Konjunktur
Unternehmer sehen „dramatische Lage der deutschen Wirtschaft“
Ein gutes Drittel der Pfälzer Unternehmen bezeichnet seine Geschäftslage als „schlecht“. Als größtes Problem für die ökonomische Entwicklung werden aktuell die schwierigen wirtschaftspolitischen Rahmen gesehen, gefolgt von nach wie vor hohen Energie- und Rohstoffpreisen sowie vom mauen Inlandsabsatz.
Das ist das Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz. Die Ausblicke der pfälzischen Unternehmen geben ebenfalls Anlass zur Besorgnis: Nur 8 Prozent der rund 1300 zwischen Mitte Dezember und Mitte Januar befragten Entscheidungsträger erwarten eine baldige konjunkturelle Erholung. Der Blick richtet sich auf die Bundestagswahl am 23. Februar. Bis dahin, so stellt auch die IHK fest, ist mit Blick auf Investitionen allseits große Zurückhaltung zu beobachten.
Jürgen Vogel, Hauptgeschäftsführer der IHK Pfalz, sieht die nächste Bundesregierung gefordert, mit dem richtigen Rahmen und gezielten Investitionen wichtige Impulse für die Wirtschaft zu setzen.
Daimler Truck kämpft mit schwächelnden Märkten
Die anhaltende Konjunkturschwäche spüren kleine wie große Unternehmen. So hat der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck, mit seinem Werk im südpfälzischen Wörth nach der BASF zweitgrößter Arbeitgeber in der Pfalz, mit schwächelnden Absatzmärkten und sinkenden Umsätzen zu kämpfen, vor allem in Europa und Asien.
Besonders betroffen: Lkw der Marke Mercedes-Benz, wie sie im Wörther Werk mit seinen rund 10.000 Mitarbeitern produziert werden. Die IG Metall fordert, dass alle industriellen Produkte, die in Europa verkauft werden, einen Mindestanteil von in Europa hergestellten Komponenten enthalten sollten. Der Zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Jürgen Kerner, verwies auf ähnliche industriepolitische Strategien in den USA und China. Für Produkte, die die Vorgaben nicht erfüllten, könnten Zölle eine „Übergangslösung“ sein.
Mehr als eine „konjunkturelle Delle“
Unterdessen bestätigte ein Sprecher der RHEINPFALZ, dass auch die Landesvereinigung Unternehmerverbände (LVU) Rheinland-Pfalz mit Sitz in Mainz den sogenannten Wirtschaftswarntag am Mittwoch unterstützt. Mit Kundgebungen in mehreren Städten soll dabei auf die „dramatische Lage der deutschen Wirtschaft“ aufmerksam gemacht und „Druck auf die nächste Bundesregierung“ ausgeübt werden. Die Wirtschaft befinde sich nicht in einer „konjunkturellen Delle“, sondern leide unter einer „strukturellen Krise“. Zu den Forderungen des Aktionstags gehören unter anderem der Abbau von Bürokratie und Steuersenkungen.
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