Speyer Stoffhaus-Explosion: Das sagt der Gutachter zur Ursache
In der Frage, was im August vergangenen Jahres die folgenschwere Explosion im ehemaligen Stoffhaus in der Wormser Straße ausgelöst hat, verdichten sich die Hinweise, dass Bauarbeiten Ursache des Unglücks gewesen sind. Wie Hubert Ströber, Leitender Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Frankenthal auf Anfrage sagte, liege inzwischen eine Stellungnahme des Gutachters vor, der im Auftrag der Ermittler der Sache auf den Grund gehen sollte.
Demnach sei offenbar ein mit Gas gefülltes Rohr mit einem Winkelschleifer angeschnitten worden, so Ströber. Dabei sei Gas aus der Leitung entwichen und es habe sich ein „zündfähiges Gas-Luft-Gemisch“ gebildet. Hinweise auf einen technischen Defekt hätten sich bislang nicht ergeben. Damit rücken die Arbeiter in den Fokus der Ermittlungen zu den Hintergründen der Explosion, bei der ein 29 und ein 36 Jahre alter Handwerker, die sich im Haus befunden hatten, schwer verletzt worden waren.
Verdacht der Feuerwehr bestätigt
Schwere Verletzungen hatte sich auch eine 21-Jährige zugezogen, die im Augenblick der Explosion an dem früheren Ladenlokal vorbeiradelte. Eine 15-jährige Passantin war leicht verletzt worden. Die Ergebnisse der gutachterlichen Stellungnahme bestätigen die Einschätzung der Feuerwehr, die bereits nach dem Unglück von einer Gasexplosion ausgegangen war.
Das ehemalige Stoffhaus ist im Eigentum der Stadt. In dem zum Zeitpunkt der Explosion unbewohnten Wohn- und Geschäftshaus liefen umfangreiche, knapp zwei Millionen Euro teure Sanierungs- und Umbaumaßnahmen. Geplant war, dass zum Jahresende 2022 dort die Kosmetik-Manufaktur Shaoyun einziehen sollte. Nach dem Unglück hatte der Gutachter mehrere Wochen lang das Gebäude nicht betreten können, da das Innere des Hauses völlig verwüstet und die Kellerdecke eingestürzt war. In der Folge musste das Gebäude zunächst abgestützt werden.