Contwig
Was SPD-Kandidat David Betz in Contwig und Stambach verändern möchte
Klare Sache: Zwölf SPD-Mitglieder waren stimmberechtigt, zwölf gaben dem 39-Jährigen ihre Stimme. Mit den Worten „es ist mir eine große Freude, vielen, lieben Dank“ nahm Betz um kurz nach 20 Uhr am Donnerstag die Wahl an. Die SPD befinde sich in Contwig seit Jahren im Aufwärtstrend: „Nun gehen wir den nächsten Schritt“, sagte Betz.
Unmittelbar vor dem Wahlgang hatte er sich und sein Wahlprogramm in einer knapp zehnminütigen Rede vorgestellt. Contwig soll noch mehr zur „familienfreundlichen Gemeinde“ werden, sagte Betz. Viele Menschen zögen neu in die Gemeinde, die wolle er stärker ins Dorfleben einbeziehen, Möglichkeiten zum Austausch schaffen. Betz nannte dazu einen „Wer-hilft-wem“-Verein, in den sich alle Bürger mit ihren (handwerklichen) Fähigkeiten einbringen könnten. So könnte vielleicht auch für die ältere Generation ein Anlaufpunkt geschaffen werden. Mit Blick auf den Fremdenverkehr regte Betz an, dem Beispiel Hornbach zu folgen und Stellplätze für Wohnmobile – vielleicht im Freizeitgebiet – auszuweisen. „Das ist ein Trend beim Tourismus, der immer noch wächst, auch schon vor Corona“, sagte Betz.
Im Schnelldurchgang streifte der 39-Jährige, der seit über 20 Jahren der SPD angehört, noch die Themen Kindergarten, Grundschule und Erneuerung der Ortsdurchfahrt Stambach. „Das ist ein Kampf, der sich lohnt.“
Mit seinem Team – das Thema Wahlkampf war auf Antrag Betz’ in den nichtöffentlichen Teil der Sitzung verlegt worden – wolle er einige der Themen noch vertiefen. „Ideen gibt es genug.“
Insgesamt wolle er mit Contwig und Stambach „in eine neue Richtung gehen“. Das bedeute keinen radikalen Wechsel. „Aber wir wollen mal einen halben Schritt zur Seite gehen, um einige Dinge anders zu sehen.“ Allerdings, so Betz, stehen in der nahen Zukunft wohl Projekte auf der Agenda, „die eher mit Manpower denn mit Geld verwirklicht werden“ können. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie, auch auf die kommunalen Finanzen, seien noch nicht abzuschätzen.
Der Wahlkampf werde sicherlich anders werden, eher in den digitalen Bereich verlegt werden müssen. „Es werden keine Würstchen gegrillt, und es werden keine Landespolitiker kommen“, sagte Betz mit Blick auf die auf noch nicht absehbare Zeit geltenden Verordnungen rund um die Corona-Pandemie.
Als Wahltermin steht bereits der 14. März fest, der Tag, an dem die Rheinland-Pfälzer auch über einen neuen Landtag abstimmen. Betz tritt gegen Nadine Brinette (CDU), die bereits im Oktober vom Vorstand ihrer Partei nominiert wurde. Die 32-jährige ist auch Vorsitzende des CDU-Ortsvereins. Ihre Nominierung soll noch von den Parteimitgliedern bestätigt werden, was aber als sicher gilt.
Holger Hell lobte die kommunalpolitische Erfahrung Betz’ als Mitglied des Contwiger Ortsgemeinderates und als erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land. „Er kann Wahlkampf“, sagte Jonas Kruck mit Blick auf die Kommunalwahl 2019. Damals war Betz gegen Amtsinhaber Karlheinz Bärmann (CDU) angetreten und hatte rund 37 Prozent der Stimmen geholt. Die erneute Ortsbürgermeisterwahl ist notwendig, weil Bärmann zum 31. März nach zwölf Jahren im Amt zurücktritt. Das hatte er Anfang Oktober angekündigt. Neben Brinette und Betz gibt es derzeit keine weiteren Kandidaten.