Göllheim
Weiter vs. Jetzt: So führen Steffen Antweiler und Simone Rühl-Pfeiffer Wahlkampf
150 Plakate hat Simone Rühl-Pfeiffer in der VG Göllheim aufgehängt. Veranstaltungen und Infostände kommen hinzu, das Herz ihrer Wahlstrategie seien allerdings die Haustürbesuche: „Ich möchte mit den Bürgern im Dialog sein und die Politik näher an die Menschen heranbringen“, sagt Rühl-Pfeiffer. Dazu gehören für sie auch die Sozialen Medien. „Das ist ein großer Faktor, weil man darüber noch andere Zielgruppen abholen kann. Außerdem kann man Politik hier erlebbar und greifbar machen“, sagt die Herausforderin.
Um ihre Internetseite, ihren Facebook-Auftritt und ihren Instagram-Kanal kümmert sich die 44-Jährige selbst. „Ich beantworte jede Mail und jeden Kommentar“, unterstreicht sie. Ihr Wahlkampf habe viele Komponenten, ob die „sehr gut besuchten Infostände“ oder die Posts im Internet, die sich die Wähler dann anschauen können, wenn sie Zeit haben. „Am wichtigsten ist es, die Leute mitzunehmen.“
Auch von Steffen Antweiler hängen 150 Wahlplakate über die VG Göllheim verteilt. Der aktuelle Amtsinhaber musste seine Wahlstrategie zwischenzeitlich ändern. Anfang Januar – als vieles darauf hindeutete, dass er der einzige Bewerber sein würde – ging es ihm noch darum, die Bürger für das Amt des VG-Bürgermeisters zu interessieren und die Wähler zu mobilisieren. Seit dann Simone Rühl-Pfeiffer ihre Kandidatur bekanntgab, will er nun transportieren, warum er für das Amt brennt und weitermachen will. „Ich möchte auch zeigen, was ich mit meinem Netzwerk, das ich in den vergangenen acht Jahren aufgebaut habe, für die Region bewegen kann.“
Dies macht Antweiler vor allem mit Infoständen. Diese seien recht gut besucht. „Kritik habe ich dort keine gehört, von allen Seiten her hieß es: gut gemacht“, sagt Antweiler. Mit Sozialen Medien war der 52-Jährige bisher eher zurückhaltend, weil ihm die persönliche Kommunikation lieber ist. „Mein Umfeld hat mir aber klar gemacht, dass es ohne das mit der Wahl wohl nichts wird.“ Da Beiträge posten auf Facebook und Co. Neuland für ihn ist, hat er seine Kinder als Berater engagiert. Er formuliert die Beiträge vor, seine Kinder passen sie dem Kanal an.
Simone Rühl-Pfeiffer hat ein Facebook-Profil als „Kandidat für ein politisches Amt“ mit 717 Followern (alle Daten Stand Donnerstagmittag, 1. März). Seit 2016 veröffentlicht sie dort Beiträge rund um ihr politisches Engagement – vor allem als Ortsbürgermeisterin in Einselthum – so wie ab und an Privates. Steffen Antweiler hat ein privates Profil, das aber jeder sehen kann, mit 638 Freunden. Wirklich aktiv ist er erst seit September 2022, ab Januar hat er viel zur bevorstehenden Wahl veröffentlicht.
Beide Bewerber haben für die Wahl noch eine zusätzliche Facebook-Seite eingerichtet, die aber in der Öffentlichkeit noch nicht allzu viel Beachtung findet (Rühl-Pfeiffer 160 Gefällt-mir-Angaben, 207 Follower; Steffen Antweiler 42 Gefällt-mir-Angaben, 44 Follower).
Auf Instagram bemühen sich beide Kandidaten erst so wirklich seit Januar dieses Jahres. Rühl-Pfeiffer zeigt sich auf dieser Plattform allerdings deutlich aktiver, postet fast fünfmal so viel wie Antweiler. Das beschert ihr 290 Follower, Antweiler hat 100 Follower weniger. Inhaltlich übernehmen beide hauptsächlich Inhalte von ihren Facebook-Accounts, Rühl-Pfeiffer nutzt auch gerne die Story-Funktion für kleine Videos und hat auch ein paar Reels produziert.
Internetseite
Simone Rühl-Pfeiffer hat sich dazu entschieden, auch eine Website an den Start zu bringen. Es gibt ein Anschreiben, die wichtigsten Punkte, die sie in der VG Göllheim angehen will, einige persönliche Einblicke in ihr Leben sowie die aktuellen Termine. Im Unterpunkt „Simone.unterwegs!“ finden sich dann noch ausgewählte Bilder, zum Beispiel von Fasnachtssitzungen, die sie besucht hat. Steffen Antweiler hat keine eigene Homepage. „Das hat sich nicht ergeben, auch ein bisschen wegen des Aufwands. Wenn ich etwas mache, dann richtig, aber dafür war zu wenig Zeit“ – da lasse das Tagesgeschäft zu wenig zu.