Contwig
Jetzt auch Schimmel im Stambacher Kindergarten
Mit seinen Gebäuden für die Kinder hat Contwig derzeit kein Glück. Die Grundschüler werden nach den Weihnachtsferien teilweise in Containern in Stambach unterrichtet, weil das Gebäude in Contwig seit einem Jahr wegen Schimmelbefalls leersteht. Möglicherweise wird das Haus in der Maßweilerstraße aufgegeben, just zu dem Zeitpunkt, da wenige Meter oberhalb ein neuer Kindergarten gebaut wird und so eine Art Kinderzentrum am Ortsrand entstanden wäre.
Wobei das jetzt noch dauert: Mitte des Jahres sollte der Kindergarten fertig sein, aber derzeit wird gar nicht weitergebaut. Das Flachdach war offenbar undicht, so dass Wasser eindrang und in der Deckenschalung Feuchtigkeitsschäden auftauchten. Im Februar wurde auch hier Schimmel entdeckt. Laut Bürgermeister Karlheinz Bärmann läuft das Beweissicherungsverfahren, um festzustellen, wer Schuld hat an den Schäden. Bis der Kindergarten fertig ist, sind die Kinder im Rathaus untergebracht. Der neue Kindergarten ist der vierte in der Gemeinde. In Contwig gibt es noch den katholischen und den evangelischen Kindergarten.
Dazu kommt der in Stambach, wo es nun auch ein Schimmelproblem gibt: Mitte November hatte die Putzfrau im Schlafraum der Krippengruppe – die Ein- bis Dreijährigen – Schimmel über der Fußbodenleiste entdeckt. Als der Maler die Tapete entfernte stellte sich heraus: Nicht nur die Außenwand ist betroffen, sondern auch zwei Zwischenwände – was bedeutete, dass die Feuchtigkeit nicht von außen eindrang. Am Wasserdruck der Fußbodenheizung zeigte sich: Auch die ist nicht undicht. Blieb das Dach.
Und tatsächlich: An einem Regenrohr, das vom Flachdach im Inneren des Gebäudes nach unten führt, war eine Schweißnaht gerissen. Immer wenn es regnete, tropfte das Wasser heraus, floss außen am Plastikrohr entlang und drang dann in den Fußboden ein. In einer Ecke des 25 Quadratmeter großen Schlafraums verläuft das Rohr hinter einer Wandverkleidung, in der gegenüberliegenden Ecke wurde der Schimmel entdeckt. Das heißt: Der gesamte Fußboden des Raums dürfte unter dem Estrich feucht und schimmelig sein. Wie lange das Rohr schon undicht ist, lässt sich nicht sagen.
Eingeweiht wurde der Stambacher Kindergarten – das „Haus der kleinen Freunde“ – im Mai 2015. Der Neubau war notwendig, weil der Vorgänger, der katholische Kindergarten, ein Schimmelproblem hatte. Der Kindergarten ging mit dem Neubau von der Kirche auf die Gemeinde über.
Obwohl in all diesen Fällen Feuchtigkeit das Problem ist und obwohl der Contwiger Neubau baugleich mit dem Stambacher Kindergarten ist, hängen die Probleme nicht miteinander zusammen, sondern haben unterschiedliche Ursachen. Für den Schaden in Stambach, den Bürgermeister Karlheinz Bärmann grob auf 30 000 Euro schätzt, habe die Gemeinde eine Versicherung. Bärmann glaubt, dass der Fußboden bleiben kann: „Ich geh’ davon aus, dass da nicht viel Feuchtigkeit sein kann, sonst hätte das PVC Luftblasen geschlagen“, sagt er. Deshalb ist er sicher, dass im übrigen Gebäude alles in Ordnung ist. Betroffen ist vor allem der Schlafraum, im Gruppenraum ist nur ein Teil des Bodens feucht, dazu eine Wand zu einem kleinen Nebenraum. Seit einer Woche wird über Löcher warme Luft unter den Estrich geblasen. Die Geräte laufen rund um die Uhr. Nach drei Wochen soll der Boden trocken sein.
Die Krippenkinder sind derzeit im Turnraum untergebracht, die betroffenen Räume sind abgetrennt. Diese Woche wurde die Luft im gesamten Kindergarten gemessen, deswegen war er am Donnerstag und Freitag geschlossen. Die Ergebnisse sollen kurz vor Weihnachten vorliegen. Anfang Januar soll erneut gemessen werden, dann heißt es zwei Wochen auf die Ergebnisse warten. Sind die Werte in Ordnung, werden die Räume vergipst und müssen drei Wochen trocknen. Dann kommt der Bodenbelag. Bärmann hofft, dass die Kinder im März wieder in ihre Räume ziehen können.
Die Eltern seien über alle Schritte informiert. Es seien auch keine Kinder wegen des Schimmels krank geworden, sagt Bärmann. Acht Unter-Dreijährige besuchen den Kindergarten, insgesamt sind es 54 Kinder.