Haßloch
Freundschaftskreis im Haßlocher Wald: Ein Ort der Ruhe, Besinnung und Begegnung
Früh am Morgen ist es still, die ersten Vögel beginnen mit ihrem Gesang. Nach und nach tauchen die Sonnenstrahlen Baumwipfel, Stämme und das sich sanft wiegende Gras in ein frühmorgendliches Licht. Es ist eine besondere Atmosphäre. Der erste Mensch mit seinem Hund ist unterwegs.
Viele Waldbesucher haben den Steinkreis bereits entdeckt. Er liegt am „Lange Paad“. Der beliebte und vielgenutzte schmale Waldweg startet am Ende der Kirchgasse und führt in gerader Linie über eine schmale Brücke des neuen Bachlaufs des Rehbachs bis zum Radweg Neustadt/Speyer und endet vor der Pony-Farm an der L529. Der Freundschaftskreis einige Meter hinter dem Gewässer ist eine Station auf dem Walderlebnispfad, der an dieser Stelle weiter nach Westen auf schmalem Pfad durch den Wald führt.
Elf Steine und eine fünfeckige Sitzbank
Die Idee und die Initiative für den Freundschaftskreis stammen von Stefanie Haag. Gemeinsam mit dem Forstrevierleiter Julius Paffrath sowie den Forstmitarbeitern wurde der Steinkreis in den vergangenen Monaten gestaltet. Realisiert werden konnte das Projekt mit weiteren Beteiligten und Unternehmen. Paffrath skizzierte die praktische Umsetzung des Projekts. Die schweren Steinblöcke wurden mit Unterstützung eines Baggerunternehmens und viel Handarbeit gemeinsam mit den Forstmitarbeitern an ihren Platz gebracht.
Der Freundschaftskreis besteht aus insgesamt elf kreisförmig angeordneten Sandsteinen aus Hettenleidelheim, die rund um eine fünfeckige Sitzbank aus Holz aufgestellt wurden. Auf den Steinen sind mit aufgesetzten Metallbuchstaben Begriffe zu lesen: Mut, Vertrauen, Respekt, Liebe, Dankbarkeit, Ehrlichkeit, Barmherzigkeit, Vergebung oder Geduld. Sie sollen die Menschen zum Nachdenken anregen und Impulse für ein wertschätzendes Miteinander geben.
Haag: Idee war ihr schon seit vielen Jahren wichtig
Inmitten der von Forstmitarbeitern gefertigten Sitzbank wurde eine Kirschpflaume gepflanzt. Der Baum ist in der Pfalz auch als Türkenkirsche, pfälzisch „Dergelkersch“, bekannt. Der Kirschpflaume werden viele Symbole zugeordnet: Neubeginn, Erneuerung, Reinheit, Demut, Fruchtbarkeit, Hoffnung, Wachstum oder innere Harmonie. Geplant ist noch eine Tafel mit einem Eingangstext.
Am 20. Mai wurde der „Freundschaftskreis“ als „neuer Ort der Ruhe, Besinnung und Begegnung“ mit einer Eröffnungsfeier offiziell eingeweiht. Rund 60 Bürger waren laut Verwaltung gekommen. Bürgermeister Tobias Meyer bezeichnete den Freundschaftskreis als „ein besonderes Projekt mitten in der Natur, das zum Verweilen und Nachdenken einlädt“. Stefanie Haag erklärte, dass ihr die Idee eines solchen Ortes bereits seit vielen Jahren wichtig gewesen sei. Der Freundschaftskreis solle ein Platz sein, an dem Menschen zur Ruhe kommen, Kraft schöpfen und sich bewusst Zeit für Gedanken und Gespräche nehmen können. Sie selbst beschreibt die Realisierung des Steinkreises als ein „Projekt mit anderen, für andere“, also ein „WIR-Projekt“.