Bundeswehr RHEINPFALZ Plus Artikel Elitetruppe KSK soll Chance bekommen

Greifen hart durch: Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Eberhard Zorn, Generalinspekteur der Bundeswehr
Greifen hart durch: Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Eberhard Zorn, Generalinspekteur der Bundeswehr, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz zur Reform des Kommando Spezialkräfte (KSK).

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat die Soldaten der Bundeswehr-Elitetruppe Kommando Spezialkräfte (KSK) aufgefordert, den Umbau der Einheit als Chance zu begreifen. Sollten die Bemühungen scheitern, drohte Kramp-Karrenbauer indirekt an, das KSK aufzulösen.

Wie gestern berichtet, hat Kramp-Karrenbauer weitgehende Umstrukturierungen bei dem Verband angeordnet. Unter anderem soll eine Kompanie vollständig aufgelöst werden.

Kramp-Karrenbauer begründete den Eingriff mit der bekanntgewordenen Serie rechtsextremistischer Vorfälle. Besorgt ist die Ministerin auch, weil Munition beim KSK abhanden gekommen ist. Ungeklärt ist zum Beispiel der Verbleib von 62 Kilogramm Sprengstoff.

„Viele selbstkritische Kräfte beim KSK“

Kramp-Karrenbauer sagte am Mittwoch in einer Pressekonferenz nach ihrem Besuch des Verteidigungsausschusses, der KSK-Umbau sei keine Strafe. Vielmehr handele es sich um eine Bewährungschance. „Ich möchte ein besseres KSK, das nicht nur militärisch auf der Höhe der Zeit ist, sondern in dem Soldaten wirken, die ohne Fehl und Tadel ihre Treue zur Verfassung unter Beweis stellen.“

Nach einem Besuch der Einheit an ihrem Standort Calw (Baden-Württemberg) habe sie den Eindruck gewonnen, die Soldaten wüssten, dass sie manches besser machen müssten, „wenn sie ihr KSK behalten wollen“. Es gebe viele selbstkritische Kräfte beim KSK, die bereit seien, den „Reset-Knopf“ zu drücken.

„Selbstheilung“ der Einheit beginnt

Die Elitetruppe wird nach den Worten der Ministerin bis 31. Oktober weder Übungen noch Einsätze absolvieren. Nötige Aufgaben sollen von anderen Kräften der Bundeswehr übernommen werden. In dieser Zeit soll mithilfe des Generalinspekteurs Eberhard Zorn die „Selbstheilung“ des KSK in Angriff genommen werden. Noch einmal neu aufgerollt werden sollen spektakuläre Fälle in der nun vor der Auflösung stehenden 2. Kompanie. Dort sollen die Soldaten bei einer Party Rechtsrock gehört und den Hitlergruß gezeigt haben. Teilgenommen hatten 70 KSK-Leute. Kramp-Karrenbauer sagte, es sei bislang nicht gelungen, Verantwortliche zu benennen.

Wehrbeauftragte findet Reform gut

Generalinspekteur Zorn sagte, dass es gerade in der Ausbildung der KSK-Soldaten eine engere Bindung an das Ausbildungskommando des Heeres geben soll. Bislang bildet das KSK alleine aus, was allgemein als Grund für einen unguten Korpsgeist gilt.

Die Wehrbeauftragte des Bundestags, Eva Högl (SPD), hat die Pläne des Verteidigungsministeriums für eine Reform der Eliteeinheit KSK begrüßt. Es sei „genau richtig“, das Kommando nicht komplett aufzulösen, sondern unter Bewährung zu stellen.

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