Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Jubiläum: After-Work-Partys als Publikumsmagnet

600 Besucher zählten die Veranstalter bei der zweiten After-Work-Party Anfang September in der Erkenbert-Ruine.
600 Besucher zählten die Veranstalter bei der zweiten After-Work-Party Anfang September in der Erkenbert-Ruine.

Kurz hintereinander hat die Stadt sich zweimal selbst gefeiert: 2019 waren 900 Jahre Augustiner Chorherrenstift der Anlass, 2022 ist es die erstmalige Erwähnung Frankenthals im Lorscher Codex vor 1250 Jahren gewesen. Beides wichtige Meilensteine der Stadtgeschichte – keine Frage. Aber wie fällt die Jubiläumsbilanz der Organisatoren aus?

Mit Mittelaltermarkt und Musical hätten die Verantwortlichen der Stadt vor drei Jahren mehr fürs große Publikum geplant, dieses Mal habe es ein vielfältiges Programm mit einer jeweils etwas kleineren Zielgruppe gegeben, beschreibt Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) aus seiner Sicht den Unterschied zwischen beiden Jubiläen. Insofern seien jetzt auch die Besucherzahlen niedriger: Rund 3000 Menschen seien zu den Veranstaltungen gekommen, 1700 davon während der Festwoche im Juni.

Tanzen in der Ruine

Besonders beliebt beim Publikum, aber bis auf den Schauplatz in der Erkenbert-Ruine thematisch ohne erkennbaren Bezug zum historischen Anlass: die beiden After-Work-Partys. „Das kann man natürlich auch ohne Jubiläum machen. Es war aber eine gute Ergänzung. Deshalb überlegen wir, ob es in den nächsten Jahren eine Fortsetzung gibt“, sagt der OB. Das Ambiente sei einzigartig und die Örtlichkeit auch unter Sicherheitsaspekten günstig.

Als Magnet hat sich, wie Hebich und Kultur-Abteilungsleiterin Anita Karolus berichten, die im September eröffnete Jubiläumsausstellung im Kunsthaus erwiesen. Deshalb wird die Schau, für die Maria Lucia Weigel, Chefin des Erkenbert-Museums, Werke der städtischen Sammlung ausgewählt hat, bis 16. Oktober verlängert. Im Mittelpunkt stehen in drei Räumen einerseits Frankenthaler Motive und andererseits Arbeiten von Künstlerpersönlichkeiten aus der Stadt. Am Dienstag, 11. Oktober, 19 Uhr, bietet Kuratorin Weigel eine Führung mit anschließendem Umtrunk an.

Rote Linie durch die Stadt: die AEG-Schüler Lisa, Michael, Patrick, Can und Elenorea bei der Kunstaktion im Juni.
Rote Linie durch die Stadt: die AEG-Schüler Lisa, Michael, Patrick, Can und Elenorea bei der Kunstaktion im Juni.
Maria Lucia Weigel, Leiterin des Erkenbert-Museums, mit dem Selbstbildnis von Karin Bruns in der Jubiläumsausstellung im Kunstha
Maria Lucia Weigel, Leiterin des Erkenbert-Museums, mit dem Selbstbildnis von Karin Bruns in der Jubiläumsausstellung im Kunsthaus.
Die kleinste Shakespear-Bühne der Welt hatte Hans-Otto Häckel in Form eines Bauchladens zum Rummel-Bummel mitgebracht.
Die kleinste Shakespear-Bühne der Welt hatte Hans-Otto Häckel in Form eines Bauchladens zum Rummel-Bummel mitgebracht.

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Eine „schöne Sache“ sei rückblickend der Samstag gewesen, an dem die Musikschule mit Konzerten mehrere Plätze in der Innenstadt bespielt und das Albert-Einstein-Gymnasium mit seiner Kunstaktion „Ariadne und Albert in Kontakt mit Frankenthal“ für Aufsehen gesorgt hatte. Ins Programm gut eingefügt habe sich auch der „Rummel Bummel“ des Theaters Alte Werkstatt, das für diese Aktion in der Willy-Brandt-Anlage neben dem eigenen Geburtstag auch das Stadtjubiläum aufgegriffen hatte.

Budget nicht ausgeschöpft

Hebich zufolge gab es auch kritische Rückmeldungen – insbesondere zu der von einigen als zu spät empfundenen Werbung. Der OB wirbt um Verständnis: Die Unsicherheiten rund um die Corona-Pandemie hätten dazu geführt, dass die Planungen von Veranstaltungen konkret erst Anfang des Jahres starten konnten. Die schwach besuchte Eröffnungsmatinee mit dem Mannheimer Professor Hiram Kümper am 8. Mai beispielsweise hätte ursprünglich früher stattfinden sollen.

Die Bilanz des OB: „Wir haben einiges gemacht – mit vertretbarem Aufwand.“ Das vorgesehene Budget von 100.000 Euro sei nur zur Hälfte ausgeschöpft worden. Sein Dank gelte Anita Karolus und dem Team des Bereichs Kultur und Sport, die unter schwierigen Bedingungen ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt hätten. Und nachhaltig ist das Ganze auch noch: Aus den Bannern, mit denen fürs Jubiläum geworben wurde, sollen schicke Taschen werden, erzählt Karolus. Für Frankenthal ist der nächste historische Anlass zum Feiern übrigens schon wieder in Sichtweite: 2027 jährt sich die Verleihung der Stadtrechte zum 450. Mal.

Noch Fragen?

Jubiläumsausstellung im Kunsthaus Frankenthal, Mina-Karcher-Platz 42, bis Sonntag, 16. Oktober. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag, 14 bis 18 Uhr, sonntags, 11 bis 18 Uhr.

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