Ludwigshafen
Leute in LU: Sportler, Funktionär und Fasnachter Karl Heinz Ries feiert seinen 90. Geburtstag
Der Kopf ist noch fit und auch seinen Humor hat der Rheingönheimer nicht verloren, aber der Körper durchkreuzte in den vergangenen Jahren immer wieder seine Pläne. „Ich habe mein Engagement ziemlich zurückgefahren“, sagt Karl Heinz Ries. Am 22. Dezember feiert der Sportler, Funktionär und Fasnachter seinen 90. Geburtstag.
Zwei seiner einstmals zahlreichen Ämter führt Ries nach wie vor aus. Als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Stadtsportverbände in Rheinland-Pfalz hält er den Kontakt zur Landespolitik. Die Sportförderung sei unbefriedigend. „Da mischen wir uns auch politisch ein“, erklärt er. Aktuell habe er dabei mit dem vierten Sportminister zu tun. „Mit den ersten beiden konnte man noch reden.“ Im zweiten Amt müsse er hin und wieder Streit schlichten. „Da bin ich noch Ehrenpräsident der KG Klotzgrumbeer.“ Die Fasnacht sei schließlich eine so ernste Sache, dass Dispute nicht ausbleiben. Aber die geleistete Arbeit bei den Rheingönheimer Fasnachtern nötigt ihm Respekt ab.
Lieber zufrieden als stolz
An einem Ergebnis seines jahrzehntelangen Engagements fährt er beinahe täglich vorbei: Die Ludwigshafener Leichtathletikhalle hat er engagiert. Stolz darauf ist er allerdings nicht: „Ich habe gelesen, dass Stolz und Dummheit auf dem gleichen Baum wachsen“, sagt er. Das Wort Zufriedenheit gefällt ihm deutlich besser, „denn zufrieden bin ich damit schon“.
95 Länder mit Ehefrau besucht
Der Ludwigshafener Sport trägt nach wie vor seinen Stempel. So stammen der Stadtlauf und die Hallenfußball-Stadtmeisterschaft aus seiner Zeit an der Spitze des Stadtsportverbandes. Seine Zeit als Sportler, zunächst als Fußballer und Hockeyspieler, dann als Mittelstreckenläufer ist schon mehrfach beleuchtet worden, ebenso wie sein Werdegang als Funktionär, der 1962 mit anderen Leichtathleten aus dem SV Phönix heraus den ABC Ludwigshafen gründete. Dessen Vorstand gehörte er über Jahrzehnte an. Er wurde das erste Ehrenmitglied und auch zum Ehrenvorsitzenden des Vereins. Auf Pfalzebene war er ab 1968 mehr als 17 Jahre lang in leitenden Funktionen aktiv und mehr als 30 Jahre lang auch im Vorstand des Stadtsportverbands.
Seit 66 Jahren an seiner Seite ist Ehefrau Helga. Sie koordinierte früher die Termine des umtriebigen Rheingönheimers. Heute hat sich die Rolle ein wenig geändert, denn seit dem 80. Geburtstag hat er körperliche Probleme. „Die unliebsamen Begleiterscheinungen des Alters“, erklärt Ries, der für die Pflege und Unterstützung seiner Frau dankbar ist. Er ist außerdem froh, dass er sich schon in frühen Jahren mit ausgedehnten Reisen bei seiner Frau bedankt hat. „Ich komme auf 95 Länder, die wir gemeinsam besucht haben.“ Zuletzt stand in diesem Jahr eine Schiffsreise an die Adria auf dem Programm.
Feiern wie die Queen
Große Fernreisen will er nicht mehr machen. Pläne hat der Jubilar aber nach wie vor: „Mal sehen, ob wir nächstes Jahr auf eine Flusskreuzfahrt gehen.“ Nur allzu weit voraus will er sich nicht mehr festlegen – eine Erfahrung seines runden Geburtstags. Für den war nämlich eigentlich eine „große Sause“ mit Freunden und Weggefährten im Turmrestaurant vorgesehen, ehe ihm die jüngsten Krankenhausaufenthalte einen Strich durch die Rechnung machten. „Das würde ich gerne im Januar nachholen. Die Queen hat ja auch nie an ihrem eigentlichen Geburtstag gefeiert“, scherzt Karl Heinz Ries, der mit 90 Jahren weder geistige Frische noch Humor verloren hat.
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