Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Zweite After-Work-Party lockt 600 Gäste in Erkenbert-Ruine

Vincent Priebe (links) und Moritz Bart lieferten fünf Stunden Musik für alle Generationen.
Vincent Priebe (links) und Moritz Bart lieferten fünf Stunden Musik für alle Generationen.

Fette Beats und ein volles Haus: Was die Feierlichkeiten zum Jubiläum 1250 Jahre Frankenthal anbelangt, war die After-Work-Party in der Erkenbert-Ruine schon mal ein Höhepunkt. Mehr als 600 Gäste haben am Donnerstagabend mitgefeiert und das Gelände in eine große Open-Air-Disko verwandelt.

Die ersten Besucher, darunter viele ältere Semester, kommen schon um 18 Uhr. Wo sonst beim Open-Air-Kino die Leinwand steht, bilden sich auf den Sitzplätzen schnell Gesprächsrunden. Auch an den Stehtischen und Fässern, die überall auf dem Gelände stehen, finden Grüppchen zusammen. Erst einmal abschalten vom Arbeitstag, Freunde treffen, miteinander reden und gemeinsam etwas trinken. Sanfte Beats beschallen dezent die altehrwürdige Ruine. Partystimmung? Mal abwarten ...

Richtig ab geht es im Schatten des Rathauses in der Gastrozone. Christian Steinmüller vom Café Mirou und sein Team haben alle Hände voll zu tun. An der Getränkeausgabe bilden sich lange Schlangen. Sektkorken ploppen, Schorle wird in Dubbegläser gefüllt, Cocktails in Bernstein-Gold und Signal-Orange funkeln in Stielgläsern im Sonnenlicht. Für den kleinen Hunger gibt es Brezeln sowie Fingerfood, feine Antipastiteller mit Salami, Schinken, Käse und Caprese.

Blick aufs Ganze

Die Bühne steht vor dem Chor der ehemaligen Basilika. Oben thronen Vincent Priebe und Moritz Bart lässig in weißen Shirts hinter ihren Decks, drehen an Reglern, fixieren Monitore und haben den Blick aufs Ganze. Die beiden DJs, bekannt als Die Stereotypen, mixen sonst bei den Partys im Gleis4. Heute sollen sie den Sound für die Jubiläumssause liefern. Fünf Stunden Musik für alle Generationen und Geschmäcker – ob das funktioniert?

Noch herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Um 19 Uhr tränkt die Abendsonne den Turm der Zwölf-Apostel-Kirche in Champagner-Gelb. Aus launigen Saxofonphrasen erwachsen Titel wie „Let The Sunshine In“. Vor der Bühne fangen die ersten Leute an, mit dem Körper zu wippen. Dann fließen Salsa- und Latinklänge ineinander. Die DJs ziehen die Lautstärke langsam höher, es folgen Beats im Herzschlagrhythmus.

Die 90er lassen grüßen

Zum Sonnenuntergang wechseln die Besucher. Die Musik wird härter, geht immer mehr in die House-Richtung. Jetzt kommen vor allem jüngere Gäste, die tanzen und Party machen wollen. Die Fläche vor der Bühne füllt sich, gerät in ständige Bewegung. „I Like To Move It“ gibt dazu den passenden Soundtrack. Mit Titeln von Scooter und Britney Spears lassen auch die 90er-Jahre grüßen. Hinten drehen sich die Paare beim Disco-Fox.

Nach Sonnenuntergang kamen vor allem jüngere Gäste, die tanzen und Party machen wollten.
Nach Sonnenuntergang kamen vor allem jüngere Gäste, die tanzen und Party machen wollten.

Um 22 Uhr verwandelt sich die Klosterruine in einen Hexenkessel. Das Herz der Stadt pumpt volle Kraft voraus. Die Beats sind weithin zu hören, Erkenbert-Ruine und Fußgängerzone liegen unter einer Soundglocke. „Cotton Eye Joe“ von Rednex lässt die tanzende Meute ausrasten. Und Abba geht immer. Bei „Gimme! Gimme! Gimme! (A Man After Midnight)“ erstrahlt die Bühne in Blau-Gelb, mittendrin glitzert die Diskokugel. Unten wogt die Masse zu „YMCA“. Nahezu alle singen mit, kollektive Eskalation.

„Alles richtig gemacht“

Mittendrin behält Bürgermeister Bernd Knöppel (CDU) die Ruhe. Der Termin, die Verlängerung der After-Work-Party um eine Stunde auf 23 Uhr – bei der ersten Auflage im Juni war schon um 22 Uhr Schluss –, der Musikmix, das Wetter – „alles passt, alles richtig gemacht“, lautet sein Fazit. Nächstes Jahr könne es das gerne wieder geben. Auch Miss Strohhut Sonja Erbach strahlt zufrieden unter ihrer Hutkrempe. Beim Cateringteam kehrt langsam Entspannung ein. Leere Getränkekisten türmen sich hinter der Theke. Christian Steinmüller kann aufatmen, mit nur fünf Mitarbeitern hat er den Ausschank gerockt – Personalmangel, sagt er.

Um 22.45 Uhr biegt die Party auf die Zielgerade ein: Aus den Lautsprechern grölen Die Atzen „Das geht ab (Wir feiern die ganze Nacht)“. Und dann lassen gut 500 Kehlen das „Palzlied“ der Anonyme Giddarischde erklingen. Mit Robbie Williams’ „Angels“ kühlen die DJs die feierwütige Gemeinde langsam ab. Das letzte Wort haben Oasis mit „Wonderwall“, danach klingen die Beats aus. Angenehm erschöpft geht es nach Hause. Am Wochenende warten schon die nächsten Jubiläums-Veranstaltungen in der Innenstadt.

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