Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Regionalplan: Verband geht auf Wünsche der Stadt nicht ein

Frankenthal hat aus Sicht des Regionalverbands ausreichende Reserven für Wohnungsbau.
Frankenthal hat aus Sicht des Regionalverbands ausreichende Reserven für Wohnungsbau.

Frankenthal muss sich möglicherweise mit geringeren Flächenreserven für Gewerbe und Wohnungsbau bescheiden als erhofft. Der Entwurf des Einheitlichen Regionalplans, über den am Freitag, 9. Dezember, die Versammlung des Verbands Region Rhein-Neckar (VRRN) diskutiert, berücksichtigt Wünsche der hiesigen Verwaltung bislang nur zum Teil.

Beispiel Nummer eins: das als „FT-01“ südlich des Donnersbergviertels ausgewiesene Areal, das die Planer des Verbands von 20 auf rund zehn Hektar beschneiden möchten. Die Stadt sähe das Stück Land gerne in voller Größe als mögliche Reserve im Regionalplan aufgenommen und verweist auf die Notwendigkeit, in näherer Zukunft einiges an Wohnraum schaffen zu müssen.

Dem widerspricht die Verbandsverwaltung: Frankenthal braucht nach ihren Berechnungen 51 Hektar für Wohnungsbau, hat davon 30 Hektar in laufenden Verfahren baurechtlich gesichert, bekäme nochmals knapp 15 Hektar im Regionalplan zugestanden. Das Fazit der Planer: Die fehlenden etwa sechs Hektar müsse die Stadt mit Projekten der Innenentwicklung hinbekommen.

Stadt bangt um Wettbewerbsfähigkeit

Beispiel Nummer zwei: das Gelände mit dem Namen „FT/RP-01“, das von 53 auf etwa 33 Hektar schrumpfen soll, wenn es nach dem VRRN geht. Die dort gemeinsam mit Beindersheim geplante Erweiterung des Industriegebiets Nord Richtung Westen sei in der vorgeschlagenen Größenordnung im Falle Frankentals ausreichend „für eine ihrer Funktion als Gewerbeschwerpunkt zukunftsorientierte Gewerbeentwicklung“. Die Stadt hatte an der vorgesehenen Reduzierung kritisiert, dass sie die Berechnung, mit der beim VRRN der Bedarf an Gewerbeflächen ermittelt wird, „wenig transparent“ und das Ergebnis „zu niedrig“ finde. Außerdem sieht sie die „Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Frankenthal“ gefährdet.

SGD befürchtet Zersiedelung

In beiden Fällen argumentieren die Planer des Verbands mit dem drohenden Verlust wertvoller landwirtschaftlicher Flächen und negativen Folgen für den Beregnungsverband. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd als weiterer Akteur stört sich wiederum an der ihrer Ansicht nach verstärkten Zersiedelung der Landschaft. Die mit politischen Vertretern aus der gesamten Metropolregion Rhein-Neckar besetzte Versammlung entscheidet am Freitag über die Version des Regionalplans, die noch einmal die Offenlage durchläuft, also keinen endgültigen Charakter hat.

Termin

Sitzung der Verbandsversammlung des Verbandes Region Rhein-Neckar am Freitag, 9. Dezember, 14 Uhr, im Pfalzbau Ludwigshafen (Kammersaal).

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