Neustadt
2032 im Blick: Wie sich das Hambacher Schloss aufs Jubiläumsjahr vorbereitet
Neue Formate und Aktionen, um auch junge Menschen für das Thema Demokratiegeschichte zu begeistern, sowie mehr überregionale Präsenz, um deutschlandweit auf die Bedeutung des Hambacher Schlosses hinzuweisen. Das sind zwei Kernbestandteile im Aufgabenkatalog der Stiftung Hambacher Schloss mit Blick auf das Jubiläum 200 Jahre Hambacher Fest. Dieses soll 2032 mit großem Programm gefeiert werden.
Wie die Stiftung das alles angehen möchte, skizzierte ihr Wissenschaftlicher Geschäftsführer Kristian Buchna in der jüngsten Sitzung des Stadtrats. Dieser tagt traditionell Ende Mai im Festsaal des Hambacher Schlosses, um an die Ereignisse von 1832 zu erinnern, als sich Tausende in Hambach für Mitbestimmung und Freiheit stark machten, weshalb das Hambacher Schloss seither als Wiege der deutschen Demokratie gilt. Ebenso traditionell berichtet Buchna bei diesen Sitzungen über neue Entwicklungen auf dem Schlossberg.
Studenten arbeiten am Schloss
Buchna unterstrich, dass bis zum Jubiläumsjahr das Profil des Hambacher Schlosses als überregional bedeutsamer Ort der Demokratiegeschichte geschärft werden soll. Um den europäischen Gedanken zu stärken, soll ein trinationales Jugendprojekt mit Teilnehmern aus Deutschland, Frankreich und Polen etabliert werden. „Wir müssen das Format des Weimarer Dreiecks mit Leben füllen“, so Buchna. Wichtig sei zudem ein Projekt mit Studierenden der Hochschule Kaiserslautern. Es gehe dabei um die Fachbereiche Virtual Design und experimentelle Museologie. Für Buchna ein spannendes und wichtiges Feld, da er im digitalen Bereich für das Hambacher Schloss noch Nachholbedarf sehe. Buchna: „Und es zeigen sich bei einem solchen Projekt auch wunderbare Synergieeffekte, denn die Daten der digitalen Vermessung des Schlosses durch die Studenten können wiederum im Rahmen des Programms Interreg Oberrhein für die Herstellung eines Tastmodells des Schlosses verwendet werden.“
Um das Schloss überregional bekannter zu machen, seien zwei aktuelle Aktionen wichtig: Zum einen habe der Deutschlandfunk zum Tag der Demokratiegeschichte im März einen 90-minütigen Beitrag aus der Ausstellung im Schloss gesendet. Zum anderen sei Mirko Drotschmann (Mr Wissen 2go) mit einem ZDF-Team am Schlossberg gewesen. Voraussichtlich im Herbst soll das Hambacher Schloss dann in einer Reihe über Orte der deutschen Demokratiegeschichte einen Beitrag bekommen.
Outdoor-Escape-Game
Von großer Bedeutung sei die Entscheidung des Bundes, als Stifter mit in die Stiftung Hambacher Schloss einzutreten. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer habe bei seinem Besuch unterstrichen, dass sich der Bund der „Mit-Verantwortung für diesen zentralen Ort der deutschen Demokratiegeschichte sehr bewusst“ sei. Die Beteiligung des Bundes in der Stiftung sei für ihn „ein wichtiger Markstein auf dem Weg zu einer nachhaltigen Stärkung und Weiterentwicklung des Demokratieortes Hambacher Schloss“, sagte Buchna. Bisher sind die Stadt Neustadt, der Landkreis Bad Dürkheim und das Land Rheinland-Pfalz Stifter.
Auch vor Ort wolle die Stiftung neue Wege gehen. Buchna kündigte für Sommer eine Sonderführung zur Rolle der Winzer beim Hambacher Fest an. 2027 soll es ein Outdoor-Escape-Game geben. „Damit wollen wir andere Zielgruppen ansprechen als mit klassischen Führungen.“ Die Teilnehmer sollen dabei in die Zeit rund ums Hambacher Fest eintauchen. Gewissermaßen beiläufig würden Informationen zum Hambacher Fest vermittelt. Buchna sieht darin ein wichtiges Signal, „dass nämlich die Vermittlung von Demokratiegeschichte auch erlebnisorientiert erfolgen kann und am Ende ruhig auch Spaß machen darf“.
Apropos Spaß: Das Hambacher Schloss verstehe sich als zentraler Bestandteil der Stadtgesellschaft Neustadt. Daher soll eine der Außenterrassen von der Landesgartenschau-Gesellschaft mit einem Stauden-Schaubeet neu gestaltet werden. Buchna ist überzeugt, dass Schloss und LGS davon profitieren werden. Das Schloss durch das aufgehübschte Außengelände und die LGS, weil sie sich am Schlossberg auswärtigen Gästen präsentieren könne, „die dann vielleicht wieder gerne nach Neustadt kommen“.