Kusel / Neuhofen / Mainz RHEINPFALZ Plus Artikel Mobile Impfteams in der Pfalz haben Arbeit aufgenommen (mit Video)

Ankunft der Impfdosen im Kuseler Alten- und Pflegeheim Zoar.
Ankunft der Impfdosen im Kuseler Alten- und Pflegeheim Zoar.

Bundesweit sind am Sonntag Hunderte Impfteams ausgerückt, um insgesamt mehrere Tausend besonders gefährdete Menschen in Pflege- und Seniorenheimen gegen Corona zu immunisieren. In der Pfalz haben 188 Menschen die erste Impfdosis erhalten – weniger als ursprünglich geplant.

Zum Impfauftakt am Sonntag in Rheinland-Pfalz gab es offenbar zu wenige Alten- und Pflegeheime, die startklar waren. Von den 10.000 im Land zur Verfügung stehenden Impfdosen wurden lediglich 1250 verbraucht, wie Gesundheitsstaatssekretär Alexander Wilhelm sagte. Neun mobile Teams rückten am Sonntag zum Impfen aus.

Den Auftakt der Impfungen in der Pfalz machten das Pro Seniore in Neuhofen (Rhein-Pfalz-Kreis) und das Zoar in Kusel. Punkt 11.51 Uhr bekam Zoar-Mitarbeiter Uwe Bollenbacher die erste Injektion in Kusel. Insgesamt wurden bis gegen 15 Uhr 39 Bewohner und 45 Mitarbeiter geimpft. Am Montag sollen weitere 55 Bewohner folgen. In Neuhofen ließen sich etwa 90 Prozent der 120 Heimbewohner impfen, von den etwa 80 Mitarbeitern waren es am Sonntag 25. Die Bereitschaft unter den Heim-Mitarbeitern war offenbar geringer als bei den Bewohnern. Das sagte die Vorsitzende der Pflegegesellschaft Rheinland-Pfalz, Regine Schuster. Die Institution vertritt rund 500 Heime im Land.

„Wurde wohl von einigen Heimen unterschätzt“

Anders als vom Gesundheitsministerium in Mainz angekündigt, waren Heime in den Pfälzer Städten Frankenthal, Ludwigshafen und Speyer sowie der Landkreis Kusel nicht in der ersten Runde dabei. Laut Ministerium sollten Regionen, in denen die Infektionszahlen am 16. Dezember über dem durchschnittlichen Sieben-Tage-Inzidenz-Wert des Landes lagen, Vorrang haben. Das wären mehr als 200 Heime – weit mehr als die neun vom Sonntag. In Ludwigshafen etwa ist nach Angaben der städtischen Impfkoordinatorin Ramona List erst eines von zwölf Heimen gerüstet für die Impfungen. Das liege an dem enormen Dokumentationsaufwand, bis alle Genehmigungen vorlägen. „Das wurde wohl von einigen Heimen unterschätzt“, so List am Sonntagabend.

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In der Stadt am Rhein geht es demnach erst am Montag los in einem einzigen Heim und mit 135 Impfdosen. Im Kreis Germersheim stand am Sonntagabend noch kein Impfstart fest. Auch in der Stadt Speyer, einem der Corona-Hotspots der Pfalz, verschiebt sich der Start: womöglich auf Dienstag. Dort mangelt es nach Auskunft der Stadt an mobilen Teams. Das Gesundheitsministerium weist den Vorwurf zurück. Im Land hätten sich 40 Heime als impfbereit gemeldet, die alle in der ersten Woche terminiert seien. An Impfteams mangele es nicht.

Etwa zwei Drittel der Deutschen wollen sich laut einer Umfrage gegen das Coronavirus impfen lassen. In der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur gaben 32 Prozent der Befragten an, sich so schnell wie möglich impfen lassen zu wollen. Weitere 33 Prozent sind zwar ebenfalls dazu entschlossen, wollen aber trotzdem erst einmal mögliche Folgen der Impfung bei anderen abwarten. 19 Prozent haben sich gegen eine Impfung entschieden, 16 Prozent sind noch unentschlossen.

Kommentar: Kein Impfzwang durch die Hintertür!

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