Rockenhausen RHEINPFALZ Plus Artikel Schlosshotel: Diese Interessenten sollen sich in der Stadt vorstellen

Die Ordensritter kommen nicht – aber es gibt neue Interessenten fürs Schlosshotel.
Die Ordensritter kommen nicht – aber es gibt neue Interessenten fürs Schlosshotel.

Etliche Episoden hält die Geschichte des Schlosshotels bereit, eines der größten Problemfälle der Stadt. Eine Geschichte, die die Stadt gerne zum guten Ende führen würde. Im Mai wartet das nächste große Kapitel.

Ein halbes Jahr hatten die Unternehmensberater von „Hoga Q“ zuletzt Zeit, um nach potenziellen Pächtern fürs Problemkind Schlosshotel zu suchen. Der Stadtrat hatte die Firma im Herbst damit beauftragt, und man hatte sich auf eben diesen zeitlichen Rahmen festgelegt. „Wobei die Berater eigentlich sagten, dass für das Vorhaben eher neun Monate realistisch wären“, betonte Stadtbürgermeister Michael Vettermann zuletzt. Aufgrund der gebotenen Eile habe man dies aber verkürzt. Das Ergebnis: In der kommenden Stadtratssitzung im Mai wird sich nun wahrscheinlich mindestens eine Interessentin vorstellen – bestenfalls könnten es zwei Interessenten werden.

Wer ist der mysteriöse Grieche?

Es wären ja beileibe nicht die ersten, die sich ein Engagement im Schlosshotel vorstellen könnten. Frühere Interessenten allerdings – wie das Ehepaar Schilling, das in Falkenstein die „Burgstubb“ betreibt, oder die „Ordensritter des salomonischen Tempels zu Jerusalem“ – sind längst abgesprungen. Das Interesse der Kirchheimbolander Kulturveranstalterin Lydia Thorn Wickert, die ein Konzept zur Gründung einer internationalen Musikakademie vorgelegt hatte, scheint ebenfalls erkaltet zu sein. Weiterhin im Rennen ist die aus Katzenbach stammende Anna Schreiber, die eine gemeinnützige GmbH gründen und das Schlosshotel als Gesellschafterin im Rahmen eines Inklusionsbetriebs führen möchte.

Sie soll im Mai im Rat vorstellig werden. Womöglich darf dann auch ein nicht näher benannter „Grieche“ vor dem Gremium sprechen. „Mit ihm gab es bereits telefonischen Kontakt, es fehlen uns da aber noch einige Informationen“, erklärte Vettermann. Allerdings sei das Interesse durchaus ernstzunehmen. Der Kontakt soll nun nochmals intensiviert werden.

Was sagt eigentlich die Kommunalaufsicht?

Auf ein baldiges Ende der Suche nach Lösungen für das historische Schlosshotel deutet also nur wenig hin. Schulden für die Übernahme des Gebäudes durch die Stadt, fehlende Pachteinnahmen und ein auch dann weiterhin zu erwartendes Defizit lasten schwer auf dem Haushalt der Stadt. Ein ohnehin aktuell sehr sensibles Thema, da der Stadtrat weiterhin nicht den Haushalt für das laufende Jahr verabschieden konnte und ohnehin jeden Schritt mit der Kommunalaufsicht abstimmen muss. Eine Entscheidung rund um die Zukunft des Hotels wäre also ein wichtiger Schritt. „Die Berater hatten jetzt ein halbes Jahr Zeit, und jetzt müssen einfach mal Fakten geschaffen werden“, betonte der SPD-Fraktionsvorsitzende Timo Blümmert. „Dieser Leerstand muss dringend weg, und Einnahmen müssen generiert werden.“

Diskutiert wurde allerdings auch die Frage, ob eine Pächterin oder ein Pächter überhaupt durch die Kommunalaufsicht genehmigt werden würde, wenn davon ausgegangen werden muss, dass mit dem neuen Konzept zunächst nur ein Teil der benötigten Einnahmen generiert werden könnten. Kurz gesagt: Müsste die Stadt bei der Pacht Zugeständnisse machen, würden monatlich weiterhin mehrere 1000 Euro fehlen. Ein Schritt, der aber wohl nötig sein wird, um einen der Interessenten tatsächlich unter Vertrag nehmen zu können. Der Erste Beigeordnete Werner Dietz kann sich ein Veto der Kommunalaufsicht aber kaum vorstellen. Immerhin wäre die Alternative, weiterhin überhaupt keine Einnahmen an dieser Stelle zu erzielen.

Stadt würde auf Pacht verzichten

Geduld wird also weiterhin nötig sein. Sollte sich am Ende das Konzept von Anna Schreiber durchsetzen, würde die Stadt zu Beginn komplett auf die Pacht verzichten, um der Betreiberin einen erfolgreichen Start zu ermöglichen. „Wir müssen auch eben damit leben, dass es nicht ohne Zuschüsse aus dem städtischen Haushalt gehen wird“, erklärte Vettermann.

Schließlich gebe es noch ein weiteres Problem: die immer wieder notwendigen Sanierungsarbeiten am und im Gebäude. „Auch das ist Teil der Verhandlungen“, sagt Vettermann. Auch da wird es schwierig, die Kosten auf die Betreiber abzuwälzen. Vor diesem Hintergrund sei man weiterhin grundsätzlich daran interessiert, das Schlosshotel zu verkaufen statt zu verpachten. Allerdings ebenfalls ein Gedanke, der schon öfter heiß diskutiert wurde – und zunächst einmal einen ernsthaften und geeigneten Interessenten voraussetzen würde. Das nächste Kapitel der Geschichte wartet im Mai.

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