Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Stadt: Ab 2023 keine Ponyreitbahn mehr auf Weihnachtsmarkt

Die Stadt will mit dem Betreiber darüber sprechen, ob es Alternativen dazu gibt, die Ponys in der hinter dem Rathaus aufgebauten
Die Stadt will mit dem Betreiber darüber sprechen, ob es Alternativen dazu gibt, die Ponys in der hinter dem Rathaus aufgebauten Bahn im Kreis laufen zu lassen.

Die Stadtverwaltung reagiert nach eigenen Angaben auf die anhaltende Kritik an der Ponyreitbahn auf dem Weihnachtsmarkt, die insbesondere in den sozialen Medien lautgeworden sei: „2023 wird es keine Reitbahn in der bisherigen Form geben“, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung.

Der Betreiber baue seine Bahn am Freitagabend, 23. Dezember, ab – eine Woche vor Ende des seit 21. November laufenden Weihnachtsmarkts. Die Veranstaltung sei in ihrer aktuellen Form als „Spezialmarkt“ eingestuft. Weil dafür die Gewerbeordnung gelte, habe die Verwaltung auf dieser rechtlichen Grundlage ein Ponykarussell zulassen müssen. „Für 2023 sollen mögliche Optionen geprüft werden“, so die Stadt. Sie möchte im neuen Jahr mit den Stadtratsfraktionen über eine Neuausrichtung des Weihnachtsmarkts sprechen und dessen Konzept überdenken.

Unabhängig davon steht die Stadtverwaltung nach eigener Darstellung im Austausch mit der Betreiberfamilie der Ponyreitbahn. Ihr Ansatz: Nach dem diesjährigen Weihnachtsmarkt soll besprochen werden, welche Alternativen es dazu gebe, die Ponys im Kreis laufen zu lassen. Reagiert hat die Verwaltung auf Hinweise vom vergangenen Wochenende. Dabei sei dem Betreiber „Tierquälerei“ vorgeworfen worden.

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Bislang drei Kontrollen

Unter anderem hatte der Tierschutzverein Frankenthal auf seiner Facebook-Seite gegen die Ponyreitbahn protestiert und dazu Bilder aus nicht näher bezeichneter Quelle veröffentlicht. Diese Hinweise habe die Marktverwaltung „unverzüglich an das für Frankenthal zuständige Veterinäramt des Rhein-Pfalz-Kreises weitergegeben“. Bislang hat es demnach drei Kontrollen gegeben: sowohl auf dem Festplatz, wo die Ponys untergebracht seien, als auch auf dem Weihnachtsmarkt. Bis auf eine verrutschte Trense gab es laut Mitteilung keine Beanstandungen. In den nächsten Tagen werde die Behörde erneut kontrollieren. Der Betreiber habe der Verwaltung zugesichert, die Ponys in der hinter dem Rathaus platzierten Bahn regelmäßig auszutauschen.

Bürgermeister Bernd Knöppel (CDU) werde darüber hinaus in den nächsten Wochen ein Gespräch mit der Tierschutzorganisation Peta führen, die sich seit Jahren dafür einsetzt, dass Angebote wie Ponyreitbahnen von Volksfesten und Märkten verschwinden. Einige Städte – darunter Ludwigshafen – haben derlei Beschlüsse bereits gefasst.

Debatte in Rat und Ausschuss

Entzündet hatte sich die Debatte um die Ponyreitbahn Anfang November, als es im Haupt- und Finanzausschuss um die Gebührensatzung für den Weihnachtsmarkt ging. Die Grünen hatten damals beantragt, die Ponyreitbahn von dieser Tabelle zu streichen, weil es sich um eine „tierquälerische Attraktion“ handele. Dieser Antrag scheiterte knapp. Daraufhin hatten sich auch Tierschutzverbände zu Wort gemeldet und Kritik geäußert.

Im Stadtrat folgte dann am 9. November eine weitere teils hoch emotionale Debatte. Dort hatte CDU-Mann Lucas Spiegel unter anderem erklärt, der Betreiber werde „kriminalisiert und als Tierquäler dargestellt“, und auf die behördlichen Kontrollen verwiesen. Die Gegner des Angebots hielten an ihrer ablehnenden Haltung fest. „Ponybahnen haben auf dem Weihnachtsmarkt nichts mehr zu suchen“, betonte FWG-Sprecher Jesko Piana.

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