Bundestagswahl
Nach der Wahlschlappe: Für die FDP beginnen die „Schattenjahre“
Zusammen mit Übergangs-Generalsekretär Marco Buschmann gab Lindner in Berlin seine vermutlich letzte Pressekonferenz im Amt des Parteichefs. Kommissarisch wird er seine Aufgaben noch bis zum Parteitag am 16. Mai wahrnehmen, politisch will er aber nicht mehr in Erscheinung treten. Er werde mit zeitlicher Distanz zur Stelle sein, „wenn ich um Rat gefragt werde“, ansonsten werde er öffentlich schweigen. Niemand vor Lindner führte die FDP länger, weder Walter Scheel noch Guido Westerwelle.
Er fühle sich als Privatmann, weshalb er auch keine Auskunft über seine persönlichen Pläne geben wolle, erklärte Lindner auf Fragen zu seiner beruflichen Zukunft. „Es gibt keinen ,Plan B’“, sagte Lindner. Öffentlich bekannt ist, dass der Politiker und seine Ehefrau, die Journalistin Franca Lehfeldt, Ende März ihr erstes gemeinsames Kind erwarten. Lindner hatte früher einmal gesagt, beide Elternteile wollten sich „gleichermaßen um die Erziehung kümmern“.
Lindners Tipp: Nie aufgeben!
Zu den Ursachen der folgenschweren Wahlschlappe am Sonntag wollte sich der FDP-Chef nicht äußern und verwies auf eine „gründliche Analyse“, die nun folgen soll. Seinem Nachfolger oder seiner Nachfolgerin übergebe er eine Parteiorganisation, die gesund und finanziell solide aufgestellt sei. Die FDP bleibt nach Lindners Worten auch außerhalb des Bundestages ein politischer Faktor durch ihre Abgeordneten im Europäischen Parlament sowie in den Landes- und Kommunalparlamenten. Als Tipp für das Amt des Parteivorsitzenden formulierte Lindner: „Nie aufgeben!“ Eine Doppelspitze, über die bereits spekuliert wurde, werde es nach seiner Darstellung nicht geben, dazu müsste erst die Parteisatzung geändert werden.
Nach Angaben von Buschmann hat Lindner in den Parteigremien am Vormittag viel Lob für seine Arbeit erhalten. Buschmann sprach von „warmherziger Dankbarkeit“. Der Generalsekretär kündigte an, ebenso wie Lindner sein Amt zur Verfügung zu stellen. „Wenn man Verantwortung trägt, dann muss man auch daraus Konsequenzen ziehen“, sagte der frühere Bundesjustizminister.