Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel DB-Vorschlag für Tarifrunde: Chance zu deeskalieren

Wie schon vor zwei Jahren besteht auch dieses Mal das Risiko eines Streiks bei der Bahn.
Wie schon vor zwei Jahren besteht auch dieses Mal das Risiko eines Streiks bei der Bahn.

In der Tarifrunde zwischen Deutscher Bahn und Lokführergewerkschaft GDL könnte ein Vermittler eine sinnvolle Rolle spielen.

Rücken Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL näher, schrillen bei vielen Bürgern die Alarmglocken. Denn in den vergangenen Jahren gingen diese Verhandlungen des Öfteren mit teils heftigen Streiks einher, von denen Millionen Reisende betroffen waren. Dieses Mal könnte der Arbeitskampf sogar mitten in den Weihnachtsreiseverkehr platzen – ein Horrorszenario.

Vermittler kann Lösungswege aufzeigen

Deshalb und weil die Positionen unter anderem wegen der auch im Vergleich mit anderen Gewerkschaften enormen Forderungen der GDL weit auseinanderliegen, spricht einiges für den Vorschlag, den DB-Personalvorstand Martin Seiler am Freitag präsentiert hat: von Beginn an einen Vermittler zu den Verhandlungen hinzuzuziehen. Das böte die Chance zu deeskalieren angesichts einer Auseinandersetzung, die fast zwangsläufig auf einen harten Arbeitskampf hinauszulaufen scheint. So brachte GDL-Chef Claus Weselsky die Möglichkeit einer Urabstimmung über einen Streik schon vor Beginn der Verhandlungen ins Gespräch – das wäre ein beispielloses Vorgehen.

Der Einwand, mit Seilers Vorschlag werde die Tarif- und Verhandlungsautonomie eingeschränkt, vermag nicht zu überzeugen. Auch ein Vermittler kann keine der beiden Seiten zu etwas zwingen. Aber er kann, das zeigen Erfahrungen aus der Vergangenheit, Lösungswege aufzeigen, die die Konfliktparteien selbst nicht entdecken.

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