Frankenthal
Frankenthal plant neues Gewerbegebiet an der A6
Die Hoffnungen sind groß: mehr Jobs für die Frankenthaler, mehr Geld für die Stadt und mehr Profil als Industrie- und Gewerbestandort. Die Stadt möchte gemeinsam mit der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim und der Ortsgemeinde Beindersheim ein neues Gewerbegebiet entwickeln. Vorgesehen ist eine Fläche von rund 35 Hektar an der A6 im Frankenthaler Nordwesten.
Den entsprechenden Grundsatzbeschluss fasste jetzt der Ausschuss für Stadtentwicklung, Klima und Mobilität (ASKM). Der Stadtrat soll in seiner nächsten Sitzung am 11. Februar nachziehen, ebenso die jeweiligen Gremien der Verbands- und der Ortsgemeinde in den nächsten Tagen. Wenn alle den Plänen zugestimmt haben, will die Stadt gemeinsam mit ihren Partnern beim Land einen Förderantrag stellen.
Geld für interkommunale Zusammenarbeit
Dabei geht es um die Pilotförderung „Interkommunale Zusammenarbeit“. Das Land zahlt Planung und Anschub mit, wenn Kommunen gemeinsame Projekte starten, und unterstützt den Ausbau der Kooperation. Weil Frankenthal dabei mit Lambsheim-Heßheim und Beindersheim zusammenarbeitet, entsteht ein interkommunales Gewerbegebiet – und damit die Chance auf Geld aus Mainz. Nach der Förderzusage soll ein Planungsbüro ein Konzept für das Gebiet erarbeiten. Ziel ist es, Planungsrecht zu schaffen.
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Klar ist: Die Entwicklung des neuen Gewerbegebiets steht noch am Anfang. Wer damit rechnet, dass sich schon in einigen Wochen dort Unternehmen ansiedeln, hegt falsche Erwartungen. Oder wie es Frankenthals Oberbürgermeister Nicolas Meyer (FWG) in der Ausschusssitzung formuliert hat: Bis das symbolische Bändchen zur Eröffnung durchschnitten werde, „kommen bei mir noch weitere graue Haare hinzu“.
OB Meyer: „Erster wichtiger Schritt gemacht“
Laut Meyer ist nun aber ein erster wichtiger Schritt gemacht. „Ein interkommunales Gewerbegebiet ermöglicht es uns, über Gemeindegrenzen hinweg Kräfte zu bündeln, nachhaltiges Wachstum zu fördern und neue Perspektiven für Unternehmen zu schaffen, um so auch als attraktiver Wirtschaftsstandort in der Metropolregion Rhein-Neckar positioniert zu sein“, betont der Oberbürgermeister.
Die Entwicklung von Gewerbeflächen ist für Meyer und die Verwaltung ein zentraler Schwerpunkt der Stadtentwicklung und der Wirtschaftsförderung. Hintergrund ist der wachsende Bedarf an Gewerbeflächen in der Region.
Ziel: Mehr Gewerbesteuer
Zugleich geht es für die Stadt darum, ihre Einnahmeseite zu verbessern. Sie steht finanziell unter Druck. Der Doppelhaushalt für die Jahre 2026 und 2027, den der Stadtrat im Dezember verabschiedet hat , sagt ein Defizit von mehr als 60 Millionen Euro voraus. Aktuell liegt der Plan der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) zur Genehmigung vor. Parallel zum Etatentwurf reichte die Stadt ein Haushaltskonsolidierungskonzept ein. Ein Baustein davon: mehr Wachstum, mehr Gewerbesteuer, mehr Einnahmen.
Wie es aus dem Rathaus heißt, wurde bereits im Gewerbeflächenentwicklungskonzept von 2019 eine nördliche Erweiterung des Unternehmensparks Nord als Option genannt. Schon damals schielte man auf eine interkommunale Zusammenarbeit.
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Meilenstein im Jahr 2025 erreicht
Entsprechende Gespräche mit dem Land, der ADD sowie den beteiligten Kommunen habe die Stadt in den vergangenen Monaten initiiert und geführt. Ein entscheidender planerischer Meilenstein wurde im August 2025 erreicht: Mit der ersten Änderung des Einheitlichen Regionalplans (ERP) Rhein-Neckar gibt es keine Restriktionen mehr für die Fläche, sie kann jetzt grundsätzlich als Gewerbegebiet entwickelt werden.
Zunächst musste sich Frankenthal mit geringeren Flächenreserven für Gewerbe zufriedengeben als erhofft. Der Regionalplan hatte die Wünsche der Verwaltung nur zum Teil berücksichtigt. Der damalige Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) kritisierte vor rund drei Jahren die Planer: „Es läuft in die falsche Richtung, wir können es vor Ort besser beurteilen.“
Gegen Einschränkungen gewehrt
Die Stadt wehrte sich gegen die Einschränkungen des Regionalplans – mit Erfolg. Sie spricht von einem eng abgestimmten Plan mit dem Innenministerium sowie der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd, um die nötigen Schritte für das neue Gewerbegebiet vorzubereiten. Oberbürgermeister Meyer dankte in diesem Zusammenhang besonders Hannes Kopf, Präsident der SGD Süd, für seine Unterstützung.
