Mutterstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Kita am Sportpark nimmt Form an

Mutterstadt braucht dringend mehr Kita-Plätze.
Mutterstadt braucht dringend mehr Kita-Plätze.

Na endlich mal was Konkretes! Eine neue Kita könnte auf dem Gelände am Sportpark gebaut werden. Einigen Kommunalpolitikern kann es nicht schnell genug gehen.

Die Kita-Platz-Problematik hat in den vergangenen Monaten immer höhere Wellen geschlagen. Es fehlen bis zu 100 Plätze. Wellenbrecher sollte der Vorschlag der CDU-Fraktion sein, eine mobile Kita Wanderzirkus auf einem Teil eines gemeindeeigenen Grundstücks im Mühlweg im Gewerbegebiet zu errichten. Das liegt in Nachbarschaft zu Frigo-Trans und dem RW-Zentrum. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, die Idee in der Ratssitzung im April abzulehnen, denn einiges habe dagegengesprochen. Unter anderem war der Verkaufserlös des etwa 15.000 Quadratmeter großen Areals in den knappen Haushaltsplan für 2025 eingepreist. Und es gibt bereits einen Interessenten.

Nach einer hitzigen Debatte und einem kurzzeitigen Ausschluss der Öffentlichkeit von der Sitzung beauftragte der Rat die Verwaltung, dennoch zu prüfen, ob an besagter Stelle eine Bauwagen-Kita oder eine Kita in anderer Bauweise mit Außenanlage errichtet werden könne. Auch andere gemeindeeigene Flächen sollen dahingehend abgeklopft werden.

Das Ergebnis verkündete Stefan Bummel, Leiter des Fachbereichs Bauen, am Dienstagabend dem Bauausschuss. Grundsätzlich sei es laut Bebauungsplan möglich, im Gewerbegebiet eine Kita zu errichten. Dagegen spreche, dass ein Grundstück für die Kita abgeteilt werden müsse und die Einrichtung mitten in einem Gewerbegebiet liegen würde – mit Lärm und Lieferverkehr. Doch nur ein paar Hundert Meter Luftlinie weiter liegt der Bolz- und Werferplatz des Sportparks. Ein Areal, das ebenfalls der Kommune gehört. Auf diesem trainiert der Verein Phoenix Rasenkraftsport. Beim Vereinsvorstand sei man auf Zustimmung gestoßen, berichtete Bürgermeister Thorsten Leva (SPD). Auch, weil nur ein Teilbereich des Geländes benötigt werden würde und so weiter trainiert werden könne. „Das werden wir auch eng mit dem Sportverein abstimmen“, kündigte der Bürgermeister an. Des Weiteren spreche für den Standort, dass Gespräche mit der Kreisverwaltung, die den Kita-Betrieb genehmigen muss, „positiv waren“, so Leva. Auch soll langfristig auf einem Areal des Sportparks eine Wohnbebauung möglich sein, da passe eine Kita gut.

Erst der Grundsatzbeschluss

CDU-Fraktionsvorsitzende Yvonne Wittmann war begeistert vom Ergebnis. Nach ihrer Recherche müsste aber die Fläche des Bolzplatzes gar nicht verwendet werden. Das Flurstück der Gemeinde habe etwa 2000 Quadratmeter Fläche, die derzeit Feld sei. Zudem habe sie in Erfahrung gebracht, dass ein Anbieter von Bauwagen-Kitas innerhalb von etwa drei Wochen liefern könne.

Dass das Grundstück der Gemeinde über den Bolzplatz hinausgehe, „dem sind wir uns bewusst“, sagte Bürgermeister Leva. Die konkrete Nutzung und Planung werde die Verwaltung angehen, wenn der Bauausschuss und am 24. Juni der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss dafür gefasst habe.

Klaus Lenz (CDU) ging das nicht schnell genug, nachdem Stefan Bummel die Frage nach der benötigten Fläche nicht definitiv beantworten konnte. „Wir wollten aber eine schnelle Lösung, dafür sind solche Fakten und ein Konzept wichtig“, sagte Lenz. Der Auftrag des Rates sei die Prüfung gewesen, ob der Standort grundsätzlich möglich ist, sagte der Bauamtsleiter. Eine konkrete Planung sei auch in der Kürze der Zeit nicht möglich gewesen.

Lenz stellt die Frage in den Raum, den Bau mit Teilgenehmigungen zu beginnen. Er könne sich erinnern, dass vor zwei Jahren seitens der Kreisverwaltung Genehmigungen im Nachhinein erteilt worden seien. Eine Aussage, die bei einigen Ratsmitgliedern Stirnrunzeln verursachte. „Von diesem Vorschlag möchte ich mich distanzieren“, stellte Lenz’ Unionskollegin Yvonne Wittmann klar. „Wir spüren alle den Druck aufgrund der fehlenden Kita-Plätze“, sagte Leva in Richtung Lenz. Dennoch müsse man Schritt für Schritt vorgehen. Bei einer Enthaltung empfahl der Bauausschuss, die Verwaltung soll die Voraussetzungen für eine Kita am Sportpark schaffen. Und es soll weiter nach Flächen für weitere Einrichtungen gesucht werden.

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