Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Frankenthaler Weihnachtsmarkt: Stadt erstellt erstmals Sicherheitskonzept

Frankenthaler Weihnachtsmarkt: mobile Zufahrtssperren am Zugang Wormser Straße.
Frankenthaler Weihnachtsmarkt: mobile Zufahrtssperren am Zugang Wormser Straße.

Weihnachtsmärkte gelten als potenzielle Anschlagsziele. Nach der Todesfahrt von Magdeburg werden auch in Frankenthal die Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

Die Bilder des Anschlags auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt haben sich bei vielen ins Gedächtnis eingebrannt: Sechs Menschen starben, mehr als 300 wurden verletzt, als der Attentäter mit seinem Auto in die Menschenmenge raste. Wenn am Montag, 24. November, in Frankenthal auf dem Rathausplatz der Weihnachtsmarkt eröffnet wird, ist Magdeburg auch in der Vorderpfalz präsent.

Die Stadt hat unter dem Eindruck der Ereignisse vor rund einem Jahr die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Besonders auffällig ist das am Zugang des Markts in der Bahnhofstraße: Hier in der Fußgängerzone wurden zum ersten Mal vier mobile Zufahrtssperren positioniert. Sie sollen ein ähnliches Szenario wie in Magdeburg verhindern – jemand, der in voller Absicht mit einem Fahrzeug auf den Rathausplatz fährt, um Menschen zu töten, die ihren Glühwein trinken und die Vorweihnachtsstimmung genießen wollen.

Absicherungen in Wormser und in Speyerer Straße

Hinzu kommen vier Absicherungen am Eingang Wormser Straße und vier in der Speyerer Straße. „Grundsätzlich wäre für einen Weihnachtsmarkt unserer Größe kein formelles Sicherheitskonzept vorgeschrieben, dennoch haben wir uns entschlossen, erstmals freiwillig eines zu erstellen“, informiert eine Sprecherin der Stadt auf Anfrage der RHEINPFALZ. Teil des Sicherheitskonzepts ist, dass alle Zufahrten abgesichert werden.

Die Sperren sollen verhindern, dass Attentäter mit einem Fahrzeug auf den Frankenthaler Weihnachtsmarkt rasen.
Die Sperren sollen verhindern, dass Attentäter mit einem Fahrzeug auf den Frankenthaler Weihnachtsmarkt rasen.
Die Zufahrtssperren in der Bahnhofstraße in Frankenthal.
Die Zufahrtssperren in der Bahnhofstraße in Frankenthal.
Noch ohne schwarzes Kleid: die Sperren in der Wormser Straße ohne ihre Verhüllung.
Noch ohne schwarzes Kleid: die Sperren in der Wormser Straße ohne ihre Verhüllung.
Auch auf diesem Bild aus der Bahnhofstraße fehlt noch der schwarze Stoff.
Auch auf diesem Bild aus der Bahnhofstraße fehlt noch der schwarze Stoff.

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Auch in den vergangenen Jahren gab es bereits Sperren, aber nicht in dieser Geballtheit an allen Zugängen – aufgestellt waren sie in der Wormser Straße, und zwar vor allem, um erkennbar den verkehrsberuhigten Bereich abzugrenzen. Mit den zusätzlichen Absicherungen in diesem Jahr soll das Sicherheitsgefühl der Besucher gestärkt werden. Bei den mobilen Sperren, die rund um den Rathausplatz aufgebaut wurden, handelt es sich aber nicht um das System, das die Stadt gemeinsam mit anderen Kommunen – der Stadt Neustadt, der Verbandsgemeinde Deidesheim und der Gemeinde Haßloch – anschaffen möchte.

Lösung für die Übergangszeit

„Solche Beschaffungen benötigen eine verbindliche Regelung zwischen allen Beteiligten sowie ein formales Vergabeverfahren“, erklärt die Sprecherin der Verwaltung. Mit einem Einsatz dieser Sperren sei deshalb frühestens im kommenden Jahr zu rechnen. In der Übergangszeit setzt die Stadt auf sogenannte Containerabsicherungen an den Hauptzufahrtswegen, die sie kurzfristig auf eigene Kosten angeschafft hat.

„Die Materialkosten lagen unter 5000 Euro, die genauen Aufstell- und Abbaukosten werden derzeit noch ermittelt“, heißt es aus dem Rathaus. Die Zufahrtssperren wurden mittlerweile mit einem schwarzen Stoff überzogen. Bis zum Beginn des Marktes sollen sie noch weihnachtlich dekoriert werden.

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Vollzugsdienst zeigt verstärkt Präsenz

Zusätzlich zur Absicherung der Eingänge umfasst das Sicherheitskonzept weitere Bausteine. Im Wesentlichen geht es dabei um organisatorische Abläufe wie Einsatz- und Streifenpläne, klare Verantwortlichkeiten und Regelungen für den Notfall. Die Stadt kündigt an, dass der kommunale Vollzugsdienst auf dem Weihnachtsmarkt regelmäßig vor Ort und jederzeit ansprechbar sein soll: „Die Aufgabe des KVD ist es, sichtbar präsent zu sein, den geordneten Ablauf der Veranstaltung sicherzustellen und im Bedarfsfall schnell zu reagieren oder weitere Stellen zu alarmieren.“

Im ganzen Land gelten Weihnachtsmärkte als potenzielle Anschlagsziele. Der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling (SPD) geht „von einer abstrakt hohen Sicherheitslage und auch einer abstrakt hohen Gefährdung aus“, wie er zuletzt auf der Landespressekonferenz in Mainz sagte. Es gebe aber keine konkreten Hinweise. Die Polizei werde auf den Weihnachtsmärkten Präsenz zeigen.

Info

Der Frankenthaler Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz ist ab Montag, 24. November, bis Montag, 29. Dezember, täglich von 11 bis 21 Uhr geöffnet. Eröffnet wird der Markt am Montag um 18 Uhr mit Oberbürgermeister Nicolas Meyer (FWG), Miss Strohhut Larissa Kießling, der Gesangsgruppe der Pestalozzi-Grundschule und dem Schülerchor „Weihnachtswichtel“ des Albert-Einstein-Gymnasiums. Vom 24. bis 26. Dezember machen die Beschicker und Schausteller eine Weihnachtspause, der Markt ist dann geschlossen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse www.frankenthal.de/weihnachtsmarkt.

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