Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Pfälzische Weinkönigin: Warum in Neustadt trotzdem gefeiert wird

Das neue Team Pfalz: (von links) Sandra Eder, Lea Baßler und Lea Lechner.
Das neue Team Pfalz: (von links) Sandra Eder, Lea Baßler und Lea Lechner.

Die Würfel sind gefallen: 84. Pfälzische Weinkönigin ist Lea Baßler aus Bad Dürkheim. Aber auch ihre Neustadter Mitbewerberinnen Lea Lechner und Sandra Eder gehen nicht leer aus. Beobachtungen rund um den Saalbau.

Wer sich durch den Weinlesefest-Trubel auf dem Bahnhofsvorplatz gekämpft hatte, kam am Freitagabend am Saalbau nur kurz zur Ruhe. Denn dort herrschte gegen 18.15 Uhr schon reichlich Wahlstimmung. Einige Dürkheimer Gruppen waren an ihren großen Lea-Baßler-Plakaten zu erkennen. Und auf der Treppe zum Saalbau sammelte sich eine große Gruppe: Es war der Fanblock der Diedesfelderin Lea Lechner. Volker Lechner war auch mit dabei: Als Ortsvorsteher und Papa der Kandidatin war er gleich doppelt gefragt. In der Hand hatte er noch eine Rolle Faden: „Ich habe eben noch beim Aufhängen der Plakate geholfen“, erklärte er. Zur Feier des Abends trug Volker Lechner einen schicken schwarzen Anzug und zwei Anstecker: „Natürlich für Diedesfeld und für meine Tochter.“ Und er betonte: „Wir treffen uns später auf alle Fälle noch in der Festhalle. Denn der Abend ist so oder so ein Grund zu feiern.“

Von den Mußbachern, die zur Unterstützung von Sandra Eder am und im Saalbau waren, waren draußen nur ein paar Unterstützer zu sehen. Dafür war im Saal schon früh ein großes Plakat aufgehängt worden. Und der Fanblock hatte jedem einen großen Anstecker verpasst. Ihn trug natürlich auch Ortsvorsteher Dirk Herber. Derweil stärkte sich Kay Lützel mit einem Brötchen. Auf die Frage „Und?“ meinte der Ortsvorsteher von Duttweiler grinsend: „Ich habe zwei Daumen: einen für Diedesfeld und einen für Mußbach.“

„Sie lieben die Pfalz“

Um 19 Uhr sollte das Programm offiziell beginnen. Moderatorin Janina Huber, die 2013/14 selbst Weinkönigin war, kam auf die Bühne. Aber sie wollte den rund 600 Gästen im Saalbau erst ein paar Spielregeln und Neuerungen erklären. Denn Pfalzwein und die Neustadter Tourist, Kongress und Saalbau GmbH hatten beim Programm des Wahlabends einiges verändert. So fand die Fachbefragung der drei Kandidatinnen erstmals live im Saal statt, die Fanblocks waren bei der Spielerunde gefordert, und das gesamte Publikum machte bei der Blindverkostung der Weine mit. Huber machte den drei Kandidatinnen ein dickes Kompliment: „Sie kennen sich wunderbar mit Wein aus und lieben die Pfalz.“

Außer Lea Lechner, Lea Baßler und Sandra Eder standen noch drei Frauen im Mittelpunkt: die noch amtierende Weinkönigin Sophia Hanke sowie ihre Prinzessinnen Laura Wessa und Sabina Kobek. Die drei genossen ihren letzten Auftritt in ihren Ämtern, halfen beim Programm mit und erinnerten sich an Höhepunkte ihres Amtsjahres. Für die Neustadterin Kobek war es etwa der Aufenthalt bei der Weinmesse in Düsseldorf: „Das war für uns als Team sehr verbindend.“

Stichwahl erforderlich

Stichwort Team. Als solches verstehen sich auch Lechner, Baßler und Eder. Das betonten sie schon zu Beginn der Wahl. Als Gemeinschaftswerk entstand auch ein Video, in dem sie den Klimawandel als Herausforderung für die hiesigen Winzer beleuchteten.

Dass die 70-köpfige Fachjury bei den drei Bewerberinnen, die die Aufgaben fast durchgehend sehr souverän und locker lösten, einen schwierigen Job haben würde, deutete Dominik Durner, Professor am Weincampus, nach der Fachbefragung an: „Das wird sehr schwierig und eng.“ So kam es auch. Kurz nach 22 Uhr stand ein Zwischenergebnis fest: Lea Baßler und Lea Lechner mussten in eine Stichwahl, Sandra Eder hatte das Nachsehen. Dann noch einmal einige bange Minuten, ehe gegen 22.20 Uhr feststand: Die 84. Pfälzische Weinkönigin ist Lea Baßler. Großer Jubel im Dürkheimer Fanblock. Aber wie hatte Volker Lechner im Vorfeld so schön gesagt: Der Abend sei auf alle Fälle ein Grund zu feiern. Denn mit seiner Tochter sowie Sandra Eder werden auch zwei Neustadterinnen als Prinzessinnen ein Jahr lang Repräsentantinnen des Pfälzer Weins sein. Und Lea Baßler sagte in einer ersten Reaktion, dass die drei ihre Amtszeit „zu einem tollen Jahr“ machen wollen und sie den Sieg auch ihren Konkurrentinnen gegönnt hätte.

Info

Weitere Eindrücke und ein Video vom Wahlabend finden Sie unter www.rheinpfalz.de.

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