Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Keine Ponykarussells mehr erlaubt

Soll es künftig in Ludwigshafen nicht mehr geben: Ponyreiten in einer kreisförmigen Manage.
Soll es künftig in Ludwigshafen nicht mehr geben: Ponyreiten in einer kreisförmigen Manage.

Ponykarussells soll es künftig in Ludwigshafen nicht mehr geben. Stattdessen sollen Kindern alternative Möglichkeiten geboten werden, um auf einem Pony zu reiten. Das hat der Hauptausschuss am Montag einstimmig beschlossen.

Anlass für die Neuregelung waren Proteste der Tierschutzorganisation Peta, dass bei dem neu gestalteten Pfalzfest vor der Eberthalle ein Ponykarussell zum Einsatz kam. Die einseitige Bewegung in einer kreisförmigen Manege sei nicht artgerecht und führe zu Schäden am Skelett der Tiere, lauteten die Vorwürfe. Hinzu komme der Lärm durch den Rummel eines Volksfestes.

Der Veranstalter des Pfalzfestes hatte die Kritik der Tierschützer zurückgewiesen. Die Ponys würden artgerecht behandelt, versorgt und gepflegt. Überdies würden sie nicht stundenlang durch die Manege getrieben, sondern würden in regelmäßigen Abständen ausgewechselt. Das Veterinäramt habe den Pony-Zirkus erlaubt. Die zwölf eingesetzten Tiere seien medizinisch in bestem Zustand. Die Stadtmarketinggesellschaft Lukom als Pfalzfest-Organisator nahm deren Besitzer in Schutz, der während der Pandemie viele Pferde, die ihr Zuhause verloren hatten, aufgenommen habe.

OB und Dezernent vor Ort

Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck und Ordnungsdezernent Andreas Schwarz (beide SPD) haben sich auf dem Volksfest selbst einen Eindruck verschafft. Das Fazit der Stadtspitze im Hauptausschuss am Montag: „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir als Stadt aktiv werden sollten. Diese Form der Kinderbelustigung ist nicht mehr zeitgemäß.“ Auch die Grünen und die FWG forderten, gegen Ponykarussells einzuschreiten.

Mehrheitsfähig war ein FWG-Vorschlag, der vorsieht, dass der Veranstalter ein Ponyreiten durch einen anderen Teil des Ebertparks – beispielsweise hinter der Eberthalle – in einiger Entfernung vom Lärm und Rummel des Volksfestes anbietet und nicht mehr in einer kreisförmigen Manege. „Das Ponykarussell in der bisherigen Art und Weise ist aus Tierschutzgründen nicht mehr zu vertreten“, bekräftigte FWG-Fraktionschef Rainer Metz, der Tierarzt ist.

FDP verweist auf Gewerbefreiheit

Hans-Uwe Daumann (Grüne) meinte: „Grundsätzlich ist Ponyreiten erlaubt, da hängen ja auch Existenzen dran, wir wollen daher dieses Gewerbe nicht verbieten.“ Er schlug vor, Ponyreiten in der natürlichen Umgebung des Wildparks Rheingönheim anzubieten. Mit großer Mehrheit beschloss der Hauptausschuss, das Ponyreiten in veränderter Form im Ebertpark und dem Wildpark zu erlauben. Nur die FDP war dagegen, die auf die Gewerbefreiheit hinwies. Zudem sei es nicht Sache der Stadt zu bestimmen, was zeitgemäß sei oder nicht, meinte Thomas Schell.

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