Lambsheim RHEINPFALZ Plus Artikel Lokalpolitiker unzufrieden mit Jugendarbeit

In Lambsheim soll es im Sommer wieder eine Zirkusfreizeit für Kinder geben. Dieses Bild entstand 2022 beim Projektabschluss an e
In Lambsheim soll es im Sommer wieder eine Zirkusfreizeit für Kinder geben. Dieses Bild entstand 2022 beim Projektabschluss an einer Grünstadter Schule.

Lambsheim erwägt, aus der offenen Jugendarbeit der Verbandsgemeinde auszusteigen. Es ist kein Geheimnis, dass die Vertreter der Ortsgemeinde andere Vorstellungen haben als die Jugendpfleger.

Zu wenig los im Jugendzentrum, kaum Aktivitäten außerhalb davon, schlechte Öffentlichkeitsarbeit der Jugendpfleger und ein Ferienprogramm, das den Lambsheimer Eltern nicht viel bringt. Das sind in etwa die Kritikpunkte, die Gremienmitglieder seit Jahren immer wieder gegenüber der Verbandsgemeinde (VG) Lambsheim-Heßheim anbringen, zuletzt im Herbst 2021. Jetzt steht zudem fest, dass Lambsheim künftig nicht mehr in die sogenannte Ortsranderholung der VG Maxdorf eingebunden wird. Das wirft die Frage auf: Von wem sollen die vielen Lambsheimer Kinder betreut werden, die bisher für einen Teil der Sommerferien für das Freizeitprogramm angemeldet wurden?

Die beiden Jugendpflegerinnen der VG Lambsheim-Heßheim, Carmen Wendel und Sabine Feickert, werden in diesem Sommer weiterhin nur ihre Erlebniswochen, genannt Ferienabenteuer, in Großniedesheim stemmen, und zwar für 24 statt zuletzt 16 Kinder. Das geht aus einer Sitzungsunterlage für den Lambsheimer Sozialausschuss hervor. Heiko Weitkamp und das Team der Jugendfeuerwehr könnten ein einwöchiges Zeltlager für 13- bis 14-Jährige anbieten, und dann ist da noch die Mennonitische Brüdergemeinde, die vermutlich wieder auf dem ehemaligen Freibadgelände in Lambsheim drei Ferienwochen lang aktiv sein wird. Im vergangenen Jahr waren unter den 500 teilnehmenden Kindern laut Verwaltung 150 aus der VG.

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Kündigung als starkes Signal

Lambsheims Beigeordneter Klaus-Peter Spohn-Logé (Grüne) hält das alles nicht für ausreichend. Er kündigt für 2023 die Wiederholung des Zirkusprojekts auf dem Freibadgelände an: „für zwei Ferienwochen mit zweimal 65 Plätzen unter Einbeziehung unseres Lambsheimer Circus Lamundis“. Der Bedarf an Plätzen sei weit höher, meint Spohn-Logé. Vom 24. Juli bis 4. August soll der Projektzirkus stattfinden und die Eltern 85 Euro pro Kind und Woche kosten. Der Beitrag sei fast kostendeckend.

Für die Zeit ab 2024 muss sich die Ortsgemeinde aber noch etwas einfallen lassen. „Es ist der politische Wille aller Fraktionen, dass die Kinder- und Jugendarbeit keine Spargeschichte wird, sondern weiterentwickelt und gut finanziert wird“, sagt der Beigeordnete und kommt damit auf die Kündigung jener Vereinbarung zu sprechen, die vorsieht, dass die VG die Aufgaben der Kinder- und Jugendarbeit für ihre Ortsgemeinden wahrnimmt, also Jugendräume betreut, Ferienfreizeiten durchführt sowie Kinder und Jugendliche bei Problemen berät.

Lambsheim hat die Kündigung Ende 2022 ausgesprochen, weil eine einjährige Kündigungsfrist gilt. Kleinniedesheim hat das bereits gemacht und ist schon dieses Jahr nicht mehr dabei. Einen Jugendtreff gibt es dort seit einiger Zeit nicht mehr. Ebenso in Heßheim, das zu Zeiten von Bürgermeister Karl Neunreither (SPD) schon keinen Bedarf für Sozialarbeiter sah, die einmal die Woche ins Dorf kommen, um Ansprechpartner für Kinder und Jugendliche zu sein. Damit entfällt für diese Gemeinden die Sonderumlage für den Einsatz der Jugendpfleger vor Ort, sie werden aber über die allgemeine Verbandsgemeindeumlage an den Kosten der Ferienfreizeiten beteiligt, weil diese den Kindern aller sechs Ortsgemeinden offenstehen.

Spohn-Logé spricht von 25.000 Euro, die Lambsheim jedes Jahr als Sonderumlage bezahlt habe. Soll heißen: Das Geld könnte man anderweitig für den Nachwuchs verwenden, zumal man mit dem Jugendzentrum in der Junkergasse ohnehin nicht mehr zufrieden war. Der dort tätige dritte Jugendpfleger geht laut VG-Bürgermeister Michael Reith (SPD) in diesem Jahr in Rente. Diese Stelle werde von der VG nicht mehr besetzt, sollte die Kündigung von Lambsheim bestehen bleiben, sagt Reith. Für den Fall kann er sich vorstellen, dass die noch in der Vereinbarung verbliebenen Dörfer Großniedesheim, Beindersheim und Heuchelheim überlegen, ob sie ihre Jugendraumzeiten erweitern. Möglich sei aber auch, dass Lambsheim die Kündigung zurückzieht, sofern ein neues Konzept für die Kinder- und Jugendarbeit besprochen und für diese Ortsgemeinde etwas Neues entwickelt werde.

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