Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Wohnpark: Ärger um Deal mit Gemeinde

Sollen im ersten Quartal 2025 fertiggestellt sein: die vier Mehrfamilienhäuser neben der B39.
Sollen im ersten Quartal 2025 fertiggestellt sein: die vier Mehrfamilienhäuser neben der B39.

Vier Mehrfamilienhäuser sind in den vergangenen Monaten im Herzen Dudenhofens entstanden: 2025 sollen die 28 Wohnungen im „Wohnpark am Hainbach“ bezugsfertig sein. Der Investor wirbt um Käufer für sie. Aber war nicht eigentlich etwas anderes mit der Gemeinde vereinbart?

Das Bauprojekt „Wohnpark am Hainbach“ sorgte bereits vor mehr als drei Jahren für Schlagzeilen: Damals ließ der neue Eigentümer den nördlichen Teil der drei Villen-Grundstücke der früheren Firma Walter & Söhne direkt neben der B39 mit seinem alten Baumbestand roden. Bei etlichen Anwohnern, denen das komplette Bauprojekt ein Dorn im Auge war, aber auch bei Dudenhofens Ortsbürgermeister Jürgen Hook (SPD) sorgte das Vorgehen für Verärgerung. Wenige Monate zuvor hatte der Gemeinderat einem Bebauungsplan für das rund 0,7 Hektar große Gebiet aufgestellt, der sich zum Zeitpunkt der Rodung in der Offenlage befand. Widerstand ließ nicht lange auf sich warten: Eine Interessengemeinschaft sammelte mehr als 60 Unterschriften, weil sie der Meinung war, dass das Projekt nicht zur Struktur des übrigen Wohngebiets mit seinen Einzel- und Reihenhäusern passt.

In den folgenden Monaten beschäftigte das Vorhaben die Politik im Ort noch häufiger. Während der Bauherr darauf Wert legte, dass das Projekt „komplett rechtskonform“ sei, forderten Teile des Gemeinderats eine Neuplanung. Im April 2022 schließlich wurde der Bebauungsplan dann doch vergleichsweise geräuschlos mehrheitlich beschlossen. Ein Grund, der zur Beruhigung der Gemüter beigetragen hatte: Der Investor, die Firma Römerhaus, hatte zugesagt, sechs der 28 Wohnungen „sozialverträglich“ zu vermieten. Eine Bürgerin stellte damals die Frage an die Verwaltung, wie dies geregelt und kontrolliert werde. In einer Antwort des beauftragten Planungsbüros hieß es, dass die „zugesagte Selbstverpflichtung zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum“ des Vorhabenträgers durch eine freiwillige Vereinbarung mit der Ortsgemeinde rechtlich gesichert sei und eine Mischung unterschiedlicher Bevölkerungskreise innerhalb einzelner Wohnbereiche den sozialen Zielsetzungen der Gemeinde entspreche.

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Keine Vermietung vorgesehen

Wer nun allerdings auf die Internetseite des Wohnprojekts geht, der liest Folgendes: „Insgesamt 28 Wohneinheiten können käuflich erworben werden.“ Heißt: Sozialverträglich vermietet wird offenbar keine der Wohnungen. „Die Eigentumswohnungen mit ihren durchdachten Grundrissen variieren in acht unterschiedlichen Größen“, werden die Einheiten beworben. „Von der 72 Quadratmeter-Wohnung bis zur 183 Quadratmeter-Penthouse-Wohnung ist für jeden Bedarf etwas dabei.“ Das günstigste Objekt kostet 437.000 Euro. Eine Penthouse-Wohnung schlägt mit mehr als 1,5 Millionen Euro zu Buche. Mit einer sozialen Mischung der künftigen Bewohner ist also eher nicht zu rechnen.

Während die Projektpartner KKP Grundstücks-Verwaltungs GdbR und Römerhaus Anfragen der RHEINPFALZ unbeantwortet gelassen haben, bestätigt Dudenhofens Ortsbürgermeister Jürgen Hook (SPD) zum Thema sozialverträgliche Vermietung, dass die Gemeinde „mit dem Investor eine Vereinbarung im Rahmen des Bebauungsplan-Verfahrens abgeschlossen“ habe. Diese besage unter anderem, dass sechs der 28 Wohnungen angelehnt an die Kriterien des Landeswohnraumfördergesetzes an einen Personenkreis, dessen Einkommen nicht mehr als 60 Prozent über der Einkommensgrenze der dortigen Statuten liegt, zu vermieten seien. Auf die Frage, ob das jetzige Vorgehen des Investors nicht gegen diese Vereinbarung verstoße, sagt der Bürgermeister: „Ja, das kann man so bewerten und als Verstoß ansehen.“ Bürger hätten ihn auch bereits darauf angesprochen, dass offenbar alle Wohnungen verkauft werden sollen. Über das weitere Vorgehen will Hook nach den Kommunalwahlen beraten – wenn er dann noch in Verantwortung als Bürgermeister ist. Eins ist für ihn klar: „Wir werden einfordern, dass die Vereinbarung eingehalten wird.“ Dass sei er auch der Dudenhofener Bevölkerung schuldig. „Ich stehe im Wort“, sagt er.

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