Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Meinungsumfrage zum Stadtrat: Wie die Parteivorsitzenden die Zahlen bewerten

Das Rathaus wird abgerissen, daher tagt der Stadtrat seit mehreren Jahren im Konzertsaal des Pfalzbaus.
Das Rathaus wird abgerissen, daher tagt der Stadtrat seit mehreren Jahren im Konzertsaal des Pfalzbaus.

Einer aktuellen Meinungsumfrage zufolge bliebe die CDU stärkste Kraft im Stadtrat, wenn am Sonntag gewählt würde. Wie bewerten die Parteivorsitzenden die Zahlen?

Für Torbjörn Kartes (CDU) ist die repräsentative Umfrage zwar nur eine Momentaufnahme. „Wir freuen uns aber natürlich über den Zuspruch“, sagt er zur „Sonntagsfrage“, deren Ergebnissen zufolge die Union ihre bei der Kommunalwahl errungene Spitzenposition zementiert. Seine optimistische Prognose: „Wenn wir durch die neue Bundesregierung nun auch wieder Rückenwind aus Berlin bekommen, dann ist auch ein Wert über 30 Prozent möglich. Es ist also noch Luft nach oben.“

CDU-Kreisvorsitzender Torbjörn Kartes.
CDU-Kreisvorsitzender Torbjörn Kartes.

Die Zahlen der OB-Umfrage seien in einem sehr frühen Stadium des Wahlkampfs erhoben worden. CDU-Kandidat Klaus Blettner habe alle Chancen. „Die Ausgangslage ist gut, er ist auf Augenhöhe mit dem SPD-Bewerber. Wir sind hoch motiviert und werden in den nächsten Monaten einen sehr engagierten Wahlkampf führen, um die Menschen der Stadt von Blettner als Persönlichkeit und seinen konkreten Ideen für Ludwigshafen zu überzeugen“, bilanziert der 46-Jährige.

SPD-Chef David Guthier.
SPD-Chef David Guthier.

So äußert sich der SPD-Vorsitzende

Von einer Momentaufnahme spricht auch David Guthier (SPD). „Das OB-Rennen ist offen. Für unseren Kandidaten Jens Peter Gotter ist das eine gute Ausgangslage. Das motiviert, in den kommenden Monaten vor allem im direkten Gespräch und auch mit neuen Formaten zu überzeugen.“ Dass die Ludwigshafener Genossen bei der „Sonntagsfrage“ gut zehn Prozentpunkte über den bundesweiten Umfragewerten liegen, sei Ausdruck dessen, „dass die konstruktive, sachliche Arbeit von Partei und Stadtratsfraktion für unsere Heimatstadt von vielen Menschen durchaus wertgeschätzt wird“, bilanziert der 35-Jährige.

AfD-Kreisvorsitzender Johannes Thiedig.
AfD-Kreisvorsitzender Johannes Thiedig.

Die Analyse des AfD-Chefs

Johannes Thiedig (AfD) sagt: „Auch wenn die Umfrage die Chancen unseres Kandidaten als derzeit nicht gut einstuft und wir auch bei der ,Sonntagsfrage’ im Vergleich zur Bundestagswahl etwas nachgelassen haben, sehen wir die Ergebnisse derzeit nicht als niederschmetternd an.“ Es gebe keinen Grund zur Panik, ergänzt der 48-Jährige. AfD-Kandidat Joachim Paul sei relativ spät nominiert worden, sodass ihn viele Bürger nur aus Medienberichten, noch nicht aber persönlich kennen würden. Bei seiner Kandidatur als Landrat im Rhein-Pfalz-Kreis sei sein Endergebnis fast doppelt so hoch gewesen wie der Umfragewert. Und wenn 55 Prozent aller Wähler noch unentschlossen seien und 47 Prozent gar keinen Kandidaten kennen, sei sowieso noch alles offen. Womöglich habe auch die Hochstufung der gesamten AfD als „gesichert rechtsextremistisch“ einige AfD-Anhänger verunsichert, so Thiedig.

Grünen-Vorstandssprecher Matthias Jurczak
Grünen-Vorstandssprecher Matthias Jurczak

Das sagt der Grünen-Sprecher

Die „Sonntagsfrage“ zeige, dass die Grünen eine treue Wählerschaft haben. „Sie unterstützt unseren Einsatz für Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und Demokratie“, sagt Vorstandssprecher Matthias Jurczak (38). „Auf dem Ergebnis wollen wir uns allerdings nicht ausruhen. Besonders der starke Mitgliederzuwachs der letzten Monate lässt uns optimistisch in die Zukunft blicken. Gleichzeitig begrüßen wir den deutlichen Stimmenverlust der AfD.“ Viele Ludwigshafener würden sich von einer Politik der Spaltung und Hetze abwenden. „Das ist ein gutes Zeichen für die demokratische Stadtgesellschaft.“ Das schlechte Ergebnis des AfDlers bei der OB-Wahlumfrage belege, dass die Ludwigshafener keine Lust auf einen Mann haben, „der von Wahl zu Wahl tingelt“, so Jurczak. Er erwartet ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den OB-Bewerbern von CDU und SPD.

Reaktionen der Kandidaten zur OB-Wahlumfrage finden Sie hier.

Zur Sache: Umfrage-Ergebnis Stadtratswahl

CDU: 26 Prozent

SPD: 24 Prozent

AfD: 15 Prozent

Grüne: 9 Prozent

(Andere Parteien spielen kaum eine Rolle)

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