Meinung CDU-Minister: Die Merz’sche Mischung

CDU-Chef Friedrich Merz balanciert bei seinen Ministern Wert zwischen Kontinuität und Aufbruch.
CDU-Chef Friedrich Merz balanciert bei seinen Ministern Wert zwischen Kontinuität und Aufbruch.

Ein bisschen Kontinuität, ein bisschen Aufbruch: Bei der Ministerriege der CDU überraschen die Quereinsteiger. Das birgt Chancen.

Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz nimmt Gestalt an, wenn auch in Teilen anders als von vielen erwartet. Merz vollführt bei seinen Ministern einen Balanceakt zwischen politischer Erfahrung und externer Expertise. Auf der einen Seite schart der künftige Kanzler loyale Mitstreiter um sich, etwa seinen langjährigen Vertrauen Thorsten Frei, der ihm als Kanzleramtsminister den Rücken frei halten soll. Ebenso ist Johann Wadephul als Außenminister eine solide, wenn auch wenig überraschende Wahl. Der CDU-Mann aus Schleswig-Holstein gilt als verlässlicher Netzwerker.

Minister ohne politische Erfahrung

Spannender wird es bei den externen Zugängen. Katherina Reiche, Energiemanagerin und ehemalige CDU-Abgeordnete, wird als künftige Wirtschaftsministerin ihre Erfahrungen aus der freien Wirtschaft einbringen. Ein unerwarteter Schachzug ist die Berufung des Konzernvorstandschefs Karsten Wildberger. Der promovierter Physiker besitzt keinerlei politische Erfahrung, dafür aber Know-how aus diversen Führungsfunktionen in der Elektronik- und Telekommunikationsbranche. Das könnte die Hoffnung nähren, dass es bei der Digitalisierung merklich vorangeht.

Auf keinem Zettel stand bei politischen Beobachtern der Name Patrick Schnieder. Der Jurist aus der Eifel übernimmt das Verkehrsressort. Sachkunde auf diesem Terrain eignete er sich im entsprechenden Fachausschuss des Bundestages an, als Verkehrsexperte trat er bisher nicht in Erscheinung.

x