Rheinland-Pfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Jetzt drei Pfälzer Kommunen in der Gefahrenstufe

In der Stadt Landau wurden in den vergangenen sieben Tagen 41 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner verzeichnet.
In der Stadt Landau wurden in den vergangenen sieben Tagen 41 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner verzeichnet.

Die Stadt Zweibrücken bleibt in der Alarmstufe „Rot“, Landau und Ludwigshafen erreichen die Gefahrenstufe „Orange“. Dagegen verbessert sich der Kreis Südwestpfalz in die Warnstufe „Gelb“. In der Landeshauptstadt Mainz löst das Ordnungsamt eine Hochzeit mit viel zu vielen Gästen auf.

Mit 41 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen hat die Stadt Landau am Montag die Gefahrenstufe „Orange“ erreicht. Nach dem Warn- und Aktionsplan des Landes Rheinland-Pfalz muss eine Corona-Task-Force gebildet werden, wenn der Wochenwert 35 Fälle überschreitet. Am Dienstag will die Stadt über weitere Schritte entscheiden. Während der Kreis Bad Dürkheim weiterhin in der Gefahrenstufe „Orange“ bleibt, wird Ludwigshafen seit Montag ebenfalls in „Orange“ eingestuft: Hier stieg die 7-Tage-Inzidenz auf 38 Neuinfektionen. Weitere Einschränkungen wie Sperrstunden in der Gastronomie und die Begrenzung auf 75 Personen im Innenbereich bei Veranstaltung werden vorbereitet. In Mainz hat das Ordnungsamt am Wochenende eine Hochzeit mit etwa 70 Gästen aufgelöst. Die wegen Corona erlaubte Höchstzahl von 20 Gästen sei deutlich überschritten worden, sagte ein Stadtsprecher am Montag.

Baptisten-Hochzeit wird zum Hotspot

Weitere Einzelheiten sind inzwischen zum Infektionsgeschehen im Kreis Altenkirchen bekannt, der seit Sonntag in der Alarmstufe „Rot“ ist. Am Montag stieg die 7-Tage-Inzidenz auf 83. Die örtliche Task-Force kam in einer ersten Lage-Analyse für den Kreis zum Ergebnis, dass das Infektionsgeschehen im Nachgang zu einer Hochzeit bei den Altenkirchener Baptisten, die als Hotspot ausgemacht wurde, gut eingrenzbar ist: Es handele sich um eine geschlossene Glaubensgemeinschaft, die zwar sehr stark untereinander verbunden sei, aber nur wenige Kontakte darüber hinaus pflege, so die Analyse der Runde. Nach Angaben von Heinz-Uwe Fuchs, Leiter des Altenkirchener Gesundheitsamtes, handelte es sich um eine dreitägige Hochzeitsfeier am zweiten Oktober-Wochenende. Im Nachhinein wurden mit Stand von Sonntagmittag 81 Hochzeitsgäste positiv auf das Corona-Virus getestet.

In Südwestpfalz Lage leicht entspannt

Der Kreis Südwestpfalz wird vom Landesuntersuchungsamt nur noch in die Corona-Warnstufe Gelb eingeordnet. Wie Landrätin Susanne Ganster am Montag informierte, ist der 7-Tage-Inzidenzwert auf 32 gesunken. Am Sonntag lag der Wert noch bei 36. Das Land Rheinland-Pfalz hatte den Kreis daher in der zweithöchsten Gefahrenstufe (orange) geführt.

Da sich die Lage leicht entspannt hat, werden keine schärferen Corona-Schutzmaßnahmen erlassen, erläuterte die Landrätin. Sie appellierte aber erneut an die Bevölkerung, sich an die geltenden Abstands- und Hygieneregeln zu halten und auf private Feiern in größerem Kreis zu verzichten. Eben solche Familienfeiern hatten die Anzahl der Infektionen in den vergangenen Tagen in die Höhe schnellen lassen.

Am Montag bestätigten sich im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamtes Südwestpfalz, zu dem neben dem Kreis auch die Städte Zweibrücken und Pirmasens gehören, sieben weitere Infektionen: drei in Zweibrücken, drei im Landkreis und ein Fall in Pirmasens.

Keine weiteren Infektionen im Frosta-Werk Rheintal

Im Werk Rheintal der Frosta AG in Bobenheim-Roxheim (Rhein-Pfalz-Kreis) sind am Montag die Mitarbeiter im Schnellverfahren auf das Coronavirus getestet worden. Dabei hätten sich keine weiteren Infektionsfälle ergeben, teilte das Unternehmen am Nachmittag auf Anfrage mit.

In der vergangenen Woche hatte es in der Niederlassung des Tiefkühlkost-Herstellers einen Corona-Ausbruch gegeben: 45 Beschäftigte waren positiv getestet worden. Seit Donnerstag sind nach Angaben von Frosta keine weiteren Fälle hinzugekommen. Vom zuständigen Gesundheitsamt war dazu am Montag keine Auskunft zu bekommen. Eine Pressesprecherin des Unternehmens kündigte für Mittwoch zusätzlich zu den Antigen-Schnelltests PCR-Testungen an.

Wie es zu dem Ausbruch kam, ist weiter unklar. Das Gesundheitsamt ist noch dabei, die Infektionsketten nachzuverfolgen. Die infizierten Mitarbeiter wohnen in Bobenheim-Roxheim und in der näheren Umgebung und nicht in Gemeinschaftsunterkünften.

swz_covid_neuinfektionen_1910_ngen
x