Speyer
Nach Explosion: „Shaoyun“ hält an Umzugsplänen fest
Ein großer Schiffscontainer wartet seit Monaten darauf, endlich ausgeladen zu werden, berichtet Daniel Laschkari, Geschäftsführer der Speyerer Manufaktur. Darin seien Maschinen und Material für den neuen Standort der Naturkosmetikpraxis verstaut, an den es eigentlich im November hätte gehen sollen. Doch nach der Explosion vor einer Woche, bei der drei Menschen schwer und eine Person leicht verletzt worden waren, ist für das Speyerer Unternehmen nun völlig unklar, wann es weitergeht. „Wir wissen noch gar nichts“, sagt Laschkari.
Das Geschäftsgebäude in der Wormser Straße 8 (früher „Stoffhaus“) steht seit 2019 leer, nachdem der Stoffladen das Haus verlassen hatte. Die Stadt Speyer ließ sich im März im Stadtrat für ihre Waisenhausstiftung als Eigentümerin Mehrkosten in Höhe von rund 600.000 Euro für den Umbau des Gebäudes genehmigen. Eine erste Kostenschätzung hatte bereits bei 1,2 Millionen Euro gelegen. Durch Preissteigerungen im Baubereich und erhöhte Anforderungen beim Brandschutz sowie den Einbau einer Lüftungsanlage seien die zu erwartenden Kosten laut Stadt jedoch noch mal gestiegen.
Das fünfköpfige „Shaoyun“-Team hat fest mit dem Umzugstermin im November gerechnet, der nun definitiv nicht mehr zu halten ist, sagt Laschkari. Zwei Jahre lang hatte die Naturkosmetik-Manufaktur nach einem neuen, größeren Standort in der Domstadt gesucht. „Hier ist es einfach zu klein“, betont Laschkari mit dem Blick auf die rund 300 Quadratmeter großen Räume in der Korngasse. Mit dem Gebäude in der Wormser Straße, in dem zuletzt bis 2019 das „Stoffhaus“ untergebracht war, habe man eine große und gute Lösung für die Zukunft gefunden.
Eingepackt und abgebaut
Laschkari sorgt sich um die im April gekauften Maschinen, die aktuell im Container eingelagert seien und bald ihre Garantie verlieren würden. Auch in der Korngasse selbst habe sich in den vergangenen Monaten viel getan: „Vieles ist schon eingepackt und für den Umzug abgebaut“, sagt der Geschäftsführer. „Wir haben da viel Herzblut reingesteckt.“ Jetzt gehe es darum, schnell eine gute Lösung für alle zu finden. „Und wir hoffen, dass uns unsere Kunden weiterhin unterstützen.“
Für sie könne er Entwarnung geben: „Wir haben viel vorproduziert, es wird also trotz allem zu keinen Verzögerungen bei den Bestellungen kommen.“ Laut Laschkari kann die Firma bis auf Weiteres am Standort in der Korngasse bleiben. „Der Mietvertrag ist zwar gekündigt, aber es gibt eine Einigung.“ Neben der Herstellung eigener Produkte unter der patentierten Eigenmarke Shaoyun gibt es in der Korngasse auch Behandlungsräume und einen Spa-Bereich, die im chinesischen Stil eingerichtet sind.
In den kommenden zwei Wochen soll entschieden werden, wann es weitergeht und der Umzug stattfinden kann. Dass das Unternehmen in der Domstadt bleiben will, daran lässt Laschkari keinen Zweifel: „Wir sind eine Speyerer Manufaktur und wir wollen es auch bleiben.“