Kirchheimbolanden
Von Feuerwehr bis Wohnungsnot: VG Kibo steht vor grundlegenden Entscheidungen
Was bringt 2023 bei den Planungen für ein neues Feuerwehrgerätehaus in Kibo?
„Wir wollen einen großen Schritt weiterkommen“, sagt Sabine Wienpahl. Bis März, so schätzt die Bürgermeisterin, sollte das wasserschutzrechtliche Gutachten fertig sein für den geplanten neuen Standort beim Grundlosen Brunnen, dem jetzt der Fokus gelte. Mit den dortigen Grundstückseigentümern – die Stadt Kibo sowie Privatleute – stehe man bereits in aussichtsreichen Gesprächen. „Wir hoffen, im Sommer so weit so sein, dass der Verbandsgemeinderat den Kauf beschließen kann“, sagt Wienpahl, wohlwissend, dass dies ein recht ambitionierter Zeitplan ist.
Sobald der Plan für die neue Heimat der Feuerwehr steht, soll auch darüber entschieden werden, was mit dem alten Standort an der Edenborner Straße langfristig passieren wird. Die VG-Werke hätten bereits Interesse angemeldet, um dort alles unter einem Dach unterbringen zu können, berichtet Wienpahl. Eine Alternative sei es, „den städtebaulichen Aspekt in den Mittelpunkt zu stellen“ – sprich Wohnraum zu schaffen.
Was bringt 2023 für das Kibobad?
Nach all den notwendigen Debatten um Einsparpotenziale soll es „wieder mehr in die konzeptionelle Planung“ gehen, sagt Wienpahl. Möglichkeiten zum Geldsparen habe man „sehr drastisch“ genutzt (durch Senken der Luft- und Wassertemperaturen und Teilschließungen der Sauna), jetzt solle auf die Einnahmenseite geschaut werden. Das Kibobad sei in erster Linie Familienbad, nicht Sport- oder Spa-Bad. In diesem Bereich müsse man sich positionieren. Daher sei „der Wunsch nach einer Kinderrutsche absolut nachvollziehbar“.
Was bringt 2023 für den Bürgerbus?
Das Ziel lautete Frühjahr 2023. Tatsächlich sieht es so aus, als könne der geplante Startzeitraum gehalten werden. Etwa 30 ehrenamtliche Helfer haben sich gemeldet, und die beiden Busse stehen bereit – müssen allerdings noch seniorengerecht umgerüstet werden. Dann soll es möglichst schnell losgehen mit dem Projekt, das die Mobilität innerhalb der VG vor allem für ältere Menschen verbessern soll.
Was bringt 2023 für die versprochene Bürgernähe der Verwaltung?
Digitalisierung der Verwaltung und bürgerfreundlichere Prozesse, das hatte Sabine Wienpahl bei ihrem Amtsantritt Ende 2021 versprochen. „Ich bin als Bürgermeisterin auch Behördenleiterin“, betont sie, weshalb sie die Ergebnisse der für 2023 geplanten Organisationsuntersuchung mit Spannung erwartet. „Wir brauchen einfachere, schnellere, klare Abläufe in der Verwaltung“, sagt Wienpahl. Diese seien die Voraussetzung dafür, dass „am Ende die Schritte möglichst einfach sind für den Bürger, der dann an seinem Computer sitzt und beispielsweise den Personalausweis verlängern will“.
Wie wirkt sich die weltpolitische Situation 2023 in der VG Kibo aus?
Die Folgen des Kriegs in der Ukraine spielen weiter eine große Rolle. Für alle Fälle stehen mittlerweile Wärmestuben in Stetten, Ilbesheim, Marnheim, Dannenfels und Kibo bereit. In den ersten Monaten des Jahres soll bei einer großen Übung mit dem Verwaltungsstab und der Feuerwehr der komplette Ablauf bei einem Blackout simuliert werden.
Bereits ganz real ist die Not beim Wohnraum. Nach einem feststehenden Schlüssel wird der VG Kibo „jetzt ein größerer Anteil der Geflüchteten zugeteilt als bisher“, schildert Wienpahl. Die Sorge steht im Raum, dass am Ende Turnhallen oder Containerdörfer die einzig verbleibenden Lösungen sein könnten.
Was bringt 2023 für die Finanzen in der VG?
Keine Frage, die zusätzlichen Verpflichtungen kosten die Verbandsgemeinde Geld. Und das wiederum wird sich auch auf die Gemeinden und die Stadt Kirchheimbolanden auswirken – denn diese tragen durch die Umlage einen großen Teil auf der Einnahmenseite der VG bei. Der Umlagesatz ist im Laufe eines Jahrzehnts von 45 auf 30 Prozent kontinuierlich gefallen – und liegt damit verhältnismäßig niedrig. Es ist absehbar, dass es nun auch mal wieder in die andere Richtung gehen wird. Wienpahl: „Ehrlicherweise muss man sagen, dass wir in den nächsten ein bis zwei Jahren über eine Erhöhung nachdenken müssen.“