Contwig RHEINPFALZ Plus Artikel Rathaus dient nun als Kindergarten

Vor dem Rathaus spielen künftig die Kindergartenkinder. Der Bereich wird von Bauzäunen begrenzt.
Vor dem Rathaus spielen künftig die Kindergartenkinder. Der Bereich wird von Bauzäunen begrenzt.

Zehn Kinder haben am Montag das Contwiger Rathaus erobert. Eigentlich sollte der Kita-Neubau bei der Grundschule eröffnen, wegen Schimmels gab es dort aber einen Baustopp.

Contwig. Wo vor zwei Wochen Politik und Verwaltung getagt hatten, wird jetzt gespielt und getobt. Das Contwiger Rathaus ist zum Kindergarten umgebaut geworden. Binnen 14 Tagen wurden die Möbel ins Gebäude gebracht, an der Außenfassade wurde ein Nottreppe installiert und im Treppenhaus gibt’s neue Geländer, damit die Kleinen nicht herunterfallen.

„Wir haben aus dem Rathaus ein Kinderhaus gemacht“, so die Leiterin Karin Klein. Eigentlich hätte am Montag der Kita-Neubau an der Contwiger Schule in Betrieb gehen sollen. Dort wurde aber noch vor der Eröffnung einen Schimmelbefall an der Decke festgestellt. Seitdem steht der Bau still und die Staatsanwaltschaft ermittelt. „Sicher wäre jeder lieber in den Neubau eingezogen. Aber wir haben hier eine tolle Alternative: Alles ist neu, hell und freundlich“, sagt Klein.

Bärmann: Andere Gemeinden wären stolz

Zehn Kinder sind am Montag zur Eingewöhnung in die Kita gegangen, bis zum Jahresende rechnet die Kindergartenleiterin mit 40 Kindergartenkindern. Maximal, so hat es das Landesjugendamt festgelegt, dürfen 65 Kinder im Rathaus betreut werden.

Wie lange der Kindergarten im Rathaus bleiben soll, das konnte der Contwiger Bürgermeister Karlheinz Bärmann auf RHEINPFALZ-Nachfrage nicht beantworten. „Ich rechne aber mit mindestens einem Jahr Verzögerung“, sagt Bärmann. Die Kindergarten-Möbel, die ins Rathaus gekommen sind, sollen denn auch in den Neubau gebracht werden, sobald dieser fertig ist. Eines ist klar: Ein Umzug vom Rathaus in den Neubau könne aber nicht im Normalbetrieb über die Bühne gehen. „Wir sprechen hier zwar von einer Notunterkunft, aber andere Gemeinden wären stolz darauf, solche Räumlichkeiten wie hier zu haben“, so der Ortsbürgermeister.

Was der Umbau des Rathauses zu einer Kita gekostet hat, wollte Bärmann nicht sagen. „Die Mehrkosten sind auch Teil des gerichtlichen Verfahrens“, sagt der Bürgermeister. Auch Verbandsbürgermeister Björn Bernhard ist zufrieden mit dem Rathaus-Kindergarten. „Eine Noteinrichtung ist das in meinen Augen nicht“, findet er. Dennoch ist er traurig, dass das Projekt Kita-Neubau auf Eis liegt. „Etwas Neues einzuweihen, ist immer toll. Dennoch würde ich das jetzt gerne woanders tun“, so der Verbandsbürgermeister.

Aufgebaut ist der Rathaus-Kindergarten wie folgt: Direkt hinter der Eingangstür ist links die Krippengruppe untergebracht, rechts vom Haupteingang befindet sich der Schlafraum. In beiden Räumen war zuvor die Gemeindebücherei; die wiederum ist ins evangelische Jugendheim umgezogen. Im ersten Stock gibt es einen Gruppenraum sowie das Büro der Kindergartenleiterin Karin Klein, das gleichzeitig auch als Besprechungsraum dient. Einzig das Büro von Bürgermeister Bärmann blieb unverändert. Im Dachgeschoss ist der große Speisesaal samt Küche. Kommende Woche kocht dort dann Marc Hollerith für die Kindergartenkinder. Der Außenspielbereich ist vor dem Rathaus. Dafür wurden Bauzäune vor dem Gebäude aufgestellt.

Der Speisesaal befindet sich im Dachgeschoss.
Der Speisesaal befindet sich im Dachgeschoss.
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Der Raum für die Krippenkinder.
Der Raum für die Krippenkinder.
Der Schlaufraum.
Der Schlaufraum.
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