Lambsheim
Gewässerzweckverband: 2021 Startschuss für mehrere Projekte
Geschäftsführer Hans Peter Theiß erläuterte die Bauprojekte kürzlich in der Verbandsversammlung in Heßheim. Der Widerspruch des Gewässerzweckverbands gegen den Genehmigungsbescheid zum Anschluss des Neugrabens an die Isenach westlich von Eppstein sei vom Tisch. Der Bescheid der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd war mit einer Reihe von Auflagen verbunden, und gegen einige davon habe man Widerspruch eingelegt, hatte Theiß damals auf Anfrage gesagt. Die strittigen Punkte sind laut Theiß nun geklärt. Der Anschluss ist ein weiterer Baustein im wasserwirtschaftlichen Gesamtkonzept der Region und beschäftigt die Lokalpolitiker im Frankenthaler Süden schon viele Jahre.
Der südlich von Eppstein verlaufende Neugraben war einst an das Grabensystem von Studernheim angebunden und floss über den Altrheingraben der Isenach zu. Dieser Abfluss wurde beim Bau der Bundesstraße 9 gekappt. Durch den Anschluss des Neugrabensystems an die Isenach über eine Verbindungsspange westlich von Eppstein mit Pumpwerk an der Isenach soll der Abfluss wieder gewährleistet werden. Gleichzeitig soll mit dem neuen Gewässer ein zusätzliches Rückhaltevolumen geschaffen werden. Die rund 820 Meter lange Verbindungsspange wird als naturnahes Grabenprofil gestaltet.
Land bezuschusst Projekt
Die Ausschreibung und Vergabe der Planungsleistung ist laut Theiß für das Frühjahr vorgesehen. Ein Baubeginn sei noch 2021 möglich, die Fertigstellung 2022. Die Bauzeit betrage zwölf bis 16 Monate. Die Gesamtkosten für das Projekt liegen bei rund 3,6 Millionen Euro. Vom Land kommen dafür 2,8 Millionen Euro für die Herstellung der Spange und die Modellierung der Gräben, ebenso etwa 800.000 Euro für den Neubau des Schöpfwerks. Der Verbandsvorsteher, Frankenthals Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU), bat darum, das Projekt noch einmal im Ortsbeirat Eppstein vorzustellen.
Zur Verbesserung des Wasserabflusses auf der Frankenthaler Terrasse ertüchtigt der Gewässerzweckverband den Belchgraben an der Autobahn 61 zwischen der Landesstraße 527 im Süden und der Isenach im Norden. Das soll den Wasserabfluss bis nach Mutterstadt verbessern. Die Baumaßnahme wurde in zwei Bereiche aufgeteilt: Im nördlichen Bereich verläuft der Graben westlich der A61 auf den Gemarkungen von Frankenthal, Lambsheim und Maxdorf. Nach der Querung unter der Autobahn bis zur L527 verläuft er auf der östlichen Seite auf Frankenthaler Gebiet.
Leitungen nicht tief genug
Im südlichen Bereich liegt laut Theiß die wasserrechtliche Genehmigung vor. Allerdings gibt es noch Klärungsbedarf wegen der Verlegung einer Nato-Pipeline. Wie Hebich mitteilte, habe der Bund rund eine Million Euro für die Verlegung gefordert. Allerdings hätten neuere Vermessungen ergeben, dass die Leitung nicht so tief wie gefordert verlegt worden sei. Da die Leitung somit sowieso tiefer gelegt werden müsse, sei die Verhandlungsposition des Gewässerzweckverbands nun deutlich besser.
Unter dem Vorbehalt der schnellen Klärung dieses Problems sei ein Baubeginn 2021 möglich, sagte Theiß. Auch hier betrage die Bauzeit zwölf bis 16 Monate. Für den Nordteil liege der Planfeststellungsbeschluss vor. Die Ausschreibung und Vergabe der Planungsleistungen soll im Frühjahr erfolgen. Ebenfalls starten soll 2021 die Renaturierung des Eckbachs in Bobenheim-Roxheim.
Südspange soll 2021 kommen
Für den Bau der sogenannten Südspange südlich von Mutterstadt zwischen Floßbach und Rehbach stünden die Flächen für die Durchpressung durch den Bahndamm und den Teilausbau des Wirtschaftswegs weitgehend zur Verfügung, berichtete Theiß. Die Ausschreibung für diese beiden Bauabschnitte als Teil des Gesamtprojekts sei nun ebenfalls für Anfang 2021 geplant. Die Arbeiten zur Hochwasserrückhaltung im Dürkheimer Bruch lägen im Kosten- und Zeitrahmen, sagte Theiß.
Workshops mit der Landwirtschaft und den Mitgliedskommunen zur Fortschreibung des wasserwirtschaftlichen Gesamtkonzepts seien abgeschlossen, so Theiß. Im kommenden Jahr sollen nun konkrete Maßnahmen herausgearbeitet werden. Ein Zwischenbericht soll im Sommer 2021 vorgelegt werden.