Meinung
AfD-Vorfälle in Gauersheim: Schweitzer macht die Vorgänge zur Chefsache
Die Videos, die vom Zwischenfall beim Bürgerdialog im nordpfälzischen Gauersheim kursieren, zeigen eine sehr unübersichtliche Lage kurz vor der Eskalation. Dass die prominenten Protagonisten der AfD mit ihrem „Besuch“ bei der privat organisierten Veranstaltung auf dem Dorfplatz provozieren und Bilder fürs Internet produzieren wollten – daran kann es keine ernsthaften Zweifel geben. Dennoch hat sich die Polizei übers Wochenende sehr viel Zeit gelassen, um dann am Dienstag eine relativ dünne Stellungnahme zu dem Vorfall im Donnersbergkreis abzusetzen.
Dass die Sicherheitsbehörden die Ereignisse vom Tag der Deutschen Einheit nicht als Bagatelle betrachten, das ist klar geworden, als am Dienstagvormittag erste Gerüchte aufkommen: Der Ministerpräsident wirft seinen Terminkalender über den Haufen und kommt in den Donnersbergkreis.
Schweitzer will Menschen die Angst nehmen
Alexander Schweitzer hat dort nicht die harte Auseinandersetzung mit seinem erklärten politischen Hauptgegner, der AfD, gesucht. Ihm ging es bei seinem Gespräch darum, Unterstützung für diejenigen zu signalisieren, die sich in dem 650-Einwohner-Dörfchen dagegen wehren, dass die AfD den Ort zu ihrem Brückenkopf in der Nordpfalz und zu einem Treffpunkt für Protagonisten aus dem rechtsextremen Vorfeld machen. Den Leuten die Angst zu nehmen und sie in ihrem Engagement zu bestärken, das hat Schweitzer nun zur Chefsache gemacht.