Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Angsthasen-Politik: Bürgermeister knickt bei Gegenwind zu Schulschließung ein

Die Grundschule in Albersweiler.
Die Grundschule in Albersweiler.

Die Grundschulen rund um Annweiler stehen vor einer ungewissen Zukunft. Es braucht eine Entscheidung. Der Bürgermeister drückt sich davor.

Die Verwirrung ist komplett: Da spricht die Verbandsgemeinde Annweiler über die Schließung des Grundschulstandorts Ramberg-Eußerthal, weil sie dadurch Platz für Kita-Kinder machen möchte. Und weil sie nur eine vergrößerte Grundschule in Albersweiler als zukunftsfähig betrachtet. Die Lokalpolitiker kauen das Thema fast ein Jahr lang durch, lassen die Zusammenlegung prüfen, werben in der Elternschaft dafür, nur um jetzt kurz vor der Zielgeraden, also der angestrebten Entscheidung, den Pausenknopf zu drücken. Mit dem Hinweis, dass man Entwicklungen in den Dörfern und auf Landesebene abwarten möchte. Das ist nicht nur unvernünftig, sondern ein Paradebeispiel für Angsthasen-Politik.

Bürgermeister Christian Burkhart möchte die Entscheidung auf Herbst 2027 vertagen. Ein Argument: In der Landespolitik wehe nach dem Wahlsieg seiner CDU ein anderer Wind. Sie könnte neue Weichen stellen in der Schulpolitik, sodass Entscheidungen von heute überholt sein könnten – eine Schutzbehauptung, um die eigene fehlende Courage für eine harte Entscheidung zu überdecken. Zudem hat Burkhart selbst betont, dass bis Sommer 2029 in der Grundschule Albersweiler etwas geschehen muss. Bis dahin muss dort Platz für mehr Kinder geschaffen werden. Also wieso nicht schon jetzt die Weichen dafür stellen und die Debatten zu den Schulschließungen beenden oder umgekehrt den bereits eingeschlagenen Weg fortführen und eine neue größere, gemeinsame Grundschule planen?

Es wirkt so, als wolle der Bürgermeister aufgrund der Elternproteste dem Konflikt aus dem Weg gehen. Politiker, die aber bei Gegendwind direkt in sich zusammenfallen, schaden der Sache.

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