Speyer
Nach Gasexplosion: Bauarbeiten immer noch nicht fertig
Eigentlich hätte das Gebäude schon im März 2023 wieder genutzt werden können, so die erste Planung der Stadt und der Firma Shaoyun. Dann kann es auf städtischer Seite immer wieder zu Verzögerungen, die bei dem Unternehmen für Probleme sorgten. Das Shaoyun-Inhaberpaar Shaoyun Liang und Daniel Laschkari will die bisher in beengten Räumen im Kornmarkt angesiedelte Produktion schon lange deutlich ausweiten, wird daran aber bisher gehindert. Zeitweise hatten sie damit Existenzprobleme für ihre Firma verbunden, sich zuletzt aber entschieden, den Mietvertrag trotz der Verzögerungen aufrecht zu erhalten.
„Es kann durchaus vorkommen, dass anvisierte Termine nicht punktgenau eingehalten werden können“, teilt nun auf Anfrage die städtische Pressestelle mit. Es habe mehrere unvorhersehbare Faktoren gegeben. Zuletzt hat laut Sprecherin Annika Roth „der Lüftungsbauer zwischenzeitlich den Vertrag gekündigt, und es konnte trotz intensiver Bemühungen seitens der Stadt keine Fortführung der Arbeiten mit der Firma beschlossen werden“. Weil gerade in den technischen Gewerken Interessenten nicht Schlange stünden, habe sich erst kurz vor dem Jahreswechsel eine Firma gefunden, die bereit sei, in den begonnenen Auftrag einzusteigen.
Neuer Zeitplan wird erstellt
Einen genauen Zeitplan gab es zuletzt nicht, er solle aber in dieser Woche erstellt werden, sagt Roth. Dann stehe ein Ortstermin mit dem neuen Lüftungsbauer an. Eine Lüftung sei für die Produktion, die Shaoyun in dem Gebäude ansiedeln wolle, zwingend notwendig, weil diese in einem innen liegenden, fensterlosen Teil des Gebäudes stattfinden werde. „Solange keine Lüftungskanäle verlegt wurden, ist es wiederum nicht möglich, flankierende Arbeiten wie den Einbau der Decken fertigzustellen.“ Andere Gewerke seien vorangekommen.
Alle konstruktiven Gebäudeschäden seien nun beseitigt. Dabei sei es um nicht mehr vorhandene Kellerdecken, verschobene Außenwände, zerstörte Flachdächer sowie Fensterelemente und Dachaufbauten gegangen. Bei den Kosten war im Mai ein Nachtrag von 435.000 Euro erforderlich geworden, sodass mit 2,24 Millionen Euro gerechnet wird. Die Stadt geht dabei von einem Versicherungsfall aus, weil Bauarbeiter in dem Gebäude fälschlicherweise ein mit Gas gefülltes Rohr angeschnitten und damit die Explosion ausgelöst hatten.
Erfolgreiche Messeauftritte
Bei der Firma Shaoyun herrscht wegen der Probleme Kopfschütteln vor. Geschäftsführung-Mitglied Laschkari bedauert das neuerliche Vertrösten. Aus seiner Sicht hat die Stadt als Bauherrin einige Themen zu spät angepackt. So wundere er sich, dass erst vor wenigen Wochen neue Forderungen beim Brandschutz aufgekommen seien. Eine Fluchttür-Lösung werde nun wohl doch nicht akzeptiert, sodass wohl 21 Quadratmeter vom künftigen Einkaufsraum abgeknapst werden müssten. Bei der Lüftung habe er seine Hilfe angeboten, um zügiger eine Firma zu finden; darauf sei die Stadt aber nicht eingegangen.
Dem Unternehmen bleibe abermals nur die Hoffnung, dass es nun endlich schnell geht, so Laschkari. Geplant sei, zunächst mit der Produktion einzuziehen, später erst mit den Behandlungsräumen. Der Shaoyun-Laden zwischen Kornmarkt und Maximilianstraße bleibe ohnehin erhalten. Von einer Existenzgefährdung für das Unternehmen spricht Laschkari heute nicht mehr, aber von „enormem Druck“. Das Geschäft mit selbst entwickelten und hergestellten Produkten laufe nach internationalen Messe-Auftritten sehr gut. Es könne zwar nicht so viel produziert werden wie mit den am neuen Standort geplanten größeren Maschinen. „Aber wir sind fleißig und arbeiten mit den kleineren Maschinen mehr, um auf ausreichende Mengen zu kommen.“