absolviert. So konnte ich von fünf auf vier Jahre verkürzen.“ Seit Sommer hat sie den Bachelor in der Tasche. Im Herbst will sie den Masterstudiengang beginnen. „Doch das künftige Amt hat erst mal Vorrang.“

Winzerschaft überzeugt

Eder bringt Erfahrung mit – von 2018 bis 2020 war sie die Mußbacher Weinprinzessin. Dabei entdeckte die damals 18-Jährige ihre Leidenschaft dafür, für die Weine, die Winzer und die Gastronomie des Weindorfs zu werben. Das wiederum überzeugte die Winzerschaft.

Die junge Frau liebt das Tanzen. Besonders die Standard- und Lateinamerikanischen Tänze haben es ihr angetan. In ihrer Freizeit trainierte sie die Kinder der Trachtengruppe. Auch ihr zweites Hobby, die Schauspielerei, bringt sie immer wieder mit Menschen zusammen, mit denen sie gemeinsam ein Projekt stemmen kann. Die Bühne macht ihr keine Angst. Das zeigte sie auch beim städtischen Neujahrsempfang 2020, den sie zusammen mit dem OB moderierte. Doch vor der Wahl am 7. Oktober stellt sich dann doch eine gewisse Aufregung ein.

Vorliebe für Sekt

Was sie sich für das Amt im Team Pfalz vorgenommen hat? „Oh, vieles!“, sagt sie. „Ich möchte Tradition und Innovation miteinander verbinden helfen.“ Es sei wichtig, die Tradition in die Zukunft mitzunehmen. Besonders die Klimaveränderungen drängten zur Weiterentwicklung. Sie sieht sich als Botschafterin ihrer Heimat, sowohl der Pfälzer Lebensart als auch der Weinqualität. Während ihres Studiums hat sie ihre Liebe zum Schaumwein entdeckt. „Die Pfälzer Sekte können wirklich was“, bekräftigt Eder. Nicht nur, um mit ihnen anzustoßen, sondern auch als Essensbegleiter oder zum Dessert.

Neben den unterschiedlichen Sekten aus Riesling oder Weißburgunder – sogar der Spätburgunder als Pinot noir sei hervorragend geeignet – trinkt sie selbst gerne auch die Weine aus den beiden Rebsorten. Wenn sie auf Reisen ist – und am liebsten würde sie die ganze Welt bereisen – hat sie immer eine Flasche Pfälzer Wein dabei. „Er ist ein Kultur- und Genussgut, das Menschen verbindet.“

Info

Wahl der 84. Pfälzischen Weinkönigin am 7. Oktober, Kandidatinnen sind Sandra Eder, Mußbach, Lea Lechner, Diedesfeld und Lea Baßler, Bad Dürkheim.

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