Dannstadt-Schauernheim RHEINPFALZ Plus Artikel Appell beim Neujahrsempfang: „Gehen Sie wählen!“

Ein Lob auf die Gemeinschaft in den Orten: Stefan Veth beim Empfang.
Ein Lob auf die Gemeinschaft in den Orten: Stefan Veth beim Empfang.

Einen unterhaltsamen Neujahrsempfang der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim haben die rund 430 Gäste im Zentrum Alte Schule am Donnerstag erlebt. Für Heiterkeit sorgte dabei Mundart-Comedian Tim Poschmann, für den passenden musikalischen Rahmen samt Mitsingen und -klatschen die Blaskapelle Assenheim.

Bei seinem Rückblick auf das vergangene Jahr und seinem Ausblick auf das neue führte für Bürgermeister Stefan Veth (CDU) kein Weg am Thema Flüchtlinge vorbei. Dieses stelle alle Kommunen vor große Herausforderungen und spalte die Gesellschaft. Als Beispiel nannte er die „unglückliche Diskussion“ um das letztlich totgeredete Willkommenszentrum im Ortsteil Dannstadt. Vor diesem Hintergrund und angesichts der schrecklichen Nachrichten aus aller Welt sollten die Menschen wertschätzen, „wie privilegiert wir hier in der Vorderpfalz leben“. Gute klimatische Bedingungen, sauberes Trinkwasser, stabile Verhältnisse, tiefster Frieden und alles, was zum Leben nötig ist, fast jederzeit verfügbar, zählte Veth auf und forderte: „Wir sollten bei allen Diskussionen nicht vergessen, wie gut es uns hier wirklich geht.“ Dafür erntete er viel Beifall vom Publikum.

Zugleich lenkte der Bürgermeister den Fokus auf die vielen guten Menschen in den drei Ortsgemeinden Dannstadt-Schauernheim, Hochdorf-Assenheim und Rödersheim-Gronau und die vielen wichtigen und schönen Dinge, die sie trotz aller Krisen auch 2023 wieder geschafft beziehungsweise erreicht haben. Allen voran dankte er den 106 Feuerwehrfrauen und -männern, die im alten Jahr 377-mal ausrückten, davon 166-mal zu Brandeinsätzen. Besondere Bedeutung komme der Jugendfeuerwehr zu. Jene im Ortsteil Gronau sei vor 50 Jahren als eine der ersten in der Umgebung gegründet worden, und aus ihr seien 29 der aktuell 31 aktiven Brandbekämpfer hervorgegangen. Zurzeit betreuten die Jugendwarte der einzelnen Ortswehren insgesamt 38 Kinder und Jugendliche.

Investieren in den Nachwuchs

Auch sonst werde viel in den Nachwuchs investiert, von der energetischen Sanierung der Kurpfalzschule über neu gestaltete Kita-Außengelände und Spielplätze bis zur Dirt-Bahn. Daneben seien die Jugendtreffs gut besucht und die Ferien- und Freizeitangebote der Kinder- und Jugendpflege beliebt; nicht zu vergessen die erstmalige Filmvorführung für fast 300 Grundschüler im ZAS. Und die Kleinen gäben auch etwas zurück: „Besonders schön war, wie die Grundschüler in Dannstadt und Schauernheim sich beim Unicef-Benefizlauf angestrengt und 8794 Euro erlaufen haben“, lobte der Rathauschef.

Von Eltern, die bei bestimmen Aktionen helfen, über die Landfrauen, „die immer da sind, wenn man sie braucht“, bis zu Helfern in den zahlreichen Vereinen engagierten sich viele Menschen in der Verbandsgemeinde ehrenamtlich und leisteten Großartiges, nicht zuletzt bei den örtlichen Festen. Das belegte Veth mit Fotos auf einer großen Leinwand. Umso mehr appelliere er an die Bürger, im Juni wählen zu gehen und dabei ihre Stimmen nicht am rechten und linken Rand zu vergeuden. Denn mit radikalen Forderungen und Botschaften zögen Streit und Uneinigkeit in die politischen Gremien ein, sodass sich niemand mehr engagieren wolle. Darum mahnte der Bürgermeister: „Lassen Sie nicht zu, dass sich unsere Gemeinschaften und Orte radikalisieren!“

Sorgte für viel Gelächter: Tim Poschmann als „Pälzer Bu“.
Sorgte für viel Gelächter: Tim Poschmann als »Pälzer Bu«.

Auf dieser ernsten Note sollte der Empfang jedoch nicht enden. Das stellte der Deidesheimer Comedian Tim Poschmann mit seinem gelungenen Auftritt sicher. Als „Winzer Bu“ berichtete er von seinen herrlich-skurrilen Erlebnissen bei der Suche nach einer Herzensdame. Im Musenhof, der örtlichen Schönheitsklinik, sei er schon mal nicht fündig geworden: „Alle voll bandagiert und mit Lippen wie Schlauchbooten“, lautete sein Fazit. Es dauerte nur wenige Sekunden, bis er die Zuhörer mit den ersten Lachern auf seiner Seite hatte. Und deren Spaß stieg von Abenteuer zu Abenteuer: Von der Single-Börse schlechthin – dem Bad Dürkheimer Wurstmarkt – nahm er sie mit auf eine amüsante Reise ins Wellness-Hotel, eine nervenaufreibende Weinprobe mit Nicht-Pfälzern und ließ sie teilhaben an seinen Verständnisschwierigkeiten bei der Thai-Massage sowie an seinen überraschenden Erkenntnissen im Fitnessstudio und beim Yoga-Kurs, beides viel zu anstrengend. Die Lacher wurde immer herzlicher und kräftiger. Fröhlicher Höhepunkt war ein Junggesellenabend mit der Stripperin „die gute Trude“, die nicht ganz seinen Erwartungen entsprach. Oder wie es der „Winzer Bu“ formulierte: „Es mag ja das älteste Gewerbe der Welt sein, aber des Gründungsmitglied hädden se net schicke müsse.“

Mitsingen und -klatschen war bei der Blaskapelle Assenheim angesagt.
Mitsingen und -klatschen war bei der Blaskapelle Assenheim angesagt.

Die Blaskapelle Assenheim brachte schließlich Bewegung in den Saal: Aufstehen, klatschen und zumindest den Refrain mitsingen hieß ihr Gebot. Dem folgten alle gerne und genossen sichtlich die schöne Stimmung.

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