Otterstadt / Waldsee RHEINPFALZ Plus Artikel Photovoltaikanlage auf Gewässer: Weiterer Schritt getan

Bei der Vertragsunterzeichnung: (von links) Patrick Fassott, Bernd Zimmermann, Axel Rohr und Robert Gard.
Bei der Vertragsunterzeichnung: (von links) Patrick Fassott, Bernd Zimmermann, Axel Rohr und Robert Gard.

Es ist ein ehrgeiziges Projekt, von dem auch die Bevölkerung profitieren soll: Für die angedachte schwimmende Photovoltaik-Anlage auf der Bannweide haben die Ortsgemeinde Otterstadt und die Firma Rohr vertraglich vereinbart, ihre Partnerschaft langfristig fortzuführen.

„Der Ausbau erneuerbarer Energien ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dies trägt in hohem Maße zur Reduzierung von CO 2 -Emissionen bei und unterstützt im Streben nach Unabhängigkeit der nationalen Energieversorgung.“ Mit diesen Worten begründen die Kiesfirma Rohr, die Stadtwerke Speyer und die Ortsgemeinde Otterstadt ihr Vorhaben, auf der Bannweide eine schwimmende PV-Anlage zu errichten. Die Bannweide ist ein Gewässer in den Rheinauen, das in den 1960er-Jahren durch den Abbau von Sand und Kies entstanden ist. Mit der Anlage soll sowohl der Strom für die Kiesgewinnung als auch für die Region und insbesondere für die Bürgerinnen und Bürger von Otterstadt erzeugt werden.

Nachdem die politischen Gremien in Otterstadt in den vergangenen Monaten dem Vorhaben mit einer breiten Mehrheit zugestimmt haben, folgte jüngst der nächste Schritt. Ortsbürgermeister Bernd Zimmermann (CDU) und Firmeninhaber Axel Rohr unterzeichneten im Beisein von Rheinauens Bürgermeister Patrick Fassott (SPD) und dem Rohr-Prokuristen Robert Gard einen Vertrag für die langfristige Zusammenarbeit. Die Bannweide gehört der Ortsgemeinde Otterstadt, sie verpachtet das Gewässer an die Firma Rohr und den Angelsportverein. Der Vertrag mit Rohr hat eine Laufzeit bis 2050. Die Firma hat damit Investitionssicherheit für ihr ehrgeiziges Projekt, dessen Voraussetzung es sei, den Betriebsstandort für die Kiesgewinnung solange aufrecht zu erhalten. Die Bannweide liegt in einem Natur- und Vogelschutzgebiet, weshalb erst geprüft werden muss, ob eine PV-Anlage dort verträglich ist. Die dafür notwendige Abstimmung mit der Genehmigungsbehörde in Neustadt laufe bereits.

Rohstoffabbau braucht viel Energie

Die Firma Rohr verfolgt das Projekt, weil der Abbau von Kies und Sand sehr energieintensiv ist. „Die Rohstoffgewinnung soll mit den Ertragsspitzen aus der Stromgewinnung betrieben werden, der Grundertrag hingegen wird von den Stadtwerken Speyer als Regionalstrom ins Ortsnetz fließen“, erklärt Gard. Ein ähnliches Projekt hat die Firma bereits auf der Schlicht verwirklicht – dem Baggersee zwischen Waldsee und Neuhofen, der im Eigentum der Firma ist. Wenn die PV-Anlage eines Tages auf der Bannweide schwimmt, sei angedacht, den Kies- und Sandabbau im Sommer, wenn mehr Strom produziert werden kann, zu intensivieren. Gard deutet an, dass dies jedoch ein Prozess über Jahre sein werde, weil Arbeitszeiten angepasst und Behörden einbezogen werden müssen.

Ortsbürgermeister Zimmermann und Beigeordneter Jürgen Zimmer (parteilos) dankten Rohr und Gard für die gute Idee und freuten sich über „den ersten großen Schritt, Otterstadt zu einem Energiedorf zu entwickeln“. Zur Leistungsfähigkeit der PV-Anlage informiert die Firma Rohr, dass nach den bisherigen Plänen bei einer Spitzenauslastung der Anlage und einer Pause der Kiesgewinnung theoretisch bis zu 30 Prozent der Otterstadter Haushalte mit Strom versorgt werden könnten.

Die Bannweide: ein Baggersee in den Rheinauen zwischen Otterstadt und dem Rhein.
Die Bannweide: ein Baggersee in den Rheinauen zwischen Otterstadt und dem Rhein.
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