Ludwigshafen
Ehemaliges Pfalzwerke-Areal: Änderungen bei Baufeldern vorgestellt
Schon vor Jahren sind die Pfalzwerke aus ihren Gebäuden an der Kurfürsten-, Bayern- und Arnulfstraße ausgezogen. Seitdem ist das frühere Areal in Ludwigshafen-Süd ungenutzt. Einst sicherte sich die Firma Pro Concept AG die Grundstücke und machte Pläne für mehr als 300 Wohnungen und eine Kita bekannt. Doch es sollte so einfach nicht kommen: Ursprünglich war der Baustart vom Frühjahr in den Herbst 2022 verschoben worden, dann sprach man von Juni 2023. Im Januar 2025 schließlich wurden die Spatenstiche weiter verschoben, ab September 2026 sollte es auf dem ersten der drei Baufelder losgehen.
Auch diese Pläne sind mittlerweile etwas veraltet. Nicht bloß deswegen, weil der Pro Concept AG mittlerweile nur noch ein Baufeld – das zweite – gehört. Die Baufelder 1 und 3 gehören mittlerweile der Baklan Group. Die stellte am Dienstag einige Anpassungen des Projekts auf Baufeld 3 im Ortsbeirat Südliche Innenstadt vor. Die Pläne musste der Ortsbeirat goutieren, damit sie dem Bau- und Grundstücksausschuss (BGA) am Montag zur finalen Abstimmung vorgelegt werden.
Kleinere Wohnungen, aber mehr davon
Baufeld 3 befindet sich an der Ecke der Lachner- und Bayernstraße. Dort befand sich früher der Mitarbeiterparkplatz der Pfalzwerke. Dort sollen vier Mehrparteienhäuser gebaut werden. Allerdings in leicht veränderter Bauweise, wie ursprünglich vorgestellt – das hatte die Baklan Group bereits im März angekündigt. Um den Bebauungsplan einzuhalten, bleibt der äußere „Villencharakter“ der Häuser erhalten. Es handele sich fast nur um Änderungen an den Innenräumen.
Seit Dienstag ist auch klar, wie diese Veränderungen ausfallen werden. „Die Wohnungsgröße, mit der damals geplant wurde, wäre heute unmöglich zu verkaufen“, so Awes Khan, der den Bauherren Baklan vertritt, im Ortsbeirat. Also sollen die Wohnungen schrumpfen – dafür wird es mehr Einheiten geben. Statt 37 Wohnungen sollen es jetzt 55 werden, im Schnitt um die 70 Quadratmeter groß. In den Stockwerken der vier Häuser sind dann jeweils drei Wohnungen. Außerdem sollen die Maisonette-Wohnungen in den Obergeschossen wegfallen. Durch die wegfallenden Treppen spare man Platz.
Außerdem wolle man die Tiefgarage „aufräumen“, wie Khan sagte, und habe Stauräume in die Wohnungen verlegt, Doppelparker-Plätze gestrichen und dafür mehr Parkfläche geschaffen. An der Fassade soll sich lediglich die Platzierung einiger Fenster ändern. Der Baubeginn soll, wenn alles glatt läuft, innerhalb der nächsten sechs Monate sein. Der Ortsbeirat stimmte dem Änderungsantrag zu – wenn auch mit zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung. Stimmt auch der BGA zu, kann die Baugenehmigung beantragt werden.
Frist für Baufeld 2 wieder verschoben
Diskussionsbedarf gab es beim Antrag der Pro Concept AG, Fristen beim Baufeld 2 weiter zu verschieben. Geschäftsführer Jens Hanreich sagte im Ortsbeirat, dass unter anderem wirtschaftliche Themen und eine Anpassung der Wohnungsgrößen für Verzögerungen gesorgt hätten. Dem neuen Zeitplan nach sollen die Abrissarbeiten bis zum zweiten Quartal 2027 fertig sein, der Baubeginn wird bis zum vierten Quartal 2027 angestrebt und die Fertigstellung bis zum vierten Quartal 2029. Auch Pro Concept benötigt hierfür sowohl die Zustimmung vom Ortsbeirat als auch vom BGA. Doch die Abgeordneten der Innenstadt-Süd zeigten sich zunächst gespalten.
Beatrice Wiesner (SPD) bezweifelte die Umsetzung der Pläne: „Wir haben schon mehrere Fristverlängerungen gehabt, es ist trotzdem nichts passiert.“ Auch Jens Brückner (parteilos) zeigte sich skeptisch: „Stillstand bis April 2027? Das lehnen wir ab.“ Matthias Jurczak (Grüne) äußerte ebenso Bedenken: „Wir hören aus dieser Vorstellung keine Sicherheit heraus.“ Ortsvorsteher Christoph Heller (CDU) wiederum schätzte den Erfolg höher ein: „Es wäre hirnrissig, jetzt dagegen zu stimmen. Wer gibt denn Geld aus, ohne die Absicht, dort tatsächlich zu bauen?“ Hanreich versicherte, dass man bereits jetzt sich um die Entkernung des Gebäudes kümmere und nicht davon ausgehe, dass weitere Verzögerungen kommen – auch nicht durch Öl- und Gaspreise, wie der Grüne Jurczak nachgefragt hatte.
Für Kita fehlt nur noch die Genehmigung
Schließlich wurde auch diesem Antrag zugestimmt, jedoch mit zwei Gegenstimmen und vier Enthaltungen. Beim Baufeld 1, auf dem 70 Wohnungen und eine Kita entstehen sollen, scheint man dem Bauen schon einiges näher gekommen zu sein. Baklan-Vertreter Khan teilte mit, dass der Bau auf dem Gelände in der Arnulfstraße schon in den kommenden vier Wochen beginnen könnte – wenn die Genehmigungen vorliegen. Denn durch den Eigentümerwechsel des Grundstücks habe man neue Genehmigungen im Bezug auf die dort geplante Kita einholen müssen. Sobald diese allerdings vorliegen, könnten die Bagger rollen, so Khan.
Wozu es keine Neuigkeiten gab, war die Walzmühle. Sie befand sich in Zwangsverwaltung, gehörte faktisch der Pro Concept AG. Bis Ende Juni solle eine Entscheidung getroffen werden, teilte Pro Concept im Mai mit.