Frankenthal
Frankenthaler Weihnachtsmarkt: Großer Andrang zum Auftakt [mit Bildergalerie]
Der Glühwein? „Schmeckt nach Ozean!“ Die ältere Dame steht an der Theke des „Alm Hüttn Treffs“ auf dem Rathausplatz in Frankenthal. Es ist kurz vor 14 Uhr am Montagmittag. In ein paar Stunden wird der Weihnachtsmarkt offiziell eröffnet. Aber schon jetzt wird hier Glühwein getrunken, Bratwurst gegessen und Weihnachtsdeko bestaunt. Auch der kommunale Vollzugsdienst zeigt Präsenz. Drei Mann laufen gerade über den Platz und schauen nach dem Rechten.
An Tischen stehen kleine Grüppchen, die ihre Mittagspause für einen Abstecher in die Budenstadt genutzt haben oder zufällig zum Stadtbummel in Frankenthal sind – und nun Glühwein trinken, der nach Ozean schmecken soll. Nach was schmeckt er? Die gut gelaunte Frau aus Mannheim, die ihren Namen nicht verraten möchte, merkt, dass der Fragesteller etwas irritiert ist und präzisiert: „Nach Meer!“ Ahh, jetzt. Ozean. Meer.
Und auch wir müssen konkretisieren: Der Glühwein, den die Weihnachtsmarkt-Besucherin gemeinsam mit ihren beiden Mitstreiterinnen trinkt, ist alkoholfrei. Ja, was es hier nicht alles an den Ständen gibt. Alkoholfreien Glühwein. Glühwein mit Schuss. Glühbier. Irgendwo lesen wir auch etwas von der „heißen Oma“ und vom „scharfen Opa“.
Beschicker voller Herzblut und mit Vorfreude
Die Buden wurden um 11 Uhr geöffnet. Seitdem „nehmen wir Anlauf auf die Eröffnung“, wie es Uwe Laux an seinem Crêpes-Stand formuliert. Seit 38 Jahren steht der Frankenthaler auf dem Weihnachtsmarkt. Er ist mit Herzblut dabei und voller Vorfreude auf die nächsten Wochen. Gemeinschaft, Licht und Frohsinn, das verbindet Laux mit der Adventszeit und dem Weihnachtsmarkt.
Mehr zum Frankenthaler Weihnachtsmarkt
Frankenthaler Weihnachtsmarkt: Stadt erstellt erstmals Sicherheitskonzept.
Erkenbert-Ruine: Keine Zukunft für Eisbahn auf Frankenthaler Weihnachtsmarkt?
Anno dazumal: In früher Zeit eher Rummel als Weihnachtsmarkt.
Für Besucher Albin Loos bedeutet der Weihnachtsmarkt: „Durchschnaufen, runterkommen. Die Zeit vor Weihnachten ist so stressig, dass es schön ist, wenn man hier mit Freunden zusammenstehen kann.“ Spricht der 28-Jährige und zieht weiter. Zu den Ständen mit dem Kunsthandwerk und der Weihnachtsdeko. „Vielleicht finde ich dort schon ein Weihnachtsgeschenk.“ Für so manchen, so hören wir dann später noch auf dem Rathausplatz, soll der Weihnachtsmarkt auch das „Strohhutfest des Winters“ sein.
„Strohhutfest des Winters“
Frankenthals Oberbürgermeister Nicolas Meyer (FWG), Miss Strohhut Larissa Kießling und Bürgermeister Bernd Knöppel (CDU) eröffnen am Abend den Weihnachtsmarkt offiziell auf der Bühne vor dem Erkenbert-Museum. Gemeinsam zählen alle den Countdown herunter: Drei, zwei, eins – und dann ist das Licht angeknipst. Der beleuchtete Weihnachtsbaum präsentiert sich in seiner ganzen Pracht.
Der Andrang am Eröffnungsabend ist groß. Freunde treffen, den ersten Glühwein trinken – das scheint das Credo der meisten Besucher zu sein. „Schade, dass es keinen Schnee gibt“, sagt einer lachend mit einer Tasse Glühwein in der Hand. Am Sonntag, da hätte er ja noch leise Hoffnung gehabt. „Aber es kann noch werden.“
Mehr aus Frankenthal
Platz für Neues: Wie es beim Tauschregal am Frankenthaler Wertstoffhof läuft.
Blick auf die Uhr statt Babyglück: Frankenthaler Hebamme muss ihre Praxis aufgeben.
Kindesunterhalt trotz Job: Wann endet die Pflicht der Eltern?
Kinder haben Hauptrolle bei der Eröffnung
Vor der Bühne ist an ein Durchkommen kaum zu denken. Das liegt auch an den Kindern und Jugendlichen, die bei der Eröffnung eine Hauptrolle innehaben. Die Gesangsgruppe der Pestalozzi-Grundschule und der Schülerchor „Weihnachtswichtel“ des Albert-Einstein-Gymnasiums (AEG) stimmen das Publikum auf die Weihnachtszeit ein, unter anderem mit „Feliz Navidad“ und „Last Christmas“. Stolze Eltern halten jede Bewegung in Bild und Video fest. Möglicherweise gibt es in der Erkenbert-Ruine bald auch ein Blitzlichtgewitter. Dort bietet die Stadt in diesem Jahr den Kinder-Winterzauber an. Der Eintritt ist frei. Los geht es am 6. Dezember.
Und das Sicherheitsthema? „Wir haben keine Angst“, sagt ein Grüppchen Frauen. Die Stadt Frankenthal hat nach dem Anschlag von Magdeburg erstmals ein Sicherheitskonzept für den Weihnachtsmarkt erarbeitet. An den Zufahrten zum Rathausplatz stehen mobile Sperren. Pünktlich zur Eröffnung haben die mit schwarzem Stoff umhüllten Blöcke ein rotes Schleifchen bekommen.
Info
Der Weihnachtsmarkt ist bis zum 29. Dezember täglich von 11 bis 21 Uhr geöffnet, vom 24. bis 26. Dezember ist Weihnachtspause.