Frankenthal
Weiterführende Schulen: Was sollten Eltern wissen?
Bei der Realschule plus gibt es in Rheinland-Pfalz zwei Schulformen: integrativ und kooperativ. In Frankenthal steht die Friedrich-Ebert-Realschule plus für ersteres Modell: Auch nach der Orientierungsstufe, also nach der sechsten Klasse, bleiben die Schüler im bisherigen Klassenverband. Die einzelnen Fächer werden dann in unterschiedlichen Leistungskursen – Grundkurs oder Erweiterungskurs auf Realschulniveau – unterrichtet. Das Ganztagsangebot der Schule am Jakobsplatz entlaste berufstätige Eltern, sagt Rektor Stephan Hirt. Die Schüler essen in der Schule, machen dort in der Lernzeit ihre Hausaufgaben und können in Arbeitsgruppen aus Angeboten in den Bereichen Sport, Kunst, Musik und Technik wählen.
Ebert-Realschule: Klein und familiär
Mit einem eigenen Fach namens „Fit, erfolgreich und stark“ (FES) soll den Fünftklässlern der Start erleichtert werden. Die Ebert-Realschule mit derzeit rund 420 Schülern sei eine kleine, familiäre Einrichtung, sagt Hirt und nennt als Beispiele für das gute Schulklima die Patenschaften zwischen älteren und jüngeren Schülern und die intensive Betreuung durch Lehrkräfte und Schulsozialarbeit. Die Friedrich-Ebert-Schule sei technisch und in den Fachräumen gut ausgestattet. „Wir arbeiten in der Regel mit iPads, die den Schülern zur Verfügung gestellt werden können“, sagt Hirt.
Schiller-Realschule: Informatik-Profil
Wer sich für die Friedrich-Schiller-Realschule plus entscheidet, wählt eine kooperative Realschule mit angegliederter Fachoberschule, in der Schüler die Fachhochschulreife erwerben können. Nach der sechsten Klasse trennen sich die Schüler in Klassen zur Berufsreife und solche, die zur Mittleren Reife führen. Seit vergangenem Schuljahr ist die Schiller-Realschule eine von landesweit neun Informatik-Profil-Schulen. Für Fünftklässler heißt das: Sie haben eine zusätzliche Unterrichtsstunde in Informatik. Die Nutzung von Handys, Tablets und Computern sei fester Bestandteil des Alltags- und Berufslebens, den richtigen Umgang mit diesen Medien zu lernen sei deshalb existenziell, sagt Schulleiter Dieter Jäger. Fünftklässler können wählen zwischen einem naturwissenschaftlichen und einem musischen Profil, bei dem Instrumente gemietet werden können. Wer sein Kind an seiner Schule anmelde, müsse wissen: „Es gibt kein Ganztagsangebot und kein Essen“, betont Jäger. Außerdem ist die Aufnahme an der Schiller-Realschule begrenzt. Im kommenden Schuljahr wird es höchstens fünf fünfte Klassen geben. Der Grund: Mit etwas mehr als 1000 Kindern und Jugendlichen platzt die Schule schon jetzt aus allen Nähten.
Auch bei den Gymnasien gibt es in Frankenthal die Auswahl zwischen zwei Einrichtungen, die benachbart am Parsevalplatz liegen. Beide sind im sprachlichen, musischen und naturwissenschaftlichen Bereich breit aufgestellt und bieten Ganztagsklassen mit Förder- und Freizeitangeboten. Der Unterschied hier: Am Karolinen-Gymnasium (KG) mit derzeit rund 1000 Schülern gibt es eigene Ganztagsklassen, im Albert-Einstein-Gymnasium (AEG)mit rund 1400 Schülern sind die Klassen gemischt. Am AEG gibt es Chor- und Bläserklassen, am KG eine Bandklasse.
AEG: Ganztagsunterricht in Angebotsform
Sabine Schanz, Schulleiterin des AEG, rät Eltern, sich möglichst gut – etwa anhand von Erläuterungen und Videos auf der Homepage – vorab über die Wunschschule zu informieren. Wer beispielsweise das Ganztagsangebot in Anspruch nehmen wolle, der sollte wissen, dass das andere Unterrichtszeiten und auch finanzielle Verpflichtungen, etwa für das Mittagessen, nach sich ziehe, aber auch eine Förderung der individuellen Interessen und das Lernen in einer großen Gemeinschaft bedeute. Die häufigste Elternfrage bei der Anmeldung ist aus ihrer Erfahrung: „Bekomme ich einen Platz?“ Das sei pauschal nicht zu beantworten, da die Aufsichtsbehörde je nach Anmeldezahlen über die Aufnahme entscheide. „Sicher ist nur: Wer ans Gymnasium will, kommt ans Gymnasium.“ In den zurückliegenden Jahren habe man aber immer die Wünsche der Familien berücksichtigen können.
KG: Förderung bei Corona-Lücken
Das bestätigen Rektor Christian Bayer und Orientierungsstufenleiterin Irina Kalusa auch für das KG. Eltern, die unsicher bei ihrer Entscheidung seien oder die Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf haben, sollten sich melden. „Beratung ist uns wichtig“, betont Kalusa. Etwa 15 Gespräche zum anstehenden Schulwechsel habe sie bereits geführt. Eltern hätten Sorge, dass ihr Kind in der Corona-Zeit wichtigen Stoff verpasst habe. Die erfahrene Pädagogin beruhigt: „Das geht allen so.“ Man wisse um die Probleme und reagiere mit verstärkten Förderangeboten. Um den Start zu erleichtern, gibt es bereits zum Ende dieses Schuljahres einen ersten Elternabend und einen Kennenlerntag für die Kinder in ihren neuen Klassen. „Das nimmt viel von der Aufregung“, weiß Kalusa.
IGS: Keine frühe Festlegung nötig
Bei fast doppelt so vielen Anmeldungen wie Plätzen sei es gut, bei der Wahl der weiterführenden Schule neben der Integrierten Gesamtschule (IGS) Robert Schuman einen Plan B zu haben, sagt Schulleiter Alexander Dejon. Familien aus Frankenthal würden aber bevorzugt. Die Grundschulempfehlung beeinflusse die Chance nicht, betont Dejon. Anhand der Noten würden drei Töpfe gebildet. An der IGS, die rund 850 Schüler hat, können Kinder alle Bildungsabschlusse bis hin zum Abitur machen. Die Entscheidung darüber müsse nicht bei der Anmeldung oder am Ende der Jahrgangsstufe sechs getroffen werden. „Kinder entwickeln sich nicht alle im gleichen Tempo oder zu einem vorgegebenen Stichtag“, weiß Dejon. Die IGS könne dem durch ihr pädagogisches Konzept gut gerecht werden.

