Maßweiler
Max Borst: Michelin-Stern „wie ein Ritterschlag für einen Koch“
Das Maßweilerer Restaurant Borst ist offiziell als Sterne-Restaurant ausgezeichnet. Vergangene Woche haben Chefkoch Harry und dessen Sohn Max davon auf der Michelin-Gala in Karlsruhe erfahren. „Für einen Koch ist ein Stern die Krönung. Es fühlt sich an wie ein Ritterschlag“, beschreibt Max Borst seine Gefühle voller Stolz.
Das Restaurant in der Maßweilerer Dorfmitte gibt es seit über 30 Jahren. Früher waren es die Eltern von Chefkoch Harry Borst, die in der Küche standen. „Mein Vater hat mit meiner Mutter damals schon auf einem Top-Niveau gekocht“, lobpreist Sohn Max. Er hat das Handwerk schon in frühen Jahren vom Vater gelernt. „Die Küche war mein Kinderzimmer“, sagt er. Für die Ausbildung verließ Max Borst das Dorf, die Heimat. Er lernte bei Spitzenköchen in der gesamten Republik. Seit gut einem Jahr kocht er wieder mit seinem Vater zusammen in Maßweiler. „Und nun hat es eben geklappt, dass wir den Stern bekommen haben.“
Eine Ahnung, wer der Tester war
Erwähnt wird das Restaurant Borst schon seit 20 Jahren im Michelin-Restaurantführer. Der Stern ist nun eine höhere Auszeichnung. Dafür kommen anonyme Tester vorbei, die die Speisen auf der Karte genauestens unter die Lupe und auf die Zunge nehmen. Wer genau der Tester war, wissen die Borsts nicht. „Wir sind aber seit über 30 Jahren selbstständig. Manchmal fällt es dann einem schon auf, wenn jemand ein Restauranttester ist“, kommentiert Max Borst. Ein starkes Indiz: Wenn jemand, der noch nie da war, ins Restaurant kommt und allein ein Mehr-Gang-Menü bestellt. In ganz Deutschland, so Sohn Max, sind 20 Michelin-Restauranttester unterwegs. „Die wechseln jedes Jahr auch ihr Einsatzgebiet“, sagt der Junior-Küchenchef.
Während des Interviews klingelt im Minutenabstand das Telefon für Reservierungen. „Heute Morgen war das noch mehr. Da hat das Telefon gar nicht mehr still gestanden“, beschreibt Harry Borst den Andrang. Nun, da klar ist, dass das Maßweilerer Restaurant die Sterne-Auszeichnung hat, wollen viele Gäste so schnell wie möglich einen Tisch haben. Die eigentliche Arbeit, der Restaurant-Wahnsinn beginnt für die Borsts erst jetzt. „Der Stern muss jedes Jahr verteidigt werden“, fügt Sohn Max hinzu. Auf den Lorbeeren ausruhen ist keine Option.
Hotelzimmer für die Restaurantgäste
Das Einzugsgebiet des Restaurants geht laut Harry Borst weit über die Grenzen der Südwestpfalz hinaus. Viele Kunden kommen aus Orten weit über hundert Kilometer entfernt, um bei Borst Speisen aus der traditionell französischen Küche zu genießen. Borst kennt Kunden aus Mainz, Trier, Frankreich und Luxemburg, die regelmäßig im Restaurant speisen.
Seit über 20 Jahren gibt es im Gebäude gegenüber Hotelzimmer. Die wurden nun komplett saniert, zwei neue Gästezimmer sind dazugekommen. Die Zimmer sind für Restaurantgäste mit einer längeren Anfahrt gedacht. Die Gäste können nachmittags anreisen, einen gemütlichen Abend im Restaurant verbringen und müssen sich keine Gedanken um die späte Heimreise machen. Stattdessen geht es am nächsten Tag nach einem Frühstück gestärkt weiter.
Das Restaurant ist ein Familienbetrieb
Zurück ins Restaurant: Einen Michelinstern haben die Borsts jetzt. In der Theorie sind bis zu drei Sterne drin. Junior-Chefkoch Max Borst bleibt für sich realistisch: „Für den Zwei-Sterne-Bereich müssten wir die Küche ausbauen und mehr Köche einstellen“, sagt er. Das Restaurant ist ein Familienbetrieb, zusätzlich gibt es angestellte Aushilfen. In der Küche stehen Sohn Max und Vater Harry. An der Theke übernimmt Harry Borsts Frau Monika.
Über das Maßweilerer Restaurant schreibt der Guide Michelin: „Seit vielen Jahren stehen Monika und Harry Borst mit ihrem Haus im Ortskern für Qualität und Niveau, inzwischen ist Junior Maximilian mit von der Partie. In der Küche bleibt er der klassischen Linie treu, kocht angenehm reduziert, aber auch raffiniert abgestimmt und auf Basis hochwertiger Produkte. Dazu unter anderem schöne Weine aus der Region. Serviert wird in geschmackvollem Ambiente mit modern-eleganter Note oder auf der Terrasse. Freundlich und aufmerksam der Service. Gepflegt übernachten kann man ebenfalls.“
In der Region gibt es mit der „Brasserie“ in Pirmasens und „Hämmerles Restaurant – Barrique“ in Blieskastel zwei weitere Sternerestaurants. „Victors Fine Dining by Christian Bau“ in Perl im Kreis Merzig-Wadern hat sogar drei Sterne. Zudem gibt es im Saarland die Zwei-Sterne-Restaurants „Esplanade“ und „Gästehaus Klaus Erfort“ in Saarbrücken sowie das „Louis Restaurant“ in Saarlouis.