Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Genehmigung erteilt: Verlegung des Eckbachs kann 2021 beginnen

In der Fügenanlage kann man den Eckbach derzeit nur von oben betrachten. Das soll sich ändern.
In der Fügenanlage kann man den Eckbach derzeit nur von oben betrachten. Das soll sich ändern.

Der Gewässerzweckverband Isenach-Eckbach plant seit 2016, den Eckbach in Bobenheim-Roxheim zu verlegen und zu renaturieren. Dafür hat die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd in Neustadt jetzt die Genehmigung erteilt. Ziel des Projekts ist unter anderem die Schaffung von Wasserrückhalteflächen. Aber auch die Bürgermeister-Fügen-Anlage im Ort soll profitieren.

In der Bobenheimer Freizeitanlage kann man spazieren gehen und Kinder spielen lassen. Den Eckbach zu sehen, ist fast unmöglich, wenn man nicht gerade auf der Holzbrücke steht, über die man in die Siedlung unterhalb des Littersheimer Wegs gelangt. Das in den Rhein fließende Gewässer liegt sehr viel tiefer, und die Sicht ist verdeckt durch hohe Hecken.

Das soll sich ändern, wenn der Zweckverband im kommenden Jahr den nächsten Schritt im wasserwirtschaftlichen Gesamtkonzept für das Einzugsgebiet von Isenach und Eckbach macht. Es stammt aus dem Jahr 2003 und soll den Hochwasserschutz in der Region verbessern und eine Vorflut zum Schutz von Baugebieten vor Grundwasserhochstand schaffen.

Neben den bekannten großen Bauprojekten wie die Nordspange, die Südspange mit Schöpfwerk an der Rehbachmündung, die Hochwasserrückhaltungen im Dürkheimer Bruch und den Marlachwiesen gehören viele kleinere Maßnahmen zum Konzept. Zum Beispiel die Eckbachrenaturierung in Bobenheim-Roxheim. Denn die Gemeinde wäre als Unterlieger der Einzugsgebiete von Isenach und Eckbach bei Hochwasser von Überflutung betroffen.

Eckbach soll sich künftig schlängeln

Hans Peter Theiß, Geschäftsführer des Gewässerzweckverbands, freut sich, dass mit dem jetzt genehmigten Projekt nicht nur wasserwirtschaftliche, sondern auch landschaftspflegerische und naturschutzfachliche Ziele erreicht werden können. Zwischen Bolzplatz und Entlastungsgraben E 1 soll der Eckbach später nicht mehr gerade fließen, sondern sich schlängeln, damit er sich besser entwickeln kann. Im südlichen Bereich der Renaturierungsmaßnahme sollen die Überflutungsbereiche eingegrenzt werden, was hoffentlich dazu führt, dass Äcker südlich des Spießgrabens nicht mehr so oft überflutet werden.

Der Eckbachrückstaudeich wird zwischen B 9 und Rheinhauptdeich an zwei Stellen geöffnet, um einen weiteren Rückhalteraum zu schaffen. Eine Geländesenke wird laut Theiß zum Druckwasserbiotop umgestaltet. Und schließlich soll der Bach an der Bürgermeister-Fügen-Anlage strukturell aufgewertet und in den Park integriert werden.

Gewässer wird erlebbar gemacht

Theiß: „Durch die hohen Fließgeschwindigkeiten dort können langfristig stabile sandige, kiesige Sohlsubstrate entwickelt werden, die in der Vorderpfalz sehr selten vorkommen, aber von großer Bedeutung als Laichhabitate für zahlreiche Fischarten und Makrozoobenthos sind.“ Darunter versteht man alle im Gewässerboden lebenden Organismen. Sie sind ein Kriterium für die Gewässergüte.

Der Eckbach wird also zugänglich und damit erlebbar gemacht. Der Geschäftsführer schätzt, dass die 1,3 Kilometer lange Renaturierung zur Schaffung eines Wasserrückhaltevolumens von 85.000 Kubikmetern etwa ein Jahr dauern und mehr als 2,6 Millionen Euro kosten wird. Das Land habe einen 80-prozentigen Zuschuss in Aussicht gestellt. Bobenheim-Roxheim beteilige sich für das Teilprojekt Fügenanlage mit 63.000 Euro.

x