Politik NRW-Kabinett: Mit Überraschungen

Mit der Ernennung seines Landeskabinetts sind dem neuen nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) mehrere Überraschungscoups geglückt. Die Berufung des Europapolitikers Herbert Reul zum neuen Innenminister war ebenso wenig erwartet worden wie die Ernennung von Stephan Holthoff-Pförtner zum Medien-, Bundesrats- und Europaminister. Dieser ist Mitgesellschafter der Funke-Mediengruppe, die unter anderem Zeitungstitel wie die „WAZ“ oder die „Berliner Morgenpost“ herausgibt. Einer breiteren Öffentlichkeit ist Holthoff-Pförtner als Vertrauter des verstorbenen Altkanzlers Helmut Kohl bekannt geworden. Er vertrat Kohl anwaltlich auch bei der CDU-Spendenaffäre. Holthoff-Pförtner kümmert sich derzeit zusammen mit Kohls Witwe Maike Kohl-Richter um den Nachlass des gestorbenen Altkanzlers. Der 68-Jährige ist zudem Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger, der nun einen neuen Präsidenten sucht. Im Kabinett der schwarz-gelben Landesregierung besetzen die Christdemokraten neun und die Freidemokraten drei Ministerposten. Den üblichen Regionalproporz hat Laschet ausgesetzt. So sind die Regionen Ostwestfalen und der Mittelrhein nicht vertreten. Dass sein zwölfköpfiges Kabinett nur vier Frauen hat, kommentierte Laschet zögernd mit den Worten: „Das ist ein guter Anteil, aber noch steigerungsfähig.“