Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Das KSK wird zum Riesenproblem

Beim Kommado Spezialkräfte gab es Unregelmäßigkeiten im Umgang mit Munition.
Beim Kommado Spezialkräfte gab es Unregelmäßigkeiten im Umgang mit Munition.

Im Umgang mit dem Skandal bei den Bundeswehr-Spezialkräften macht die Verteidigungsministerin keine gute Figur.

Das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr entwickelt sich zunehmend zu einem Riesenproblem für Verteidigungsministerin Annegret Kamp-Karrenbauer. Nach der Serie von Skandalen um rechtsextreme Vorfälle und chaotische Zustände beim Umgang mit Munition hatte die Ministerin den Spezialkräften im vergangenen Jahr angekündigt, mit dem eisernen Besen für Ordnung zu sorgen. Umso höher seitdem aber der Teppich bei der abgeschotteten Einheit in Calw gelüftet wird, desto mehr Schmutz kommt über das Eigenleben der Truppe ans Licht.

In vertraulichen Ermittlungsberichten zum Umgang mit Munition beim KSK heißt es, die geltenden Vorschriften und Verfahren seien „grundsätzlich“ nicht eingehalten worden. Die an den Verteidigungsausschuss übermittelten Dokumente zeichnen ein verheerendes Bild von den Zuständen beim KSK hinsichtlich des Umgangs mit Munition.

Nun ist es nicht Kramp-Karrenbauer vorzuwerfen, dass ihre Aufklärer auch fündig werden, wenn sie beim KSK endlich in alle dunklen Ecken schauen. Die Ministerin muss der Öffentlichkeit aber die Frage beantworten, warum sie von der rechtlich höchst fragwürdigen Munitionsamnestie erst nach Monaten aus der Zeitung erfahren haben will. Obwohl die Aktion ihrem Generalinspekteur Eberhard Zorn, dem ranghöchsten Soldaten der Bundeswehr, schon lange bekannt war. Entweder soll hier Verantwortung abgewälzt werden. Oder die Ministerin hat ihr Haus nicht im Griff. So oder so: Der Fall KSK wird damit endgültig zur Bewährungsprobe für Annegret Kramp-Karrenbauer.

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