Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Stadtklinik: Hohe Belastung in der Notaufnahme – Patientenzahl steigt weiter

Knapp 23.000 Patienten werden im laufenden Jahr wohl in der Notaufnahme vorstellig.
Knapp 23.000 Patienten werden im laufenden Jahr wohl in der Notaufnahme vorstellig.

Immer mehr Patienten suchen die Zentrale Notaufnahme der Stadtklinik auf. Die Klinik plant, Räume und Abläufe anzupassen.

Die Zentrale Notaufnahme (ZNA) der Stadtklinik Frankenthal gewinnt nach dem Wegfall des Notdienstes der Kassenärztlichen Vereinigung als Anlaufstelle der Akutversorgung immer mehr an Bedeutung. 21.918 Patienten wurden im vergangenen Jahr behandelt. Rund ein Drittel davon musste stationär aufgenommen werden.

Für 2025 wird eine Zunahme der Fallzahlen um etwa 4,5 Prozent auf hochgerechnet rund 22.900 Patienten erwartet. Dies geht aus einer auf Anfrage der SPD-Stadtratsfraktion im Krankenhausausschuss vorgelegten Statistik hervor. Nach dem pandemiebedingten Rückgang in den Jahren 2020 und 2021 zeigt sich wieder eine relative stabile Entwicklung.

Personalschlüssel wird angepasst

Ursprünglich war die ZNA auf eine maximale Auslastung mit täglich etwa 25 Patienten ausgelegt. Auf das Jahr umgerechnet entspricht dies rund 9125 Fällen. Die aktuellen Zahlen übersteigen damit die geplante Kapazität um mehr als das Doppelte. Für die Klinikleitung ist diese hohe Inanspruchnahme ein Indikator, den bereits eingeleiteten Prozess der räumlichen und organisatorischen Weiterentwicklung konsequent fortzusetzen, um den gestiegenen Anforderungen an die Patientenversorgung gerecht zu werden.

Kann das Personal die permanent wachsende Arbeitsbelastung überhaupt verkraften? Verwiesen wird in der Stellungnahme auf eine jährliche Überprüfung und Fortschreibung bei der Budgetverhandlungen. „Dabei erfolgt eine kontinuierliche Anpassung des Personalschlüssels an die tatsächlichen Patientenzahlen, die Fallentwicklung und die Belastungsspitzen insbesondere in den Abend-, Nacht- und Wochenendzeiten“, heißt es.

Räumliche Optimierung geplant

Was die räumliche Situation betrifft, gibt es Überlegungen und erste Planungen, die ZNA zu optimieren. In Betracht gezogen werden nicht nur bauliche Anpassungen, auch die Abläufe sollen besser koordiniert werden. „Ziel ist es, mit Blick auf die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Stadtklinik eine funktionalere Raumstruktur zu schaffen, die den gestiegenen Anforderungen der Notfallversorgung langfristig gerecht wird“, wird in der Stellungnahme ausgeführt.

Keine konkreten Pläne gibt es bislang, die Zentrale Notaufnahme zu einem Integrierten Notfallzentrum (INZ) in eigener Trägerschaft weiterzuentwickeln. Zur SPD-Anfrage wird angemerkt, dass die Rahmenbedingungen mit Blick auf die laufende Krankenhausreform noch nicht feststehen. Neben der Einstufung der Leistungsgruppen und der Finanzierung sei auch die Frage möglicher Standorte in Rheinland-Pfalz noch völlig offen. Erst wenn alle Fakten auf dem Tisch sind, will die Stadtklinik prüfen, ob und in welcher Form eine Beteiligung an einem INZ-Modell sinnvoll und wirtschaftlich realisierbar ist. Vorerst verbleibt es bei der Basisnotfallversorgung auf hohem Niveau.

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