Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Winter füllt die Notaufnahme: Frankenthaler Stadtklinik meldet deutlich mehr Brüche

Der Winter bringt auch vereiste Straßen mit sich, wie auf diesem Bild aus Bayern. Wer nicht aufpasst, kann sich bei einem Sturz
Der Winter bringt auch vereiste Straßen mit sich, wie auf diesem Bild aus Bayern. Wer nicht aufpasst, kann sich bei einem Sturz schnell etwas brechen.

Das Wetter hat in Frankenthal zu Unfällen und Stürzen geführt. Auch in der Notaufnahme der Stadtklinik macht sich das bemerkbar. Was hilft, Stürze zu vermeiden?

Der Winter hat zwei Gesichter. Während er in den vergangenen Tagen Kindern und Erwachsenen beim Schlittenfahren traumhafte Erlebnisse beschert hat, mussten andere den Gang in die Notaufnahme antreten.

Der glatte Bürgersteig, die vereiste Treppenstufe am Hauseingang, ein abschüssiger Weg, ein kurzer Moment der Unachtsamkeit – und schon ist es passiert. Auf Nachfrage der RHEINPFALZ bestätigt die Stadtklinik in Frankenthal: „Die aktuellen Wetterbedingungen haben zu einem deutlich vermehrten Patientenaufkommen in der zentralen Notaufnahme geführt.“

Es sind vor allem Patienten mit Brüchen, um die sich die Ärzte kümmern mussten. Etwa der Oberschenkelhalsbruch, den sich vor allem ältere Menschen schnell zuziehen, oder auch der kaputte Arm und das gebrochene Sprunggelenk. Patrik Krol, der an der Stadtklinik die Sektion für Unfallchirurgie und Orthopädie leitet, berichtet, dass seit Weihnachten die Zahl der Oberschenkelhalsbrüche um 50 Prozent angestiegen ist. „Darüber hinaus wurden etwa doppelt so viele operationsbedürftige Oberarmbrüche wie sonst üblich behandelt, davon zwei schwere Fälle“, erklärt Krol.

Teilamputation des Fußes

Hinzu kommen sechs Sprunggelenksbrüche, die nach Angaben der Stadtklinik auf die besonderen Umstände im Winter zurückzuführen sind. Darunter seien drei schwere Fälle gewesen; die Patienten mussten sofort operiert werden. Bei einer Person, die mit einem offenen Bruch eingeliefert wurde, mussten die Ärzte den Fuß teilweise amputieren.

Gerade im Winter kommt es auch häufig zu Brüchen des Handgelenks: Die Menschen rutschen aus und versuchen, sich noch irgendwie mit der Hand abzustützen. Nur allzu oft geht das nicht gut aus. Wie die Stadtklinik mitteilt, habe es hier aber zuletzt keine Häufung gegeben.

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So kann das Risiko gesenkt werden

Es ist erst Januar. Noch können auch in Frankenthal einige Tage mit Schnee und Eis ins Land ziehen. Wie lässt sich das Risiko senken, auch in der Notaufnahme zu landen? Experten raten Senioren und all denjenigen, die ohnehin einen unsicheren Gang haben, bei Glätte am besten zu Hause zu bleiben. Auch gilt: mehr Zeit und weniger Eile. Wer bewusst langsamer geht, hat nicht nur mehr Kontrolle, sondern kann auch besser reagieren, wenn es auf dem Gehweg doch rutschiger ist als gedacht.

Watscheln wie ein Pinguin

Ein einfacher Merksatz lautet: kleine Schritte, Schwerpunkt über den Füßen, Arme frei. Bewährt hat sich dabei der sogenannte Pinguin-Gang, den die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) empfiehlt: leicht nach vorn beugen, die Füße flach und komplett aufsetzen, kurze Schritte machen und nicht über die Ferse abrollen – so wie man es von watschelnden Pinguinen kennt, die sich gekonnt übers Eis bewegen. Wer sich die Tiere zum Vorbild nimmt, schlittert nicht so schnell nach hinten weg.

Ein weiterer Tipp: Hände aus den Taschen. Wer die Arme frei hat, kann sie nutzen, um sich bei einem Ausrutscher abzufangen. Gleichzeitig warnen Ärzte davor, sich reflexhaft mit dem gestreckten Arm abzustützen. Besser sei es, sich möglichst rund zu machen. Das bietet im Fall der Fälle den Vorteil, dass man im Ernstfall weicher fällt. Die Wucht des Sturzes wird also geringer.

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Auch das Schuhwerk spielt eine Rolle: Schuhe mit grobem Profil und möglichst weicher Sohle greifen besser als glatte, harte Sohlen. Bei starkem Eis helfen Spikes oder Überzieh-Grödel, wie sie auch Wanderer nutzen. Für ältere Menschen oder Personen mit unsicherem Gang kann zudem ein Gehstock mit Eiskralle sinnvoll sein. Und wer etwas trägt, was die Sicht einschränkt – etwa schwere Einkaufstaschen –, sollte den Weg besonders vorsichtig wählen oder die Lasten auf zwei Seiten verteilen.

Achtung, Rutschgefahr! Bei Glätte und Schnee drohen Stürze.
Achtung, Rutschgefahr! Bei Glätte und Schnee drohen Stürze.

Bewusst laufen und nicht springen

Schließlich gilt: den sichereren Weg nehmen, auch wenn er länger ist. Hauptstraßen sind oft besser geräumt als Abkürzungen durch Seitenstraßen oder über Hinterhöfe. Auf Treppen sollte man sich möglichst am Geländer festhalten, Stufen bewusst ansteuern und nicht springen. Besonders gefährlich sind zudem oft Gehweg- und Bahnsteigkanten sowie Brücken. Zu Kanten am besten einen größeren Abstand halten und Brücken meiden, sofern es möglich ist. Auch Anlieger stehen in der Verantwortung. Sie sind grundsätzlich für das Räumen und Streuen der angrenzenden Gehwege zuständig.

Jeder Sturz, der vermieden werden kann, erspart Schmerzen und im schlimmsten Fall bleibende Einschränkungen. Der Winter mit seinen zwei Gesichtern verzeiht selten eine Unachtsamkeit.

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