Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Anmeldung an Schiller-Realschule: Kinder aus Umland haben kaum eine Chance

Deutlich weniger Plätze als Anmeldungen: Die Friedrich-Schiller-Realschule plus platzt aus allen Nähten.
Deutlich weniger Plätze als Anmeldungen: Die Friedrich-Schiller-Realschule plus platzt aus allen Nähten.

Die Friedrich-Schiller-Realschule plus hat nicht genug Platz, um alle Kinder aufzunehmen, die sich anmelden. Weil ein geplanter Erweiterungsbau erst in etlichen Jahren stehen dürfte, gibt es jetzt klare Vorgaben, welche Kinder den Vorzug bekommen.

Die besten Aussichten, einen Platz an der beliebten Schule zu ergattern, haben demnach Kinder aus Frankenthal. Wer einen älteren Bruder oder eine Schwester hat, der oder die bereits an der Mörscher Straße unterrichtet wird, kann ebenfalls hoffen, in die fünfte Klasse aufgenommen zu werden. Erst wenn dann noch Kapazitäten frei sein sollten, werden Schüler aus dem Umland je nach Entfernung ihres Wohnorts berücksichtigt. „Bad Dürkheimer Kinder werden wahrscheinlich nicht mehr zum Zug kommen“, verdeutlicht Dieter Jäger. Das habe die Schiller-Realschule auch so kommuniziert. Der Schulleiter betont: „Es ist nicht so, dass wir die Kinder nicht wollen. Es geht leider einfach nicht.“

Von den 163 Fünftklässlern in diesem Schuljahr kommen 37 von außerhalb. Etwa ein Drittel stammt laut Schulentwicklungsplan aus Beindersheim und Heuchelheim, weitere elf Schüler wohnen im Landkreis Bad Dürkheim, zum Beispiel in Gerolsheim und Dirmstein. Für Familien in diesen Gemeinden wird es in den kommenden Jahren zunehmend schwieriger, ihre Kinder an der Schiller-Realschule anzumelden. Im Schuljahr 2025/26 soll der Pendleranteil dann laut Plan erstmals bei Null liegen.

Nur noch fünf Fünfte

Damit wollen Schule und Stadtverwaltung als Schulträger in Abstimmung mit der Aufsichtsbehörde endlich das erreichen, was schon im Herbst 2018 beschlossen wurde: An der Schiller-Realschule soll es nicht mehr als fünf Eingangsklassen geben. Nur so sei zu erreichen, dass die Realschule plus, zu deren Attraktivität ein Fachoberschulangebot und das Profil als Informatikschule beitragen, dauerhaft 6,5-zügig ist. Denn spätestens in Jahrgangsstufe sieben und acht kommen zu den bestehenden Klassen ein bis zwei dazu, weil Kinder vom Gymnasium an die Realschule wechseln. „Es wird Jahre dauern, bis sich die Situation entspannt“, befürchtet Rektor Jäger.

Beitragen dazu soll ein Erweiterungsbau. Dass dringend Handlungsbedarf besteht, lässt sich schon an einigen Kennzahlen ablesen. Gemäß den Vorgaben der Schulaufsicht hat die Realschule einen Bedarf an 105 Räumen und 5585 Quadratmetern Fläche. Genutzt werden können im Moment 77 Räume auf 4800 Quadratmetern. 45 Klassen werden derzeit in 35 Sälen unterrichtet, führte Schuldezernent Bernd Leidig (SPD) im Schulträgerausschuss am Dienstag aus.

Abriss der Sporthalle angedacht

Die Verwaltung sei mit diesem Raumproblem schon länger befasst, sagte Leidigs für Baufragen zuständiger Stadtvorstandskollege, Bürgermeister Bernd Knöppel (CDU) in dem Gremium. Eine erste Idee, die Sporthalle an der Mörscher Straße zu sanieren und in diesem Zuge angrenzend an den Sportplatz einen Anbau an die bestehenden, U-förmig angeordneten Schulgebäude zu setzen, sei verworfen worden, weil dafür kein Zuschuss zu erwarten gewesen sei. Jetzt soll geprüft werden, ob die Sporthalle abgerissen und im hinteren Bereich des Schulgeländes wieder aufgebaut werden kann. An der Mörscher Straße wäre so Platz für einen Neubau. Während die Sporthalle aus eigenen Mitteln gebaut werden müsste, habe die ADD zu erkennen gegeben, dass die Erweiterung der Schule gefördert würde. Schulhoffläche würde dabei nicht verloren gehen, sagte Knöppel auf SPD-Nachfrage.

Weil für diese Überlegungen bisher keine konkrete Planung vorliegt, muss es Schule und Verwaltung gelingen, die beschlossene Deckelung auf fünf Eingangsklassen konsequent umzusetzen. Das forderte Monika Reffert im Schulträgerausschuss. Schon bei der Vorstellung der Schule müsse ganz deutlich werden, dass es begrenzte Aufnahmekapazitäten gebe. Sabine Schanz, Leiterin des Albert-Einstein-Gymnasiums, drängte auf eine gemeinsame Regelung der weiterführenden Schulen im Anmeldeverfahren. „Eltern muss klar sein, was sie erwartet. Es kann nicht sein, dass sie von Schule zu Schule geschickt werden.“ Auch wenn eine Vorstellung der unterschiedlichen Profile bereits an Grundschulen verpflichtend sei, kündigte Leidig an, mit den Schulen über Informationsmöglichkeiten für Familien zu sprechen.

Ganztagskinder: Besser an Ebert-Realschule

Einen Tipp gab Rektor Jäger bereits in der Sitzung: „Kinder, die beispielsweise ein Ganztagsangebot brauchen, sind an der Friedrich-Ebert-Realschule plus besser aufgehoben.“ Deren Leiter Stephan Hirt rechnet damit, dass seine Schule stabil dreizügig bleibt – auch wenn kurzfristig Kinder kämen, die an der Schiller-Realschule abgelehnt worden seien. Allen, die an der Integrierten Gesamtschule keinen Platz bekommen, gibt Hirth den Hinweis: „Auch wir arbeiten integrativ.“

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